Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 9 (1.2.1904)
- Date
- 1904-02-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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deren' Losungswort „Gegen Fürsten und Priesterlautete. Ein fundamentaler Jrrthum Schiller's ist es, daß er die Sendung Moses als eine politische betrachtet, .während die Bibel ebenso wie die Geschichte Israels'uns lehren, daß seine Mission, wie die seines Volkes eine religiöse war. Es ist ferner verfehlt, anzunehmen, daß die jüdische Religion die Gedanken der Einheit Gottes und der Unsterblichkeit aus den egyptifchen Mysterien entnommen habe; die Meinung, daß jene' Gedanken dort schon vorhanden waren, hat die Egyptiologie in das Reich der Fabel verwiesen. Diese Wissenschaft,, durch welche wir über die Religion der Egypter ziemlich genau unterrichtet sind, lehrt uns auch,, daß dieselbe ein grober Polytheismus war und daß die Egypter mit ihrer Verehrung der Sonne und des Wassers und mit ihrem Thierdienst als rohe Fetischisten und Materialisten zu bezeichnen sind. Die jüdische Religion ist fast in allem der egyptischen gerade entgegengesetzt. Während hier der rohe Stoff überall sich geltend macht, ist das Judenthum eine Religion des Geistes, und während die Egypter in der Sorge für den Tod. und die Tobten aufgehen (Pyramiden. Einöalsamirüngen) will die Bibel durch die Unreinerklärung der Leiche möglichste Fernhaltung von derselben und Konzentrirung auf das Leben und seine Aufgaben erzielen.— Auch bezüglich der Lehre vom Menschen ist das egyptische Kastenwesen der Gleichheit der Menschen, wie sie die Bibel lehrt, durchaus entgegengesetzt.' Egyptische Mysterien, wie sie Schiller sich vorstellt, hat es überhaupt nicht gegeben. Aber auch diese Anschauung erklärt sich aus gewissen Erscheinungen der damaligen Zeit, in welcher verschiedene geheime Gesellschaften, besonders der Illuminatenorden, entstanden, der Echiller bei seiner Darstellung vorgeschwebt haben mag. — Auch in seinem Urtheil über die Juden Egyptens überträgt er die Meinung seiner Zeit auf jene Epoche, abgesehen davon, daß er die Fabeln des egyptischen Priesters Manetho für Geschichte hält. Schiller ist eben, wenn er auch Professor der Geschichte war, weit mehr Dramatiker als Historiker. —- Reicher Beifall lohnte die interessanten Ausführungen des Redners. Amerika. Newyork. Die amerikanische Judenheit hat einen ihrer hervorragendsten Führer, das Gesammtjudenthum einen seiner besten Männer verloren. In Rewyork ist am 14. Januar der Präsident des Bne Brith- Ordens in Amerika, Leo R. Le v i, gestorben. Er war ein hervorragender Advokat, der vor einigen Jahren durch sein Auftreten in der Konferenz der amerikanisch-jüdischen Gemeinden die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Er traf dgrt gegen die übereifrigen Assimilanten zu Gunsten des positiven JudenthumS in einer wahrhaft zündenden Rede auf, die großes und berechtigtes Aufsehen erregte. Bald darauf .. ftum P7^ssdenten des Ordens geivahlt. der m Amerika über 18,000 Mitglieder zählt und eine Reihe der nichtigsten Institutionen geschaffen hat. Durch seinen Enrfluß kam in den absterbenden und in der Reubelebung dringend bedürftigen Organismus der . amerikanischen Ordensdistrikte frisches Leben, beson- ( ders seitdem — wiederum durch die Initiative Levis — | der Orden sein Hauptinteresse den großen Fragen zuwendete, die gegenwärtig das amerikanische Judenthum; beschäftigen, nämlich dem Einwanderungsproblem i und der Rückbeförderung von untauglichen Personen, j Auf beiden Gebieten ist durch die Thätigkeit Lcbis Wesentliches erreicht worden. Seit dem Februar 1900 sind mehr als 10.000 Personen von Amerika nach ihren Heimathländern zurückbefördert worden. Das größte Verdienst hat sich aber der Verstorbene durch sein energisches und muthiges Eintreten anläßlich der Greuel von Kischinew erworben. Er war der Verfasser der bekannten Petition an den Zaren; er und Simon ' Wolf haben die Verhandlungen mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten geführt und noch in den letzten Tagen im Interesse der Verbesserung der Lage der russischen Juden gewirkt. Sein Tod reißt eine tiefe Lücke, und die Theilnahme ist eine allgemeine. Auch der Präsident Roosevelt druckte der Wittwe sein Beileid in warmen Worten aus. Mit Leo N. Levi scheidet eine der bedeutendsten Persönlichkeiten aus dem Kreise der Männer, die für die Zukunft des amerikanischen Judentbums mit einer Begeisterung und Thatkrast gewirkt haben, die den europäischen Juden vielfach als Muster dienen könnte. Sein Andenken wird in der Geschichte des Judenthums in Ehren fortleben! Briefkasten der Redaktion. R. in E.: Ganz bervorragendes Entgegenkommen bei der Katastrophe von Aalesund, zeigte das jüd. Auswanderer- Hilfs-Komitee zu Bremen, das nicht wenigerals 40 Kitzen mit Kleidunasstücken zur' Verfügung stellte. I. in B.: Wie wir erfahren sind bei dem Israelitischen Stcllenvermsttlnngs-Verem zn Hamburg augenblichlich wenig bessere Bewerber »d. h. mit guten Kenntnissen) oemeid«t: ebenso fehlt es an Offerten von tüchtigen Detailreisen den. In Anbetracht, daß der Kündigungstermin vom 15. Februar nabe ist, liegt es in Ihrem eigenen Interesse, sowie aller stellcfuchenden jungen Leute von dort. Bewerbungsformulare einzusenden, damit der Verein im nächsten Monate de» sich meldend n Vacanzenlnhabera geeignetes Material zu unterbreiten im Stande ist. Ueu eingegrmgene Bücher. (Besprechung Vorbehalten.) (rwirri mar wS3mp*p) , «npn 'zrzz rrmtnon *ics maon» .rtwi p'bsn ,puo'3sn .b n* bv r*i *pn .p-rÄ n^rin qb« .r6on btto nom .nmiVi jnob mb ttoo' — wx pnv'rmon ' .D2jn 3Rt •JTW» , CSSn 771NN ' sp* bv cm 'min .xpKip .mi *a nrexr ■ -•? .(62 poosnytt) wt f