Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 21 (16.3.1903)
- Date
- 1903-03-16
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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459 dauernswerthen konsequent von jedem Avancement ausgeschlossen, wahrendie dienstjüngeren Lehrpersonen, die sich eben der Protektion zu erfreuen haben, rasche Carriöre machen. Man muß aber das brutale Unrecht an den jüdischen Lehrkräften noch von einem anderen Standpunkte betrachten. Viele der Präterirten hoben Frau und Kinder zu erhalten und sehen sich, da sie blos auf ihren Unterlehrergehalt angewiesen sind, unter Anspannung und Aufreibung aller ihrer physischen Kräfte vom frühen Morgen bis zum späten Abend zu unausgesetzter, angestrengter Arbät genöthigt, um ihre Familie vor der äußersten Noth zu bewahren. Für diese geplagten Lehrer gibt es keinen Acht-Stunden- Tag, selbst keine Sonntagsruhe. Schädigende Ueberarbeit, physische Noth und seelische Gedrücktheit füllt das Leben dieser unglücklichen Lehrer aus. Sie sind im wahrsten Sinne moderne Märtyrer. Es ist aber auch so recht ein Stück gemüthsrohes Mittelalter, das durch die fortgesetzte Präierirung der jüdischen Lehrpersonen in unsere Zeit hineinraat. Und das Traurigste an der Sache ist wohl noch der Umstand, daß an maßgebender Stelle kein Mitgefühl für die Unglücklichen rege wird, daß sich. Niemand findet, der der Gewalt Einhalt thut und den Unterdrückten ihr Recht werden läßt. Rumänien. Bukarest. (Täuschungen.) In der Sitzung des Senats vom 26. Februar wurde über die Naturalisation eines jüdischen Apothekers Frenkel verhandelt. Die Abgeordnetenkammer hatte die Naturalisation bereits bewilligt. Der Senator Gradisteänu erklärte, ein gewisser ZLsman habe erzählt, daß Frenkel sich gerühmt habe, eine bedeutende Summe bei einem Bankier drponirt zu haben, um Stimmen der Senatoren zu kaufen. „Angesichts einer solchen perfiden Insinuation," bemerkte Gradisteanu, „haben wir das Recht, zu protestiren, und zu protestiren gegen Denjenigen, der solche Erfindungen verbreitet. Ebenso müssen wir die Naturalisation verschieben, bis eine Untersuchung veranstaltet worden ist." Vergebens Machten der Präsident und der Senator Jrvoreanu geltend, daß solche Albernheiten die Senatoren nicht beeinflussen könnten^ Die. Naturalisation wurde mit 24 gegen 15 Stimmen verworfen, ebneso diejenige des jüdischen Arztes Züsman, mit 32 gegen 7 Stimmen. Beide hatten mit den von Gradisteanu erwähnten Gerüchten nichts zu thun gehabt. und die Mehrheit des Senats hat nur gezeigt, daß sie einen Vorwand haben wollte, um die Naturalisationen von Juden zu verwerfen. Statt der 100 Naturalisationen, die in einer Session bewilligt werden sollten, sind in dieser Session nur — drei gewährt worden. „Wenn die Regierung" — sagt das Blatt „Egalitatea" treffend„überzeugt davyy wäre,..daß es.osut i ist. etwas für die Lösung der Jsräelitenfräge zu thün, würde sie sich nicht auf das Jndigenat beschränken, sondern etwas Dauerhafteres schaffen: sie würde dle beschränkenden Gesetze entfernen und die Juden ans. denselben Fuß der Gleichheit, wie die Rumänen, setzen." Das will eben die rumänische Regierung nicht, sondern sie wünscht nur durch einige Naturalisationen die' öffentliche Meinung der zivilisirten Welt für sich günstiger zu stimmen, aber selbst hierbei stößt sie auf, Widerstand in den gesetzgebenden Körperschaften. Je- ' denfalls sollte sich Niemand durch solche Machenschaf-- ten täuschen lassen. •••-• *f-. Personalien. Amberg, 1. März. (Goldene Hochzeit sfrier.) Heute feierten das seltene Fest der goldenen Hochzeit Herr Heinrich und Frau Emma H e y m a n n dahier in seltener Rüstigkeit des Körpers und des Geistes. " - - . Am Vorabende wurde dem Jubelpaare' auf Veranlassung der hiesigen, isr. Kultusgem'einde eine ehrenvolle Hudigüng in Form einer Serenade in ihrer Wohnung zu Theil. Am Jubiläumstage fand unter zahlreicher Betheiligung aller Konfessionen Festgottesdienst in der hierzu prächtig geschmückten Synagoge statt. Herr Lehrer E. Godlewsky hielt eine von Herzen kommende und zu Herze» gehende, gediegene Ansprache, 'welche die hohe Bedeutung des Tages darlegte und den durch das ganze Leben des Jubelpaares stets bewiesenen Wohlthätigkeits- und Frömmigkeitssinn pries. ' Sodann fand im Hause der Jubilare ein' solennes Festmahl statt, gewürzt mit ernsten und heiteren Poesie- und Prosa-Vorträgen, und hielt die Teilnehmer in freudigster Stimmung bis zum Abend beisammen. Es wird ihnen Allen unvergeßlich bleiben. Möge'das Jubelpaar in gleicher Frische noch das diamantene Hochzeitsfest feiern. . ' - Speechs a a l. 7;;-':/ .; Aurich, 8. März. Zu dem Streite des Herrn H. B. aus Hamburg mit dem Herrn L. A. aus M. erlaube ich mir folgende Bemerkung:. ';,r Nach der mir vor mehr als zehn Jahren gewordenen Entscheidung von ztvei irn Hm: ist es in der Thal als N272 zu bezeichnen, wenn beim Eruwlegcn in Gemeinden und Orten, wo die natürliche Uniwallung mittelst mp v.S aufgehört hat, die ro“2 mit wrbm cp gesprochen wird, und die Sentenz des xi? rrprü^ .'ist AichNm 'Standeseine Aenderüng darin oder ein milderes Urtheil zu bewirken. Soll in den vorbezeichneten Orten das Eruwlegen zum