Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 5 (18.1.1904)
- Date
- 1904-01-18
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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U \ |/1 ür das t ml) UtthodoLe Mu-eirthunÄI .ii j" . «ft n *v r l«r. L IS. Ja«. I904.J WM aj.iMi.its Mrv Muse. Zeitgemälde von jf. I. KraszewsKL tu autorisirter Übertragung. 56J „Jwas! Nimm Dich zusammen. Komm' doch zu Dir. Sprich! Kann ich vielleicht etwas für Dich thun?" „Du? Für mich? Gib mir Waffen, Waffen, Waffen! Und Arme, Arme! Und ein Geschütz! Nur ein Geschütz!" „Mein Theuerster! Du vergißt ganz, daß Du verwundet, gefangen, in den Händen der Russen bist, daß Deine Augenblicke gezahlt sind!" „Allerdings! Ja! Ich erinnere mich! Ja! Ich weiß! Wir schlugen uns! Wir wurden versprengt! Im Walde! Ich wurde schwer verwundet! Aber wo bin ich denn hier? Es ist ja so finster! Im Spital? Im Kerker? Oder im Grabe? Warum bedeckte man mich nicht besser mit Erde?" „Ich kann Dich nicht retten!" sprach Jakob blutenden Herzens! „Du bist im Gefängniß, — verurtheilt! Aber sage mir doch, was konnte ich noch für Dich thun? Sprich! Soll ich vielleicht Jemand noch etwas sagen?" Die Stimme versagte ihm. Jwas schien nachzudenken. Er stützte sich auf den Ellbogen und sprach dann: „Ich weiß! Ich weiß! So ist es! Ich hatte abscheuliche Träume: Morgen wollen sie mich hängen! Ich hörte es. Die Kosaken schwatzten davon! Aber das ist mir ganz einerlei! Was kann mir das schaden? Ich komme doch wieder auf die Welt! In einem Hundesell! Dann werd' ich sie beißen! Towianski bürgt ja für eine Metamorphose! Das steht ganz fest! Denn Towianski ist ja der Herrgott in Zürich! Es ist nur gut, daß es wenigstens da noch so eine Art Herrgott gibt, denn auf der Welt gibt es ja Keinen mehr! Wo Er steckt, weiß man nicht! Man sagt. Er habe sich aus Furcht vor den Russen irgendwo verborgen ..." Jakob hörte dies mit Entsetzen, fast weinend mit an und sprach: „Mein Jwas! Deine letzten Befehle sollen mir heilig sein! Ich werde sie erfüllen! Leider kann ich nur dies!" „Meine Befehle?" unterbrach ihn Jwas. „Sie lauten: Auf! In den Kampf auf Leben oder Tod! Das sind meine Befehle! Aber der Kampf ist ja schon; vorbei! Schlugen sich die Unseren gut? He? Sind sie gefallen? Alle? Alle? Warum fiel auch ich nicht von vornherein? Brr! An den Galgen! Ja! Man sagte mir schon davon! Und von dem schönen, neuen Hanfstrick! Es soll ein ganz leichter Tod sein! Er . kratzt nur etwas wie starker, türkischer Tabak! Haben sie Dich noch niemals gehängt, Patriarch Jakob? Auch nicht, als Du noch in Deiner ersten Haut warst, nach Towianski? Nein! Ich werde jetzt auch zum ersten Male gehängt! Ich habe darin also nicht die mindeste' Erfahrung. Aber ich werde mich ganz verständig be- . nehmen!" . . , , „Jwas, Du hast vielleicht noch Verwandte, Freunde, Brüder? Sprich!"