Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 3 (11.1.1904)
- Date
- 1904-01-11
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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52 Gutes zu üben und Armen hilfreich beizustehen« Ihrem Manne war sie eine treue Gattin, eine wahre brt nra die stets bestrebt war, diesem sein Heim glücklich zu ge- ' stalten. So gestaltete sich denn auch das Leichenbegängniß zu einer imposanten Trauerkundgebung. Zu demselben waten erschienen die Herren Oberrabbiner Dr. R. Ehrenfeld, Rabbiner Dr. Bondi, Deutsch, Fischer, Knöpfelmacher, Kisch und Reach, der Präsident der Kultusgemeinde-Repräsentanz Dr. A. Rosenbacher. Schriftsteller S. Kohn nebst zahlreichen Trauergästen, um der theuren Verblichenen die letzte Ehre zu erweisen. Wegen des herannahenden Rosch Chodesch konnte kein Hesped abgehalten werden. Kondolenzen waren von j Rah und Fern, darunter von Herrn Oberrabbiner Hirsch, Hamburg und zahlreichen anderen Persönlichkeiten eingelaufen. Möge Gott dem schwergeprüften Ehegatten Trost spenden und in seiner wahrhaft innigen Frömmigkeit den schweren Schicksalsschlag erleichtern. England. F. London. Der bestimmten Meldung der «Hazefira", wonach die, englische Regierung ihr Mr. Greenberg gemachtes Anerbieten, den Juden in Ostasrika ein Territorium zur Gründung eines „autonomen" Gemeinwesen zu überlassen, plötzlich zurückgezogen habe, ist vom Londoner „Jewish Chronikle" ein ebenso bestimmtes Dementi gefolgt. Sir Clement Hill, der im Namen des Lord Landsdowne an Mr. Greenberg den bekannten auf dem 6. Zionistenkongresse zur Verlesung gelangten Brief schrieb, theilt dem er- ' wähnten Blatte auf eine diesbezügliche Anfrage mit, daß die Angelegenheit seit dem Kongreß keine Aenderung erfahren bat. und daß die englische Regierung noch immer auf eine Antwort seitens der Zionisten wartet. In Bezug auf die in der Versammlung in Waarnoliffe Rooms am 2. Dezember von Sir Harry Johnston gemachte Mittheilung, die englische Regierung werde den Zionisten ein 2—300 englische Meilen von der Ngandabahn entferntes Gebiet anweisen, verwies' Sir Clement Hill einfach auf sein Schreiben an Mr. Greenberg. in dem über die Lage des zu überweisenden - Territorismus keine nähere Bestimmung getroffen wurde. . Merkwürdig bleibt diesem Dementi gegenüber die bestimmte Meldung der „Hazefirah." Ihr Herausgeber, Herr Rachum Solokow, gilt als unbedingter Anhänger Herzls, dem kein Geheimniß des Wiener Aktions- Komitees verborgen bleibt und der seine zionistischen Nachrichten aus erster Quelle schöpft. Herr Sokolow hat nun unzweideutig zu verstehen gegeben, daß er seine Meldung unmittelbar aus Wien hat. Sollte Herr Sokolow da nicht einen Versuchsballon losgelaffen haben? . Rußland. Kischinew, 5. Jan. Den christlichen hohen Feiertagen sieht die russische jüdische Bevölkerung immer mit gerechtfertigter Unruhe entgegen, da antisemitische Ausschreitungen zu der Regel gehören. In Kischinew hofft man, diesmal von ernsteren Krawallen verschont zu bleiben. Daß die antisemitischen Hetzer aber nichts unversucht lassen und auf die Unwissenheit des Volkes in unglaublicher Weise spekuliren, zeigt das alberne Gerücht, das sie verbreiten: der Zar sei von den Juden gekauft — sie geben auch gleich eine Summe an: 30,000 Rubel — deßgleichen, natürlich entsprechend billiger, der Gouverneur Fürst Urussow. Leider haben auch die im Kischinewer Prozeß bloßgestellten Beamten ein Interesse daran, antisemitische Exceffe zu fördern. Sie wollen dadurch beweisen, daß man mit dieser antisemitischen Stimmung des russischen Volkes rechnen müsse, und daß es gefährlich sei. sie selbst zur Verantwortung zu ziehen. Aus Petersburg wird Folgendes gemeldet: Erfreulicherweise fehlt es aber auch nicht an Zeichen dafür. daß die wirkliche russische Intelligenz, die auf Seiten des Rechts und der Aufklärung steht, auch auf dem Posten und muthig genug ist, für das Recht einzutreten. In einer geselligen Vereinigung hervorragender Petersburger Persönlichkeiten aus den Kreisen der Litteratur wurde einstimmig nach einem Vortrag des Kischinewer Vertheidigers Pereversew gegen das ungesetzliche Verfahren des Kifchinewer Gerichtshofes der Vertheidigung gegenüber Protest erhoben. Besonders interessant ist die Nachricht, die das „Berl. Tageblatt" einem Privatbrief einer hochstehenden Persönlichkeit entnimmt, daß die Stellung des Ministers Plehwe vorübergehend auf das Aeußerste erschüttert gewesen ist. Plehwe sah sich gezwungen, am 12. November seine Entlassung einzureichen. Der Zar hat dieselbe damals jedoch nicht angenommen. Briefkasten der Redactton. I. I.» Canlor in R.: 8 54 des B. G.-B. Mran&fSinaniJfr&ar schaues MH eines Mbiutrs, *s£* beim Sttioft von Dtvonödire in (Sfnitiisortfj befindlichen, berechnst«* Aussehen erregenden Rrmbrandt schrn Gemälde* <1635). von berühmt»« Poriraitmaler gemalt, kann für 80 Hit. (statt 600 Bf.) erworben werden. Der denkbar prächtigste L8andkch«u«k für vornehme Familie. 6rohartiger, seltener KelegenheUSkaus. Zur Anstcht unter Nachnahme, also AurüLnahm« gegen Nachnahme. Beschreibung: Etwas nach rechts gewendet, den Kopf von vorn gesehen. 5in weißem Turban und weitem, mit goldener Spange auf der Brust zusummengehaltenem Mantel: die Hände in einander gelegt. Im Grunde ein durch ein hohes Fenster erleuchtete* Gemach mit Tisch und Arbeitsstuhl; in einer Nische die von der ehernen Schlange umwundene Säule. WÜ8 Halbsigur in Lebensgröße. Große der Leinwand: 68 cm koch. 76 cm breit. Kopien, befinden sich tu A. in den Sammlungen: Königlich« L?ul««n in Berlin, Dressen. Zarin, Emden» *ial«rit Ltcht«nstri« |u Wir«. Kingston Lach. F. Gebhardt, Oevllrr Meberstr. 12.