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Der Israelit · 1904-01-28 · Heft 8 (28.1.1904) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 8 (28.1.1904)
Date
1904-01-28
Page
– (sequence 20)
Language
German
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172 eS so oft und gerne geschieht, ausschließlich dem Religionslehrer zur Last gelegt werden darf, denn es ist auch daS HauS zum großen Thrile schuld daran, wenn die Schule hier keinen Rückhalt findet. Jedenfalls können die Schüler umsomehr gefordert werden, je bester ste vorbereitet find. Abgesehen über-diese Klage über zuweilen mangelhafte Vorbereitung für den Eintritt in die Anstalt erklärt der Vorstand die Pflicht der Berichterstattung über das verfloffene Schuljahr für eine angenehme. Fleißige zielbewußte Arbeit bei Lehrern und Schülern ist von schönen Erfolgen gekrönt worden. Das Schuljahr wurde am 29. Oktober 1902 in üblicher Weise durch Ansprache und Gesang eingeleitet und in gleicher Weise am 1. September 1903 geschlossen. Die Gesundheitsverhaltniste waren bei Lehrern und Schülern die denkbar besten. Der Vorstand war im Januar von der H. K. Regierung auf 14 Tage beurlaubt,- ein Anstaltslehrer mußte leider wegen Trauerfalles den Unterricht eine Woche aussetzen. Unterricht fiel jedoch nicht aus, da die übrigen Lehrer in danken swerther Weise vertretungsweise die betr. Stunden übernahmen. Am 8. November 1902 beehrten der Königl. Bezirksamtmann, Herr N e u b e r t von Hofheim, und der Königl. Bezirksarzt die Schule mit ihrem Besuche, nahmen mit großem Interesse Einsicht von deren Einrichtungen und Sammlungen und äußerten sich sehr anerkennend über das Gesehene. Die allerhöchsten Geburts- und Namensfeste wurden in der üblichen Weise begangen und die Festrede am 1. .November in der Synagoge, am 12. März in der Nnsttlt gehalten. Ein größerer Ausflug wurde im abgelaufenen Jahre nicht unternommen, dagegen häufig Ausflüge und Spaziergänge in die Umgegend gemacht. Die Schlußprüfung wurde in ihrem schriftlichen Theil am 3. und 4. August, in ihrem mündlichen Theile am 20. desselben Monats abgehalten. Sämmtliche 6 Prüflinge bestanden, den meisten konnte ein Theil der mündlichen Prüfung sogar erlassen werden. Diese 8 Absolventen traten alle in das jüdische Lehrerseminar zu Würzburg ein, während 2 Schüler des Oberkurses schon im Frühjahre in das israelitische Seminar zu Kassel Aufnahme gefunden hatten. Als Regierungskommissar bei beregter Prüfung war von der Kgl. Regierung in Würzburg der Vorstand des dortigen Kgl. Schullehrerseminars. Kgl. Seminardirektor Herr Königbauer entsandt worden; mit ihm war der Leiter des Mischen Seminars zu Würzburg, Herr Distriktsrabbiner Nathan Bamberger, erschienen. Dem nunmehr in den Ruhestand getretenen Kreisschulinspektor Herrn Dr. Weber, der früher stets als Regierungskommiffär fungirte, wird für stets bewiesenes Wohlwollen gedankt. Die Schule sah sich veranlaßt, ein durch Todesfall frei gewordenes, angrenzendes Grundstück zu erwerben, einerseits 0 üüs nothwendig werdender Erweiterung, dann auch, um. zu verhüten, daß durch andere Erwerbe >?S Grundstückes betriebsstörende Anlagen, Werkstätten etc. dort errichtet würden. Der Kostenaufwand von 1600 Mk. für diesen Zweck gestaltete natürlich den Rechnungsabschluß weniger günstiger als in den Vorjahren, immerhin ist er befriedigend. Das Königl. Bayrische Staatsminiflerium hat wiederum eine Unterstützung für einige in Bayern beheimatete Schüler gewährt, zahlreiche Gemeinden, Vereine, Stiftungen und Private haben ihr Wohlwollen bewiesen. Zwar hat die Summe der Legate nicht die Höhr des Vorjahres erreicht, doch kann erfreulicherweise mitgetheilt werden, daß ein, während des Jahres dahingeschiedener Gönner letzwillig ein ansehnliches Kapital der Schule vermachte, so daß die Zinsen den früheren jährlichen Beitrag wesentlich übersteigen werden.' Möge dies Beispiel Nachahmung finden, möge überhaupt die Anstalt stets vom Wohlwollen unserer Freunde und Brüder getragen werden, möge auch Gottes Segen stets auf ihr ruhen, auf daß ste ihre hohe und heilige Aufgabe zu lösen vermöge: „Männer heranzubrlden, die mit den erforderlichen Kenntnissen ausgestattet, als begeisterte Anhänger ihres Glaubens und treue Söhne des Vaterlandes sich bemühen, zum Segen der Gefammtheit zu wirken.* Die Verwaltung des Talmud-Thora-VereinS besteht außer dem Berichterstatter, Distrikts-Rabbiner Dr. Cohn, noch aus den Herren: U l l m a n n und Neumann - Burgpreppach, R e u 3 - Hofheim und Stern- Aidhausen. Als Lehrer wirken außer dem Berichterstatter die Präparandenlehrer Neumann, Braunold und > Ochsenmann, sowie die Mustklehrer Deitzenb e r g e r und M e i s n e r. An Stiftungen (Kapitalzuwendungen) gingen 900 Mk. ein. Beitrage und Spenden beliefen sich auf 8770.64 Mk. Für Lehrergehälter und Pensionen wurden ca. 7000 Mk. verausgabt. Der Penfionsfond, dem wieder wie alljährlich 100 Mk. überwiesen wurden, beziffert nun 9000 M?.; das Gesammtvermogen einschließlich deS Pensionsfonds 81,148.18 Mk. —M.— Vsrmischtes. Deuthen, 18. Januar. Dr. Siegfried Galliner, der als zweiter Uiabdiner hkenger Synagogen-Gemeinde gewählt wurde, trat am 11. d. M. sein ncues Amt an. Die feiet* liche Einführung in daSstlbe, erfolgte am 14. d. M. im Beisein deS Vorstandes, der Repräsentanten und deS Rabbiners Dr. Kopfstein.

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