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Der Israelit · 1904-01-18 · Heft 5 (18.1.1904) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 5 (18.1.1904)
Date
1904-01-18
Page
– (sequence 12)
Language
German
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SS den Prozeß machen konnte. Jede Anzeige eines Gen?' darms, jede noch so vage Denunziation eines Christen gegen einen Juden genügt dem Untersuchungsrichter, um gegen den denunzirten Juden einen Verhaftsbefehl zu erlaffen. Dagegen wird jede Anzeige eines Juden gegen die Plünderer und Mörder vom 2. September v. I. von vornherein als erlogen angesehen, der betreffende Jude ausgeschrieben und bedroht. Um aber die Juden noch mehr, einzuschüchtern und sie vor weiteren Anzeigen abzuschrecken, sind in der letzten Woche bei zahlreichen hochangesehenen Homeler Juden Haussuchungen vorgenommen worden. Unter andern wurden Haussuchungen abgehalten beim Rabbiner, dem Bankier Lurje, dem Fabrikanten Wittenberg, sowie bei den Aerzten Bruck und Salkind. Letzterer ist Vorsitzender des Vereins zur Unterstützung armer Homeler Juden, durch dessen Hand alle nach Homel geschickten Gelder zur Unterstützung der vom Krawalle geschädigten Glaubensgenossen gingen. Die bei diesem Manne, der politisch absolut unverdächtig ist, vorgenommene Haussuchung hat in Homel eine wahre Panik hcrvorgerufen. Die Juden wagen es nicht mehr, einen Plünderer anzuzeigen, aus Furcht, von den Behörden selber in einen Prozeß verwickelt zu werden. Kein Jude in Homel kann jetzt sicher sagen, ob er am morgigen Tage sich noch auf freiem Fuße befinden werde. F. Odessa. (Die Juden auf dem flachen Lande.) Die Bemühungen zahlreicher Gutsbesitzer und Bauerngemeinden des Gouvernements Taurien, den Juden das Wohnen auf dem flachen Lande wieder zu ermöglichen, ist um einen eklatanten Fall vermehrt worden. Frau Falz-Fein, Besitzerin des Hafenplatzes „Charly", hat dem Gouverneur von Taurien eine Bittschrift überreicht, den Juden das dauernde Wohnrecht in Charly zu gewähren. Zur Begründung ihres Gesuches weist Frau Falz-Fein auf das rapide Wachsthum des Hafens hin, der bereits von fremden Dampfern besucht wird. Mit dem-Einzüge der Juden in Charly würde bald der gesammte Getreideverkehr seinen Weg über diesen jungen Hafenplatz nehmen, wodurch der ländlichen Bevölkerung der ganzen Umgebung enorme Vortheile erwachsen würden. Auch der Provinziallandtag des Gouvernement Taurien hat sich mit der Ausdehnung des jüdischen Wohn, rechts noch einmal befaßt. Der bereits vor kurzem angenommene Antrag bei der Regierung um die Zulassung der Juden zum Wohnen auf dem flachen Lande vorstellig zu werden, wurde jetzt auf Anregung des Vorsitzenden Koltschanow dahin ergänzt, daß die Regierung in zweiter Reihe ersucht werde, im Falle die Gewährung des.Wohnrechts in den Dörfern des ges a m in t e n Gouvernements Taurien sich als zur Zeit unmöglich erweisen sollte, den Juden wenigstens das Recht zu gewahren, in den wichtigsten und verkehrsreichsten Dörfern zu wohnen. Das Amendement beruht zweifellos auf einer privaten Uebereinkunst mit dem Gouvernement von Taurien. welcher sich dem Vorsitzenden des Landtages gegenüber bereit erklärt hat, den Antrag in feiner neuen Gestalt bei der Zentralregierung zu befürworten. «?cr soualien. Gemen (Wests.), 17. Jan. Das zu unserer Gemeinde gehörende Ehepaar L. L. L a n d a u in Rarnsdors feiert am 20. d. Mts. das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar begeht den Tag im Kreise seiner Kinder und Enkel in bewunderungswerther körperlicher und geistiger Frische; sehen wir doch den Jubelgreis allsabbatlich im Gotteshause, trotzdem er einen vier Kilometer weiten Weg zu machen hat. Möge der Allgütige auch ferner dieses Paar beschützen. E. L—n. Letzte Nachrichte». Könitz, 18. Jan. Heute begann die Schwurgerichts - Verhandlung gegen den Schlossermeister Hahn und den Nachtwächter B e r.g i n wegen tödtlicher Mißhandlung eines jüdischen Schriftsetzers im Dorfe Siegers anläßlich des Winter'schen Mordes. vermischtes. Newyork. Der Präsident der Gesellschalt Bnai Brith, Leo Leoi, der Verfasser der Kischinewcr Petition, ist gestorben. Präsident Roosevelt hat der Wittwe sein Beileid ausdrücken lassen. - Preßburg» 18. Tbewet. Der hier gebürtige und wohnhafte -OO"n pw n v'di?run pwn mn der schon seit langen Jahren als Vereinsrabbiner bier min pTTD, ist zum der Gemeinde Karlburg (Comstat Preß bürg) erwählt worden. Chicago. (Zum Chicago er Theaterbrand-. Die Feuersbrunst i.i Chicago hat wenigstens insofern Heilsames im Gefolge gehabt, als jetzt auch andere öffentliche Lokalitäten auf das genaueste nach ihrer Feuersicherheit untersucht und eventuell geschlossen werden. So meldet ein Spezial-Kabeltelegramm aus Chicago: Fünfzehn Kirchen und eine Synagoge sind wegen ungenügcudcr- Fcuersichcrheit geschloffen worden.__‘ Mein WäschebuÄ. Übersichten und Schmttmutterbogen. Serausgegeben von Iran Martda Schneeweiß. Preis 2 M. Verlag von Robert Schneeweiß Berlin w. 30. Kikenacherstr. 5. — Die Wäsche. Liesen größten Stotz und die größte Plage der sorgsamen Hausfrau, ibre Anfertigung. Behandlung. Aufbewahrung und alle auf die Wäsche bezüglich« Verrichtungen behandelt oben genanntes Buch, das in geschmackvollem Enwande vor uns liegt. Mit seinem vielseitigen Inhalt wird dieses Buch wohl berufen sein, s« mancher fleißigen Hausfrau und Haustochter in ihrem Bemühen um die Anfertigung. Reinigung und Instandhaltung des WäschevorrathS die zweckmSHgste Anleitung zu gebem Sehr erwünschte und wirksame Unterstützung ae» wäbren hierbei die dem Buche beigeaebenen Naturgrößen Schnitt»' mutter und die mannigfachen praktischen und zweckdienlichen Rathschlüge. Außerdem enthält es zahlreiche beherzigeuswerthe SBmfe' über Behandlung und Aufbewahrung der Wasche und über die - verschiedenen Waschmethoden. — Wie viele Hände werden wohl

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