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Der Israelit · 1903-03-02 · Heft 17 (2.3.1903) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 17 (2.3.1903)
Date
1903-03-02
Page
– (sequence 17)
Language
German
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2. Marz 1903.] [9lt* 10. ^ev Wu8e. Zeitgemälde von F. I. Kraszewski in antorisirter Uebertraguna. ,81 Unter solchem Gespräche, roelches Jwas viel zu denken gab, war unseren Wanderern der ganze Tag vergangen. Sie beeilten sich durchaus nicht, und obgleich sie sich ein Paar Esel gemiethet, waren sie am anderen Tage kaum einige Stunden Wegs von Genua entfernt. In einem jener malerischen, italienischen Städtchen, oder vielmehr Dörfchen, welche über dem Meere auf Felsen stehen, bekrönt mit Cypressen, Palmen und Orangenbäumen, umwunden mit Epheu, umgeben von Lorbeer und Myrthen, beschattet von Olivenhainen, umhängt von Weinreben, nahmen sie am zweiten Tag: ihr Nachtlager. Schon dunkelte es. als sie, um ein Gasthaus zu suchen, in einem Gäßchen zur Stadt Hinanstiegen, die am Berge wie mit Klammern angeheftet war, vermittelst uralter Gewölbe unter den hohen Mauern der Gebäude. Von Weitem schon sah man den Albergo, vor ihm hielt ein soeben ausgespannter Wagen. „Ha! Ha!" rief Jwas," nachdem er ihn bemerkt, „wären in Italien nichf alle Detturi und Legna so ähnlich, wie zwei Wasscrtropfen, möchte ich daraus schwören, daß dies der Wagen Ihrer Bekannten, der Segel'schen Herrschaften ist — oder wie sie sonst heißen mögen — in dem sie aus La Superba abfuhren. Aber das. . ."' Jakob blieb in diesem Momente stehen, denn auch er sah im Thorwege des Albergo Herrn Heinrich stehen, den Gatten der schönen Tilda, mit einer Dame, deren Gesicht dem Innern des Hauses zugewandt war. Ihre Gestalt war jedoch Tilda durchaus nicht ähnlich. Sie unterschied sich von ihr durch die weit üppiger entfalteten Formen. «Warten Sie nur! Es ist sehr leicht möglich, daß wir sie treffen." erwiderte Jakob. „Denn dort ich möchte schwören, daß ich -- Herrn Heinrich vor mir sehe. Aber das ist wohl nur Einbildung." „Oder auch nicht!" rief Jwas. „Denn das ist unfehlbar er, er ..." Jakob stand fast das Herz still.. „Neins nein! Das kann nicht sein!" sagte er schnell. „Nähme man selbst die langsamste Fahrt, einen Axenbruch an, so müßten sie uns schon längst zuvorgekLmmen sein!" In demselben Moment aber rief er lebhaft: „Aber das sind sie doch! Das ist Heinrich! Was ist geschehen? Sollte sie gar erkrankt sein?" Er wollte näher treten, aber ein geheimer Gedanke hielt ihn zurück. „Wir müssen," sprach er zu Jwas, „anderswo Quartier suchen. Man muß sich nicht aufdrängen. Sie könnte mich vielleicht beschuldigen, daß ich ihr nachjage, wie ein gewöhnlicher, verdrehter Liebhaber — das will ich nicht. Gehen Sic voraus und überzeugen Sie sich geneigtest, ob sie es sind!". . . ... .... Jwas eilte davon. Jakob setzte sich inzwischen auf einen Stuhl unter irgend einem Caf6 di gran Colombo, vor dessen Thür sie zufällig stehen geblieben waren. Eine gute Viertelstunde verging, ehe der Bote, der bis in das Innere des

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