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Der Israelit · 1903-03-02 · Heft 17 (2.3.1903) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 17 (2.3.1903)
Date
1903-03-02
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Armenkassen innerhalb ihrer Gemeinden zur Beseitigung der Hausbettelei zur Empfehlung zu bringen. — Es folgte die „Berathung des Etats" pro 1903/4, der im allgemeinen dem Vorschläge des Ausschusses gemäß mit 2300 Mk. balancirend, angenommen wurde. Dabei wurde aber die allgemeine Bitte ausgesprochen, die gemeinnützigen Zwecke des ostpreußischen Synagogen- Verbandes in größerem Maße, als bisher, durch Zahlung eines Jahresbeitrages freundlichst zu unterstützen. Bei Erörterung von „Gemeinde-Interessen" wurde besonders die Nützlichkeit von jüdischen Jünglings- und Jungfrauen-Vereinen. in denen das Interesse für jüd. Angelegenheit erhalten und gepflegt werden, erörtert, und die Einrichtung solcher allgemein empfohlen. Herr Waisenhaus-Inspektor Peritz legte der Versammlung einen „Entwurf eines Normal-Kontraktes für jüdische Religionslehrer und Kultusbeamte in Ostpreußen" vor und beantragte Ueberweisung desselben an eine gemischte Kommission aus Gemeindevertretern und Leamien zur genauen Durcharbeitung und entsprechender Vorlage für das nächste Jahr. Dem Antrag wurde zugestimmt und die Vorlage an die Schulkommission überwiesen. Von den sonstigen aus per Versammlung heraus gegebenen Anregungen und Anträgen sei noch erwähnt die Einsetzung einer dreigliedrigen Kommission zur wei teren Behandlung der von Herrn Woythaler-Allenstein gegebenen Anregung betr. „Gründung eines jüdischen Provinzial-Siechenhaufes". Zum Schlüsse folgten die Wahlen des Ausschusses, der sich für das laufende Jahr zusammensetzt aus den Herren Stadtrath I. Eichelbaum-Jnsterburg. Verbandsvorsitzender, Sladtrath S. Magnus, Julius Lazar und Rabb. Dr. Vogelstein-Königsberg, Rechtsanwalt Schey und Dr. med. Kamnitzer-Allenstein, I. Sebba-Tilsit, S. Davidsohn-Lyck, E. Jaeobh- Rastenburg, S. Jacoby-Osterode, I. Hertz-Gerdauen, N. Lublinski-Johannisburg, H. Glößer und B. Holz- Insterburg. Am Nachmittage versammelten sich die anwesenden Mitglieder noch zum gemeinsamen Mahle, bei dem die frohe Stimmung über den befriedigenden Verlauf der Versammlung in begeisterten Toasten Ausdruck fand. Zeitrmgsrrachrlchtert und Corrcsporrdenieu Deutschland. Frankfurt a. M., 1. März. Hierselbst verstarb gestern nach langem, schwerem Leiden Herr Seligin a n n Rosenth a l im 62. Lebensjahre, eines der treuesten Mitglieder unserer Religiünsgesellschast. Möge Gott der trauernden Gattin, den Kindern und Enkeln Seinen Trost senden. rrrxjn. Hamburg, 24. Febr. In Nr. 12 des „Israelit" schrieb ein Herr L. A. aus M. einen Artikel und tadelte darin das Eruwlegen in Gemeinden und Orten, wo die Umwallung der Umschließung mittels ubi rmp (nicht Eruw, wie er diese nennt) längst aufgehört hat, und bezeichnet die dabei gemachte ru-s als eine rttaab s Ich möchte dagegen erwidern, daß letzteres keineswegs zutreffend ist. In Rücksicht auf die Sentenz in der Gemoro^.'S nun ranwi joz-: hat man in Ansehen des Schulhofes, der als gemeinsames, ' umschlossenes Gebiet gilt, den 2nv beibehalten, so auch hier in Hamburg, in dem die Thor- und Wallumschießungm seit 1860 ausgehört haben. Ebenso dürfte es sich in manchen anderen Gemeinden verhalten. Es soll mir lieb sein, wenn Herr L. A. durch Vorstehendes sein hartes Urtheil zurücknehmen möchte. H. B. Hamburg, 24. Febr. Es fehlt nicht an Zeichen dafür, daß die antisemitische Bewegung in Hamburg ihren Höhepunkt überschritten hat. Bei einer kürzlich stattgehabten Ersatzwahl zur Bürgerschaft verzichteten die Antisemiten auf eine besondere Kandidatur, trotzdem sie in dem betreffenden Bezirk bei den letzten Wahlen eine beträchtliche Stimmenzahl aufgebracht hatten, und der Bericht, welcher auf dem am 14. Februar dahier abgehaltenen Parteitag des Verbandes Nordmark der Deuischsozialen Partei erstattet wurde, enthält den bemerkenswerthen Satz: „In Hamburg selbst hatten wir einen sehr schweren Stand wegen des Brod- und Fleischwucher-Geschreies, sodaß hier die Mitgliederzahl leider Gottes zurückgegangen ist, außerhalb aber hat sich die Mitgliederzahl gehoben." Dabei werden die Mitgliederzahlen selbst sorgfältig verschwiegen, doch wird bemerkt, daß viele Mitglieder im letzten Jahre wegen der schlechten, wirthschaftlichen Lage nicht hätten bezahlen können, und der Kassenbestand wird am Mk. 3.93 angegeben. Danach scheinen sich die Wähler gar schnell wieder verlaufen zu haben. Königsberg, im Febr. Das „Israelitische Waisenhaus für Stadt und Provinz" versendet soeben seinen 42. Jahresbericht, der erneut von dem wohlthätigen Wirken dieser bedeutsamsten Anstalt der hiesigen jüdischen Gemeinde beredtes Zeugniß ablegt. In der Anstalt befanden sich am Schluffe des Jahres 30 Zöglinge, und zwar 17 schulpflichtige Knaben, acht schulpflichtige Mädchen und fünf Handwerkslehrlinge (Uhrmacher, Klempner, Stubenmaler, Gärtner und Buchbinder). Die Zöglinge besuchen die öffentlichen Schulen, und zwar je nach Begabung höhere und niedere. Der Bericht erwähnt, daß die Leistungen der Zöglinge in der Schule und ihr Betragen in und außer dem

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