Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 4 (14.1.1904)
- Date
- 1904-01-14
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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66 haben die Ucberzeugung gewonnen, daß die Rabbiner- > kommiffion, die sich bereits als segensreiche Institution! bewährt hat, in absehbarer Zeit alle wahrhaften v' k/i ' und z^ziv zum Segen und zum Heile der deutschen orthodoxen Judenheib in sich vereinigen wird. Harnburg, 12. Jan. (Aus einer kleinen Garnison.) Das in unserer Nachbarstadt Wandsbeck in Garnison liegende K. Hannover'sche Husarenregiment (Königin Wilhelmina der Niederlande) feierte kürzlich sein hundertjähriges Jubiläuin, woran die ganze intelligente Bevölkerung und selbstverständlich auch die Geistlichkeit der verschiedenen Konfestionen regen Antheil genommen. Herr Rabbiner Bamberger daselbst, nahm in seiner am Schabbos Chanukah gehaltenen Festpredigt patriotische Veranlassung, dieser Jubiläumsfeier in dem paffenden Texte Tn-a ck '2 N23 nbi bv2 uv «Nicht Kraft, nicht Macht, sondern mit meinem Geiste" zu gedenken. Damit wies der Redner auf die von der Macht und Kraft des Kaisers und Reichs getragenen Friedensbestrebungen hin, die in dem Lande der Königin Wilhelmina in Gestalt des Haager Friedenskongresses zu positivem Ausdruck gelangte. Wir müssen uns darauf beschränken, nur den Hauptgedanken der Predigt hervorzuheben, die in ihrer Gesammtwirkung allgemeine Anerkennung und Beifall bei der zahlreich erschienenen Gemeinde gefunden. Auf geschehene Anregung wurde die vom patriotischen Geiste erfüllte Festrede in kalligraphischer Abschrift in einer herrlich ausgestatteten Mappe I. M. der holländischen Königin verehrt, warauf dieser Tage ein Cabinetschreiben eintraf, daß diese Widmung huldvollst entgegengenommen wurde und dem Autor der allerhöchste Dank ausgesprochen wird. Auch die Negimentsbehörde wünschte und erhielt eine Abschrift der Predigt, und nahm mit Interesse und ausgesprochener Anerkennung Kenntnitz von derselben. In der kleinen Garnison ist es erfreulich, wenn durch gegenseitige Pflege der Interessengemeinschaft sich angenehme Verhältnisse herausbilden, die antisemitischen Bestrebungen einzelner Uebclwollender den Zugang versperren. Köln, 12. Jan. Wir werden darauf aufmerksam gemacht, daß unsere jüngste Mittheilung, wonach nach Eingang des Hotel Mußkat dahier ein streng koscheres Restaurant nicht mehr existire, einer Berichtigung bedarf. Cs werde nämlich das Hotel Kaufmann. Besitzer Hermann Kaufmann, ebenfalls streng rituell geführt. Montabaur. Am 3. Januar c. feierte Herr Lehrer W a g s ch a l sein 25jähriges Ortsjubiläum. Bei dieser Gelegenheit zeigte es sich so recht, welcher Beliebheit sich der Jubilar bei seinen Vorgesetzten, seinen Kollegen und seiner Gemeinde erfreut. Der Gemeinde-Vorstand hat ihm ein ansehnliches Geldgeschenk überweisen lassen. Der Verein der isr. Lehrer im ehemaligen Herzogthum Nassau, dessen Vorstandsmitglied der Jubilar ist. ließ demselben durch eine Deputation, unter Führung des Herrn Vorsitzenden Obertantor N u ß b a u m - Wiesbaden, die herzlichsten Wünsche überbringen. Herr Nußbaum hob in kernigen Worten das rege Interesse, das der Jubilar stets dem Verein entgegengebracht, hervor, und daß bei allen Berathungen die Worte des Herrn Wagschal stets in die Wagschale fielen. Als Zeichen der Liebe und Hochachtung überreichte dann die Deputation einen prachtvollen silbernen Pokal mit entsprechender Widmung und ein Album mit den Photographien der Vereinsmitglieder. Auch die Herren Bezirksrabbiner im ehemaligen Herzogthum Nassau, Dr.Dr. Silberstein- Wiesbaden, Landau-Weilburg und Weingarten- Ems, ließen dem Jubilar durch Se. Ehrw. Herrn Bezirksrabbiner Dr. Weingarten - Ems, zu dessen Bezirk Montabaur gehört, die innigsten Glückwünsche übermitteln. Herr Dr. Weingarten hat in einer warm empfundenen Rede das verdienstvolle Wirken des Jubilars in Schule und Gemeinde geschildert. Sichtlich gerührt ob all der Ehrungen knüpfte der Jubilar an den Ausruf unseres Erzvaters Jakob onvnn ix ncsn bvvi Dankesworte. Ein solennes Mahl mit herrlichen Reden gewürzt, gab dem Jubelfest einen würdigen Abschluß. Ö. Höringhausen (Bez. Kassel), 3. Jan. (Verspätet.) Am 28. Dezember fand hier die goldene Hochzeit des weithin bekannten Abraham B i ck h a r d t 'schen Ehepaares unter großen Festlichkeiten statt. Um 10 Uhr überreichte der Ortsvorstand im Namen Sr. Majestät die Ehejubiläumsmedaille, worauf Herr Abraham Bickhardt eine Summe Geldes den Ortsarmen spendete. Nachdem nun die Gemeindemitglieder ihre Glückwünsche dargebracht hatten, las der jüngste Sohn des verehrten Jubelpaares, der in Gemeinschaft mit einem älteren Bruder ein Engrosgeschäft in Frankfurt a. M. besitzt, eine Unmenge Depeschen vor. Bei Beginn des nun folgenden Essens hielt Herr Abraham Bickhardt eine kurze Ansprache, in welcher er anknüpfend an die von Sr. Majestät verliehene Medaille über die Münze Abraham's sprach. Nun erhob sich Herr Dr. Munk und feierte in glänzender Weise das Jubelpaar. Redner bemerkte, daß die Worte des Jubilars c*x»n cm 2b.i brr cdjsj cbn je. «Worte sind, die wirklich aus dem innersten Herzen kamen und ihre Wirkung auf die Herzen der Zuhörer nicht verfehlt hätten. Dann führte Herr Dr. Munk aus, daß der Jubilar bekannt sei als hk-ito rrmm und seine Kinder in diesem Sinne auch erzogen habe, daß diese alle ohne Ausnahme echte Kinder Abrahams sind. Am Schluffe seiner Rede ertheilte Herr Dr. Munk dem Jubilar A. Bickhardt die Chower, eine Auszeichnung, die Herr Dr. Munk wahrend 27 Jahren nur zweimal verliehen hat. Gerührt von dieser Auszeichnung dankte Herr Emil Bickhardt aus Straßburg im Namen des Vaters. Hierauf feierte der Lehrer des hiesigen Ortes Herrn A. Bickhardt als