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Der Israelit · 1904-01-14 · Heft 4 (14.1.1904) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 4 (14.1.1904)
Date
1904-01-14
Page
– (sequence 7)
Language
German
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67 Gemeindemitglied, als Freund des Friedens, der Armen, der bereit sei, nicht nur die Armen des engeren Heimathlandes mit seinen Mitteln zu unterstützen, sondern sich an jeder Sammlung der Glaubensgenossen im Osten betheilige. Wir schließen unseren Bericht, indem wir dem verehrten Paare auch weiterhin einen vergnügten Lebensabend wünschen. M. K. FerrLllet»«. Wahrheit und Wichtung. Von Friedrich Rsti. Die Kinder konnten die große, schmerzliche Erregung des -Vaters nicht begreifen, ste halfen freudig mit, kleinere Gegenstände hinunter zu tragen, und wären dabei am liebsten gesprungen und hätten gejubelt; doch als ste den Vater weinen sahen, schlichen sie bestürzt von dannen. Dem Zureden seiner Frau gelang es jedoch, ihn allmählich zu beruhigen, indem ste ihn erinnerte, daß ste allem Anscheine nach ja doch einer besseren Zukunft entgegen gingen. Als dann aber die Effekten verladen waren und die Freunde nun kamen, den Leidenden selbst hinunterzutragen in den weich gepolsterten Wagen, der bereits seiner harrte, da hätte er beinahe abermals seine Fassung verloren, nur die vereinten Vorstellungen seiner Frau und seiner Freunde verliehen ihm die Macht, den abermaligen Ausbruch seiner Gefühle zurückzuhalten . Aber in seinem bleichen Gestchtr zuckte es unablässig, während er die theilnahmsvollen Grüße und Wünsche der vor seinem Hause versammelten Freunde erwiderte. Vorsichtig ward er in den Wagen gehoben und auf den breiten Rücksitz, auf den seine Frau noch einige Polster gelegt hatte, gebettet. Frau Müller und ihre beiden jüngeren Kinder nahmen den vorderen Sitz ein. während Max auf den Kutscherbock hinauskletterte und sich neben den Rosselenker setzte. Dann rollte der Wagen langsam davon, begleitet von den aufrichtigen Wünschen der ihm nachschauenden Freunde und Nachbarn. Die Kinder waren überglücklich, noch nie waren ste in einem solchen Wagen gefahren; es erschien wunderbar schön, wenn nur dir Fahrt viele Stunden dauern würde. Doch nach kaum einer halben Stunde hatten ste das Ziel derselben erreicht. Der Wagen hielt vor ihrem zukünftigen Heim, einem freundlichen, von Weinlaub umrankieu Nebengebäude des ziemlich großen Gutes. Frau Müller pochte das Herz, eS war doch eine ganze neue Aufgabe, die sie da übernommen hatte, wenn es ihx nur gelingen würde, den Erwartungen des Gutsbesitzers zu entsprechen. — Doch da war er ja selbst und trat mit freundlichem Gruße zum Wagen. .Seien Sie herzlichst willkommen. Frau Müller/ sagte er. indem er ihr die Hand zum Aufsteigen reichte, .und haben Sie Dank, für Ihre Pünktlichkeit/ .Dafür gebührt mir kein Dank/ erwiderte sie, .Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Fürsten, aber die Pflicht aller anderen/ .Gar so streng dürfen Sie es mit der Pflicht nicht nehmen." .Richt?" entgegnete ste, indem sie um sich blickte, .ich dachte. Sie hatten mir nur deßhalb Ihr Vertrauen geschenkt, weil Sie wissen, daß ich es streng nehme mit meiner Pflicht." .Das ist allerdings richtig, aber ich sagte auch nur nicht gar so streng, ich meinte, nicht iibermäßig streng. — Doch, was suchen Sie, Frau Müller?" .Ich möchte sehr bitten, mein Mann kann leider noch nicht gehen, wenn vielleicht einer oder noch besser zwei Ihrer Leute ihn aus dem Wagen heben und in's Haus tragen könnten —* .Gewiß, gewiß, dafür ist schon gesorgt. Sehen Sie. da kommen schon zwei handfeste Burschen mit einem Rollsessel, der ist noch von meinem seligen Vater, der viele Jahre gichtleidend war, die werden den Herr Müller schon leicht und sicher in's Haus befördern." Inzwischen waren auch die Kinder ansgestiegen und hatten nach Landessitte die Hand des Gutsherrn an ihre Lippen gezogen. Dieser nickte ihnen freundlich zu. .Ihr scheint recht brave Kinder zu sein, die Liesbcth hat drinnen Brod und Butter und Obst und Honig für Euch hingestellt, aber wenn Ihr wollt und wenn die Mutter es erlaubt, könnt Ihr Euch Obst auch selbst aus dem Gortcn holen, das schmeckt vielleicht noch besser." .Wir danken vielmals," sagte Max. .aber heute werden wir wohl keine Zeit haben, in den Garten ru gehen, heute werden wir der Mutter erst beim Auspacken helfen und dann alles in Ordnung bringen." .Recht so. mein Sohn, ich habe es euch gleich angesehen. daß Ihr brav seid, aber ich habe nicht nur von heute gesprochen, alle Tage könnt Ihr in den Garten und Euch Obst nehmen, so viel die Mutier erlaubt. — Aber da sind die Leute schon mit dem Rollsessel. Run gebet acht, Franz und Johann, vor allem schlaget das Wagendach zurück und dann hebet den armen? Mann heraus. Aber vorsichtig! Denn er ist sehr j krank gewesen." | Die Leute entsprachen der Weisung und hoben i mit größter Vorsicht den Leidenden'aus dem Wagen : in den Rohrsessel, der nun mit Leichtigkeit in das HauS

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