Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 7 (25.1.1904)
- Date
- 1904-01-25
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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144 : Wurde, als Herr von Liebermann immer wieder sprach, sehr, stark und es herrscht wohl kein Zweifel darüber, daß die Antisemiten , mit ihrem Vorstoß gegen den ehe- ‘ maligen Gesinnungsgenossen.nach dem Urtheil des ."ganzen Hauses schlecht angeschnitten haben. : Friedrichstadt, 20. Jan. Die hiesige israelitische /Gemeinde, die seit dem im Jahre 1886 erfolgten Tode Udes Lehrers ihre Kinder die lutherische Schule gegen ein. 7, Entgelt-von 80 Mk. für das Kind und das Jahr hat Hsuchm lassen^ hat den Beschluß gefaßt, zum 1. April b, J.wieder eine eigene Schule zu errichten und ist in . , dieser Angelegenheit bei der König!. Regierung vor- _ stellig. geworden. Die israelitische Gemeinde zählt " gegenwärtig 28 Familien. Die Seelenzahl betrug bei . .de; .letzten, Volkszählung im Jahre 1900 109, vor etwa V'5t» Jahren aber 422. Die Städte Friedrichfladt, Rendsburg und Altona waren früher sogenannte Freisiädte in. den Herzogthümern und zur Zeit der dänischen Regierung durften sich andere Religionsgemeinschaften . nur in diesen Orten niederlassen. Bei dem Uebergange 7 an Preußen trat Freizügigkeit ein, weshalb zahlreiche -Israeliten seit dieser Zeit unseren Ort verlassen haben. . Hieraus erklärt sich, die starke Abnahme der Seelenzahl ..dieser Gemeinde. _ Emden, 19. Jan. (Israelitisches Waise n ha u s.) Voraussichtlich wird im Laufe des - .nächsten Jahres seitens des Vereins zur Unterstützung und Erziehung armer und verwaister Kinder im , Landrabbinatsbezirk Emden ein eigenes Waisenhaus .. erbaut. . Für diesen Zweck ist bereits ein sehr günstig gelegenes Grundstück erworben worden, das einen Werth von. 10,794 Mark repräsentirt. Für den Bau , des Hauses ist der Betrag von rund 60,000 Mk. ausgeworfen. Dank der. edlen Hingabe und dem rastlosen Strehen des Herrn Landrabbiners Dr Löb Hierselbst ist das Vereinsvermögen auf 81,639.90 angewachsen. Der Name des Herrn Dr. Löb, des Vorsitzenden des . .genannten Vereins, wird auf das engste mit dem neuzuerrichtenden Waisenhaus verknüpft sein, denn er war es, der es vermöge seiner aufopfernden Thätigkeit : ermöglichte, .daß das Projekt seiner Verwirklichung nahe gerückt ist. Um den Betriebfonds zu erhöhen, -.wurde in der.am 18. November v. Js. stattgefundenen Generalversammlung beschlossen, für 20,000 Mk. zinsfreie Antheilscheine zu 100 je Mk. auszugeben, und von diesen: alljährlich eine entsprechnede Anzahl zur Zurückzahlung zu verloosem H. mehr hat sich ein anderer Professor der Nationalökonomie, Herr Torgu Radu, zu der Frage in bemerkenswerter Weife geäußert. Es gibt viele Nationalökonomen,' meinte Herr Radu, die mit anscheinend triftigen Gründen behaupten, daß die Juden sich nicht affimiliren können. Meine Ueberzeugung ist. daß die Juden bei guter Behandlung sich leicht assimiliren, daß sie aber ihre Reihen schließen und sich einer Assimilation widersetzen, wenn man ihnen Hindernisse in den Weg legt. Diesbezüglich bilden die Juden keine Ausnahme von der allgemeinen Regel. Zwischen Rumänen und Juden besteht kein Haß. Die Argumente, welche angeführt werden ,um einen solchen Haß nachzuweisen, sind von anderswo hierher emgeführt worden. Bei uns waren die Beziehungen zwischen Juden und Christen immer gute, insbesondere waren die Beziehungen zwischen Juden und Bauern geradezu glänzend. Professor Radu hat sich diese Ueberzeugung aus eigener Erfahrung gebildet und — wie er sagt — erklären es die Bauern rund heraus. Sie - bedauern das Verschwinden des Juden aus dem Dorfe, da sie mit ihm ihre kleinen Geschäfte gut abzuschlietzen pflegten und mit ihm im besten Einvernehmen lebten. Im allgemeinen war der Jude auf den Dörfern ein wichtiger ökonomischer Faktor und sein Fehlen macht sich immer mehr fühlbar. Bezüglich der Militärdienstfrage äußerte sich Professor Radu wie folgt: Wenn man die Hindernisse sieht, die im deutschen und österreichischen Heere den Juden in den Weg gelegt werden, so ist es leicht, den Schluß zu ziehen, daß es unstatthaft sei, Juden im Heere aufzunehmen. Ich verabscheue aber diese Argumentation. Im Gegentheil glaube ich. daß jeder Einheimische der Militärpflicht Nachkommen muß. und daß gerade die Armee ein starker Assimilationsfaktor ist. Bezüglich des berüchtigten Art. 7 der Verfassung meinte der Jaffyer Professor: „Ich habe meine Meinung bereits dahin geäußert und wiederhole dies auch jetzt, daß die Frage der einheimischen Juden, je eher desto besser, gelöst werden mutz. Die Verschleppung dieser Frage in der heutigen Situation ist eine wirkliche Gefahr, denn sie lähmt unsere ganze ökonomische und finanzielle Thätigkeit. Die Lösung der Judenfrage bedeutet einen Riesenschritt nach vorwärts und die Sicherung des ökonomischen Fortschrittes des Landes." Herr Professor Torgu Radu gab diese Erklärung dem Jaffyer Korrespondenten des „Adevrrul" und fügte hinzu, er werde diese seine Meinung vom Katheder lehren. Daß gerade in Jassy, der viel verrufenen Juden- und Antisemitenstadl, zwei der hervorragendsten Professoren solche Ansichten vertreten und ihren Schülern einflößen möchten, ist erfreulich, aber auch bezeichnend. -——-;-u-.•> .io. R u m a n i .en. Bukarest, 14. Jan... An der '* Jaffyer Universität Midurch.diL;Vorle.sung des Herrn Matei Cantacuzino ^ine-.DchattLpmberilriL Judenfrage r entfachte worden., , Der berüchtigLr. Judrstfressers.und ProfessorrdsriWatior-;! jbnj .nalökonomie A. C. Cuza hat - vom Katheder herab' die ' T Lj‘; - . . , . - . - &YIhre Wef'A'eKstndrriiKÄ 'MWhÄßWd Meinungen des Herrn Cantacuzmo bekämpft und nun- 7052 dankend erhalten. ' - ir" ’tnr.m