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Der Israelit · 1904-01-18 · Heft 5 (18.1.1904) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 5 (18.1.1904)
Date
1904-01-18
Page
– (sequence 9)
Language
German
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4L Jahrgang. eilage zu jr* 5 Der soeben zur Veröffentlichung gelangte Jahres-! bericht des Lehrerverbandes würde mit der Aufführung feiner zahlreichen Arbeitskommissionen einen guten Eindruck gemacht haben, wenn die Erinnerung an die Leistungen dieser Kommissionen das Gefühl in dem gleichen Stande zu erhalten vermocht hatte. Wir wollen heute auf die Thätigkeit dieser Kommissionen nicht weiter eingrhen, sondern nur das Eine hier für sie alle aussprechen: Es wird bei dem, was sie zu leisten haben, weniger auf eine schnelle Arbeit antommen. als darauf, daß sie uns praktische Resultate ihrer Thätigkeit in gereifter, kritisch abgewogener Form zu bieten wissen. Unser besonderes Interesse beim Lesen des Verbands-Jahresberichtes wendete sich, wie leicht erklärlich, den Mittheilungen über die Thätigkeit des Verbandes für unser Versorgungswesen zu. Der Bericht spricht da zuerst von der Entwickelung, welche die Berbands-Pensionskasse (V. P. K.) im letzten Jahre gewonnen hat. Die Mitgliedszahl derselben ist im vergangenen Jahre um ganze drei Personen gestiegen, von denen nur eine in die für die Betrachtung maßgebende Versicherungskasse neu ausgenommen wurde. Die Kasse zählt nunmehr 9 Mitglieder in ihrer Hauptkasse und 10 Mitglieder in der Nebenkasse (Hilfskasse). Vielleicht finden sich doch noch Leute, die solches Wirken der V. P. K. als für die gefa'mmte Lehrerschaft bedeutsam bezeichnen möchten. Wir wollen heute mit ihnen nicht rechten, da wir die Mittheilung haben, daß sich der Verbands-Vorstand demnächst mit den Verhältnissen der Kasse und den rechtlichen Folgen für dieselbe aus dem Beschlüsse der letzten Delegirten-Versammlung naher beschäftigen wird, und wir die Hoffnung hegen, daß wir bald neuen Zeiten mit der V. P. K. entgehn gehen werden. Eine Bemerkung zu dieser Sache können wir aber doch nicht unterdrücken. Wir finden es auffällig, daß unter den bedeutsamen Ereignissen, die mit der V. P. K. in Beziehung stehen, der Beschluß des Kuratoriums bezüglich der Resolution des letzten Delegirtentages und ebenso die von den verschiedenen Vereinen dagegen erhobenen Einwande hier gar nicht erwähnt werden, geschweige denn, daß man gezeigt hätte, daß diese bemerkenswerthen Kundgebungen auch bisher schon an dem Ohre des Verbands-Vorstandes nicht eindruckslos vorüber gegangen sink Das sieht doch fast wie eine Vertuschung bedeutsamer Vorgänge im Leben der V. P. K. aus, unter dss --Israelit". derem Eindrücke die Lehrerschaft noch heute steht , und die weiten Kreise derselben als das wesentlichste Hemmniß zur Erreichung besserer Verhältnisse in unserem Versorgungswesen erscheinen. Wir müssen eine solche Berichterstattung nachdrücklich tadeln. - Es war aber doch ein anderes, was uns zu den vorliegenden Auslassungen die eigentliche Veranlassung gegeben. Wir lesen da am Ende desselben Abschnittes, der von der V. P. K. handelt, den Satz: „Mit lebhafttem Interesse verfolgt der Verbands-Vorstand auch die Entwickelung der in den einzelnen Provinzen bestehenden Hilfskassen und hofft, daß sowohl die Verbands- Pensiions-Kasse, als auch diese Hilfskassen immer mehr Gönner finden werden." Solch ein Wort des Interesses für unsere Hilfskassen haben wir aus dem Munde des Verbands-Vorstandes schon lange nicht gehört. Bisher galt der Verbandsleitung immer als einziges oder doch vornehmstes Verbandswirken für eine Förderung unseres Lehrer- Versorgungswesen das uneingeschränkte Eintreten für die Interessen der sogenannten V. P. K. Die provinzialen Hilfskassen waren für den Verbands-Vorstand dagegen so gut. wie nicht vorhanden. Wir freuen uns, daß nun wieder eine neue Gesinnung beim Verbands-Vorstand sich Bahn zu brechen beginnt, die unsere Provinzialkassen als etwas Werthvolleres ansieht, und wir wünschen, daß man dort bald wieder zu der Einsicht zurückkehren möchte, daß unsere provinzialen Hilfskassen, trotz allem, was man gegen, sie aufzuführen vermöchte, doch immer noch unsere wich-. tigsten Versorgungsinstitutionen und die eigentlichen Träger unseres jüdischen Lehrer-Versorgungswesens sind, und, wie wir meinen, auch noch lange bleiben werden. Wenn solche Anschauungen erst wieder an leitender Stelle festen Fuß gefaßt haben werden, dann wird man sich wohl auch dort zu den Grundsätzen bekennen, die uns bei der Bethätigung unseres Versorgungs-Interesses stets die maßgebenden gewesen, und die wir in die Worte zusammenfassen möchten: „Alle Förderung unseres Versorgungswesens hat von unseren Hilfskasscn auszugehen. Jede Reue-, rung aus diesem Gebiete hat sich den bestehenden Kassenelnrichtungen anzupassen und hat ihr Ziel darin zu süchen, eine Verbesserung, Ausgestaltung urib^ Erhöhung der Wirksamkeit unserer Hilfskassen her-... beizuführen." , - * . Das sind Grundsätze, die sich aus der historischen '' Entwickelung unseres jüdischen Lehrer-Versorgungswesens für uns von selber ergeben haben, und die sich u. M. n. nicht ändern können, so lange die allgemeinen

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