Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 18 (5.3.1903)
- Date
- 1903-03-05
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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896 Seile müssen fest und geschmeidig sein. 2) Während des Niederlegens muß der Kopf des Thieres gehörig unterstützt und so geführt werden, daß ein Aufschlag desselben auf den Fußboden und ein Bruch der Hörner vermieden wird. 2) Bei dem Niederlegen des Thieres muß der Schächter bereits zugegen sein und unmittelbar die Schächtung vornehmen; diese muß schnell und sicher ausgeführt werden. 4) Während des Schächtungsaktes und der ganzen Dauer der nach dem Halsschnitte eingetretenen Muskelkrämpfe bis zum Eintreten des Todes, muß der Kopf des Thieres festgelegt werden. Sprechsaal. A f f a l t r a ch, 27. Februar. Die in diesen Blättern schon mehrfach erörterte württembergische Lehrplanfrage kann nun doch noch in die Bahnen ruhiger, sachlicher Erörterung geleitet werden. Herr Anonymus will kein Freund „dialektischer Disputationen" sein, nachdem er selbst durch Entstellung meiner Absichten und Ansichten mich zu derartigen Auseinandersetzungen herausgefordert und dabei den Kürzeren gezogen hatte. Wie das ferne Grollen eines abziehenden Gewitters hören sich die im Pastoralen, salbungsvollen Ermahnungstone gesprochenen Apostrophirungen der ketzerischen Lehrer an. Und wenn die schönen Worte werthlos verhallen, so geschieht es nur deßhalb, weil kein Grund vorhanden war, solche Ermahnungen auszusprechen. Der Herr Anonymus behauptet,. ich beabsichtigte, um das Linsengericht höherer Belohnung die heiligsten Güter unserer Religion, das Erstgeburtsrecht der heil. Sprache zu verschachern. Hätte Herr Anonymus nur eine Minute an das ihm wohlbekannte Wort unserer Weisen dn« p n\- riii; B*»n gedacht, dann hätte er unmöglich jene Behauptung aufstelle'n und aus ihr seine unangebrachten Ermahnungen ableiten können. Er hätte das auch nicht thun können, wenn er sich in den Geist der neuen Schulnovelle etwas mehr versenkt hätte. Weiß Herr Anonymus nicht, daß durch Art. 5, Abs. 5, die Kirchen das Recht erhielten, in den Volksschulen den „g e - s a tu in t e n" Religionsunterricht zu leiten und zu beaufsichtigen? Darnach wird jeder von der K i r ch e angeordnete Religionsunterricht, auch der etwa außerhalb der dreißig Pflichtstunden zu ertheilende, für „Lehrer und Schüler obligatorisch." Herr Anonymus stellt in Beziehung auf obligator. Religionsunterricht immer Vergleiche mit ähnlichen Verhältnissen der „höheren Schulen" an. Hat er in den letzten Tagen denn nicht gelesen, wie heftig darüber gestritten wurde, wie sich freisinnige Abgeordnete energisch wehrten. daß den Kirchen in den Volksschulen Rechte gegeben werden, die sie in den „höheren Schulen" nicht einmal beanspruchen würden? Ist es dem Herrn Anonymus nicht bekannt, daß schon seither zwei Stunden isr. Religionsunterricht außerhalb der dreißig Wochenstunden gegeben wurde? (Normallehrvlan S. 51, Ziffer 4!) War dieser Unterricht nicht obligatorisch? Die Anfrage an mich über Werth oder Unwerth des hebr. Unterrichts war vollständig unnöthig, so unnöthig, wie die Frage: „Muß der Mensch athmen?" Die Frage, die ich aufwarf, zielte auf ganz anderes hin. Bisher bekamen wir innerhalb"30 Wochenstunden 11^ Stunden zu Zwecken des isr. Religionsunterrichts, künftig werden höchstens 6 Stunden zu erlangen 'ein. Ich frage nun: „Wie vertheilen Sie; Herr Anonymus, diese 6 Stunden auf die Fächer des gesammten isr. Religionsunterrichts und auf die 7 Schuljahre? Finden Sie eine andere Lösung, als die von mir vorgeschlagene, eine Lösung, bei der keine Seite unseres Religionsunterrichts verkürzt wird, dann bin ich Ihnen über alle Maßen dankbar. Aber seien Sie künftig vorsichtiger! Machen Sie aus einer pädagogischen Organisationsfrage keine theologische Streitfrage mehr! Suchen Sie nicht mehr nach Ketzern, um diese vor dem Jnquisitionstribunal der Oeffentlichkeit zu brandmarken! Beurtheilen Sie ein klein wenig milder — und gerechter „Ihre" „Stellvertreter," die sich nicht „Stellvertreter der Rabbiner nennen," sondern vom Gesetz mit dieser Bezeichnung belegt werden! S. Spatz. Ueu erngeganyrne Sücher. (Besprechung Vorbehalten, thcilweise bereits in früheren Nummern besprochen.) 'Wipsrsfj’DTysL'2'in .'vriw.«•'?vn n?nyJ |:n»n .rmn .Nanam .SNp s ms ."DDjmns. nssnn .luwn pip 4 n a a p jr .rwo ■ v er n 12 d '.nam ."rwin» j&fcays /2sp 25 ms I ."ijnb’a lyjjianyjnp .Nar»Hi •DjnÄOS» Frei. Leonore. Der neue Gott. Roman aus der Zeit Moses. Zwei Bände. 377 und 239 S. Pr. M. 5—. Hermann Seemann Nachf. Leipzig. Januarheft der Zeitschrift .Woschob" Petersburg. Pinsler, Dr. Leo. Autoemanzipation. Malmruf an seine Stammes,renossen von einem russischen Juden. Mit einem Vorwort von Dr. M. T- Schnirer. Zweite Aust. 31 S. Brünn. Jüdischer Buch und Kunst-Verlag. Keller, Ernst Bjornsterne Björnsoir: lieber unsere Kraft. 1. und 2. The l. 83 S. Pr. M. 1.25. Frciburg in Br. G.Ra goczy's Universitäts-Buchhandlung. (Eugen Jedele). Bleibtrcu, Carl Marschall Soult. Napoleons größter Schüler. 193 S. Pr. Mk. 3.—. Berlin. Verlagsbuchhandl. Alfred §chall. Was will der Zionismus? 39 S. 1—2. Tausend. Herausgegeben von der „Zionistischen Vereinigung f. Deutschland." Berlin 1903. Das große Welt-Panorama. Ern Jahrbuch für alle Gebildeten. 603 S. Pr. Mk. 7.59. W. Spemann. Berlin und Stuttgart. Cronberger. Beruhard. Praktische Naturkunde des Haushalts. (Hauöhaltungskunde.) 96 S. 2. Aust. Pr. Mk. 1.—. Berlin. Otto Salle.