Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 6 (21.1.1904)
- Date
- 1904-01-21
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
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45. Jahrgang. jri P’P’-nb jisc3 pr jurot on cn cn«fo Ende Tedeth und Anfangs Schebath — genau eine Woche von einander getrennt — begeht Frankfurt, sowie die ganze Judenheit die Jahrz«tstage von zwei Männern, welche zn den größten unserer Zeit zählten. Am B*ömjcBr3 wurde unser großer Rabbiner Hirsch s. A. — der eifrigste Wieder-Erwecker und Verfechter des orthodoxen Judentums — heimgerufen, am 5. trenn v2L> war das Ziel erreicht für den nach jeder Hinstcht „Großen* iran ppcer n*nc. Baron Wilhelm von Rothschild s. A. Schriftliche Aufzeichnungen über Israels große Männer können, trotzdem solche in großer Zahl vorhanden. nur einen weitaus kleinsten Theil ihres Wirkens künden; als beispielgebend für Mit- und Nachwelt sind jedoch auch solche Notizen werthvoll, welche, über die jüdisch-religiöse Wirksamkeit, bei Gelegenheit ihrer Jahrzeitstagr in Erinnerung gebracht werden und im Großen und Ganzen nur Wenigen bekannt find. Ueber das Leben Rabbiner Hirsch's s. A. — über seine Worte und Schriften in Und für Haus. Schule und Gemeinde, über seine Kämpfe und Errungenschaften speziell für die Israelitische Religionsgesellschaft in Frankfurt a. M. und von da ans für die ganze orthodoxe jüdische Welt — bie§ Alles wurde laugst in vielen Schriften erörtert, so daß selbst seine Schüler — zu welchen zu zählen Einsender dieser Erinnerungen das große Glück hatte — kaum mehr Neues bringen können. Anders verhält es fich mit dem Leben Baron Wilhelm v. Rothschilds s. A., welcher, selbst ein großer Ben Thora, einen großen Thei! seines Thora-Lernens in Lern-Schiurim bei Rabbiner Salomo» Posen s. A. und Rabbiner Fromm f. A. vornahm. Auch von ihm ist weithin bekannt die Bethatigung bei» Satzes, welchen unser großer Rabbiner auf unsere Schuljahre schrieb: px *pi qy smn no*>n w, weniger jedoch dürste die gottesfürchtige Art bekannt sein, mit welcher er unsert göttl. Gesetze zur Ausführung brachte. Betrachten wir ihn im Geiste bei seinem Eintritt in die Synagoge: Es war die Verkörperung des Satzes rra "fm opSx rrcz. Mit gebeugtem Haupte betritt er daS BethauS; drei bis vier Mal »vergießt er seine Hände vor Anfang und ebenso während des Gebets von Zeit zu Zeit. Er beginnt mtt lauter Sümme. wie er überhaupt bis , kurze Zeit vor seinem Heimgang mit Ausnahme von vniz ribar, Alles laut betete, die erste und zweite .iViv von vzsv ntfnp. Die Deutlichkeit seiner Betonung dieser nrons, wie überhaupt alle Theile feines Gebetes und die große rue können kaum übertroffen werden. Findet der Beginn seines Gebetes frühzeitig statt, wie zur Zeit, da er noch der kraftvolle Mann und nicht selten früher zur Stelle war, als andere jüngere Leute, dann begann er mit dem nbvt pix -Gebet. Wer den großen, wahrhaft reichen Mann die rzv bv mScr wie die nwps mit gleich großer Andacht beten hörte, die beispielsweise begeisterte Aussprache der Worte 1,22.11 mewn, mußte unwillkürlich selbst von Begeisterung erfüllt werden. . Hatte er sich verspätet, so legte er sofort p^en, wdo an, betete to«b> -jra bis zu mnarni bbriv ■fra, bis *p2: ntnpa 'x iWr». sodann, um seine Mitbeter nicht rrnsa zu sein, betete er gemeinsam mit denselben von rnnp' an bis zu Ende. (Früher hatte er an Wochentagen alle nibv?. selbst vorgebetet.) Bevor er jedoch nach Beendigung des Gottesdienstes zur Nachholung der übrigen Gebete schritt, sah er sich um, ob nicht vielleicht ein Bittsteller gegenwärtig sei, welcher ihn ansprechen wollte, damit derselbe nicht zu lange zu warten brauchte. Er hörte in diesem Falle denselben mit einer Bescheidenheit an — ob es ein großer Rabbiner oder ein geringer Mann war — welche man sich zum Beispiel nehmen konnte. Um seine Minjan-Nngestellten nicht zuviel zu bemühen, hielt er den Morgengottesdienst stets — mit Ausnahme von nnm: tnr — in seiner dazu eingerichteten Synagoge in der Bockenheimer Landstraße ab und noch im hohen Alter legte er zu diesem Zweck den weiten Weg von seinem Schloß „Grüncburg" bis zur Synagoge selbst bei größtem Univetter, an zw rnra»1. rreiv selbstverständlich ohne Schirm, zu Fuß zurück, ohne Rücksicht auf sein hohes Alter zu nehmen, wie er es sich auch nicht nehmen ließ, bis in seine letzten Tage, alle 2'iwn zu fasten. Das Mincha-Gebet hielt er an Wochentagen täglich in seinem Büreau ab. An p «w konnte man an seinen Gebeten den na» :r<s\ Heraushoren. Nach Schluß des Freitags- und Schabbos-Gottesdienstes konnte ihm kein Anderer mit dem rc& kr:-Gruß zuvorkommen. Nor Beginn des rcr nwv -Gottesdienstes befrug er seinen Diener regelmäßig nach der Richtigkeit der Uhr und war ängstlich bemüht, den Sabbat-Ausgang um keine Sekunde zu verfrühen. Seine Nosch-Haschonoh und Jom Kippur-Feier war in jeder Hinsicht ergreifend. Noch bis vor wenigen Jahren betete er sämmtliche.nr* nnve»-Gebete unter anhaltender Beugung seines Körpers. Nach dem