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Der Israelit · 1903-03-09 · Heft 19 (9.3.1903) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 19 (9.3.1903)
Date
1903-03-09
Page
– (sequence 12)
Language
German
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416 Besserung der Lage der bedrängten Juden aller Länder des Ostens mitzuhelfen, stellte er als zunächst dringendste Aufgabe der deutschen Hilfsorganisationen das galizische Rettungswerk in den Vordergrund. In dieser Frage stehe und müsse Deutschland an. der Spitze stehen, da alle weiter in Betracht kommenden Länder anderseits übermäßig in Anspruch genommen seien. Den galizischen Juden Brod und Arbeit zu geben, sei eine dringende Aufgabe, wobei auch das Interesse für die Stellung der deutschen Juden mitspreche, wenn man sich nicht allein vom Mitleid führen lassen wolle. In Galizien leben 772,000 Juden, von denen 600,000 ein entsetzliches Dasein führen; Hunderttausende seien dem gänzlichen Verkommen, ja dem langsamen Hungertode preisgegeben. ' Der „Deutsche Hilfsverein" habe bereits erheblich regulirend und fördernd eingreifen können, indem er zunächst Hausindustrie zu schaffen suchte. So sei es bereits gelungen, in 84 Orten die Herstellung von Haarnetzen zu betreiben, welches Gewerbe vielen Tausenden von Frauen und Mädchen Arbeit und bescheidenen Verdienst gewährt. Nur durch den Segen der Arbeit könne man in diesem armen, dunklen Lande den verkümmernden Glaubensgenossen das Licht anzünden; die Arbeit adele alles auf Erden, sie mache die Menschheit größer und freier. Reicher Beifall lohnte Herrn Berge!, dem Stadtrath Wiener in herzlichen Worten Namens der Versammlung dankte. Rabbiner Dr. Cohn unterstützte noch die Aufforderung zur Gründung einer Ortsgruppe des genannten Hilfsvereins in eindringlicher Weise, sodaß wohl alle Anwesenden sich in die ausliegenden . Listen einzeichneten. Als Vorstandsmitglieder wurden schließlich die Herren gewählt, die den Aufruf hatten ergehen lassen. De.m Vorstände steht das Recht zu, sich durch Zuwahl noch zu ergänzen. Den Aufruf hatten außer den bereits genannten Herren noch unterzeichnet: L. Altmann, Ernst Borinsky, . Rechtsanwalt Epstein, Max Fröhlich, Max Katschinsky und H. Klemann. Wir wünschen der Ortsgruppe eine fruchtbare Entwicklung. Letzte Nachrichten. Mainz, 8. März. Der Vorstand des „Israelitischen Hospitalvereins" versendet an die Mitglieder der isr. Gemeinde das nachstehende Rundschreiben: „Ein langgehegter Wunsch weiter Kreise unserer Gemeinde nähert sich seiner Erfüllung. In kurzer Zeit wird die schöne Reihe wohlthätiger Einrichtungen der Mainzer Israeliten sich um zwei segenbringende, humanitäre Anstalten vermehrt haben; wir werden ein Krankenhaus und ein Pfründnerhaus unser eigen nennen. In günstigster Lage wurde ein Grundstück erworben, auf dem sich ein stattliches Landhaus erhebt; unweit von. diesem arbeiten fleißige Hände, um die Grundarbeiten für den Hospitalbau zu vollenden. Dankbar nennen wir den Namen des seligen Herrn D. E. Levinger, durch dessen hochherziges Vermächtniß der Gedanke der Hospitalgründung neues Leben gewonnen hat. Im Anschluß an die Levingerstifiung hat sich nun hier ein „Israelitischer Hospitalverein" konstituirt, der das große und schöne Werk vollenden will. Eine Reihe von Mitgliedern hat sich schon mit namhaften Jahresbeiträgen angemeldet, auch große einmalige Zuwendungen sind uns theils schon ausbezahlt, - theils in sichere Aussicht gestellt worden. Um der uns Vorgesetzten menschenfreundlichen Aufgabe voll und ganz gerecht werden zu können, bedürfen wir selbstredend großer Geldmittel. Je reichlicher die Zuwendungen für ' unseren Verein fließen, desto vollkommener wird dieser seine hohen Ziele erreichen. Wir wenden uns nun an Sie mit dem Ersuchen, sich unserem jungen Verein als Mitglied zuzugesellen. Wir zweifeln nicht, daß Sie dieser Aufforderung gerne Nachkommen und nach Kräften bestrebt sein werden, sich Ihren Antheil an einem Werk zu sichern, das noch späten Zeiten erzählen soll, wie besorgt man in unseren Tagen war, Kranken und Bedürftigen Heilung und Linderung zu bringen, und wie man keine Opfer scheute, vereinsamten Greisen, sowie sonstigen arbeitsunfähigen, würdigen Menschen durch ein geeignetes Heim die Lebensfreude zu erhalten. Der Vorstand besteht aus den Herren: Eduard Simon, Vorsitzender, Rabbiner Dr. Vondi, Siegmund Eahn, Jsaac Joseph Fulda, Dr. B. Hesdörfser, Dr. M. Loeb. Justizrath Dr. Ferd. Phil. Mayer, Herrn. Reiling, Rabbiner Dr. Salfeld, Ab. Schott, L. Weinschenk." Berichtigung. Zudem Artikel „Jüdische Auswanderer" in der „Belletrist. Beilage" zu Nr. 15 und 16 erlaube ich mir die Namen der übngcn auf den Bildern siaurirenden Herren des Komitees aufzugeben, mit tur Bitte, dieselben ergänzend hinzuzuiügen. Es muß beißen: „erblicken wir die Herren:" Julius Aschendorff, M. Sckragcnheim. Ad Neu mark, L. Großmann, Ad. Stern. N Grünberg. Es gehören außerdem noch 15 Herren dem Komitee an. . _ Notiz. Am heutigen ersten Tage der SchlußZiehung der mitteldeutschen Staatslotterie fiel ein Haupttreffer von 100,000 ^wark aus Nr. 23193 in die Hauptkollektur der Firma Kronenberger u. Co.. Bankgeschäft, Mainz. 11^1^ Adressenvcränderungen unserer werthe» Abonnenten wollen uns gesl rechtzeitig mitgetheilt werden, damit in der Zusendung des Blattes keine Nnterbrechung eintritt.

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