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Der Israelit · 1904-01-11 · Heft 3 (11.1.1904) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 3 (11.1.1904)
Date
1904-01-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
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45. Jahrgang. KenLrat-Hrgan für das orthodoxe Zudenkyum. Begründet von Kr. ^ohnrrrnir in VSCnlni* Montag, den 23. Thebet 56V4. 11. Januar 1904. Warum mußte auf 2'"L2 nK’JP noch?)'£■ ET rjnp foifta? Von Lehrer Wo'tff—A urich. Froh, tm Gefühle der wiedergewonnenen Freiheit, war Israel aus Aegypten gezogen, das Land der Verheißung zu gewinnen. Den Erlösten kam es nicht in den,SiM. daß ihnen noch einmal di- Fr?ih"t von Vn früheren Peinigern streitig gemacht werden sollte, daß man sie so bald schon wieder unter das alte Joch der Knechtschaft bringen wollte. Sie rechneten nicht mit dem harten Sinn des verstockten Sünders, der nur unter dem Druck der augenblicklichen Noth und Gefahr für Leib und Leben besseren Regungen zugängig ist, der aber in den alten Fehler zurückfällt, sobald er die verderbenbringenden Umstünde beseitigt glaubt, und tiefe Reue empfindet über Handlungen, die noch eine Anwandlung milder Gesinnung verrathen. Es. ist dies die charakteristische Eigenschaft aller bw> von denen der Prophet sagt iJes. 57. 20. 21): „Die Frevler sind wie das tobende Meer, das nicht ruhen kann, und dessen Wasser Schlamm und Schmutz aufwirbeln. Keinen Frieden, spricht mein Gott, halten die Frevler!" — Den Aegyptern war der Auszug Israels gar zu friedlich verlaufen. Ein Gefühl der Ernüchterung stellte sich gar bald bei ihnen ein, dem ein Durst nach Rache auf dem Fuße folgte. Gleich stand es bei allen fest, daß etwas geschehen müsse, um die aus der Knechtschaft Entlassenen wieder einzufangen und zurückzuführen. Und mit solcher Eile wurden die Vorbereitungen getroffen, daß die Ueberlegung schwand und der Hatz den König selbst verleitete. Knechtesdienste zu verrichten. Er selbst, heißt es (2. V. 14, 6) spannte feinen Wagen an. was unsere Weisen zu der Bemerkung veranlaßt .Tfflwi r» rbpbpc mtä? Der Haß leitete den König vom geraden Wege ab. Hätten die Aegypter nur einen Augenblick Verstand und Ueberlegung zu Rathe gezogen, so hätten sie sich selber Aufschluß über das Mißlingen ihres Vorhabens geben können. Aber bat denn je der blinde Haß auf die Stimme der Vernunft gehört? Co zogen denn die Aegypter dem eigenen Verderben entgegen und gaben in Folge ihres Unterganges Israel Gelegenheit, die rfcnsi i' oie Allgewalt des Schöpfers zu sehen. Uns aber drängt sich die Frage auf: Warum mußten die eben Erlösten noch einmal in so große-Roth gerathen, warum ließ der Allherr sein Volk nicht sofort vom Auszüge aus r.:v6 ubw ziehen? Wozu bedurfte es noch zuvor des großen Wunders B' nr\-? Der Midrasch führt für dieses bedeutsame Ereigniß fünf Gründe an: 1) B'"-L2 -'2 dxiV'v r-r" Israel die Beute Aegyptens zu geben, 2) t== :arr zepnb das Volk vermittels der Ehrenwolken zu schützen, 8) B'n m erb vpb das Meer zu spalten, 4) b'^eb L.^ r-cnS die Aegypter zu strafen, und 5) rmp -B& das Meereslied anzustimmen. Es soll, nun unsere Aufgabe sein, diese Gründe einer näheren Erörterung zu unterziehen. I. Der erste Grund für die Spaltung des Sckülfmreres war also, die Schätze der Aegypter den Israeliten am Meere zu geben. Als Gott, der Herr, unserem Vater Abraham das Golus seiner Nachkommen verkündete. verhieß er ihm zugleich «wo war p •rna Sie werden mit großem Gute ausziehen. Als darum die Erlösungsstunde herannahte, gebot Gott dem Mosche (2. V. M. 11, 2): „Rede doch vor den Ohren des Volkes, daß sie entlehnen, ein Mann von seinem Nachbar und eine Frau von ihrer Nachbarin, goldene und silberne Geräthe." Mosche that's und, o Wunder, die Aegypter gaben, was man verlangte. Wenn wir

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