Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 17 (2.3.1903)
- Date
- 1903-03-02
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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schling war die Voraussetzung des Fürsten, die meine Eltern und ich ungeprüft theilten, ich hätte zu Hause nichts gelernt, und müsse fort, um Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen und mir das anzueignen, was man die moderne Bildung nennt! Ich kenne jetzt diese moderne Bildung und habe sie vollkommen in mich ausgenommen, aber ich sage Dir, Josef, alles, was man in. den Schulen an Wissenschaft und Kunst lernen kann, reicht nicht an dasjenige heran, was ich schon als neunjähriges Mädchen durch Anleitung meiner Mutter wußte. Es gibt unter den Juden eine große, zunächst für Frauen bestimmte Litteratur von Erbauungsschriften, sie ist im jüdischen Jargon abgefaßt. Aber darin weht ein Geist ächter Gottesfurcht, eine Welt- und Lebensanschauung, eine praktische Lebensklughcit, ein Schatz von seltenem Wissen aus Vergangenheit und Gegenwart, und das alles getragen von einem Adel der Gesinnung, die ich seit 60 Jahren vergeblich anderswo suchte. Die hauptsächlichsten Schriften dieser Litteratur: das deutsche Chnmesch,' Zerenno Urennoh, Simchas Hanefesch, hatte ich unter Anleitung meiner Mutter schon in meinem neunten Jahre gelesen und wiederholt gelesen. Unter Anleitung meiner Mutter! Was liegt alles in diesen vier Worten! So dozirt kein Professor, so dringt kein noch so sprachgewaltiger Redner in die Herzen seiner Hörer, wie es meiner Mutter und den von ihr kommentirten Schriften gelang. Diese Bücher und ihr Inhalt, und der Kommentar meiner unvergeßlichen Mutter, haben sich stärker, tiefer und nachhaltiger erwiesen, als alles andere, was ich je sonst gelernt habe. Mein bischen moderne . Wissenschaft, meine Handfertigkeit, mein Kunstsinn, meine Pflege der Musik, alles zerstiebt und erweist sich schaal und leer. wenn diese Jugenderinnerungen austauchen. Und daß sie mit so frischer, ungebrochener Mächtigkeit immer wieder sich geltend machen, und auch jetzt in meiner Sterbestunde mich beherrschen, das rührt von der ihnen innewohnenden göttlichen Kraft her, die sonst nirgends"—- (Fortsetzung folgt.) HK Oreis-Ausschreiben. K- Für die gelungenste Ueberietzung des nachstehende» Purimgedichtchens, setzen wir einen Preis aus. Das mit dem Preis gekrönte Gedicht erscheint in der Purim-Beilage. - ums toK vp'2 ätnitsn p jan lA Htte f?31 5)531 O’IMK pp "n nyiip’ Mb rraxn varm 'm ps?n K via mi irm Km 5)’dv rpi 'n nvx' p .^’csdn.i. op ,Ko mt»K Freitag, 6. März. 7. Adar. Sabbat-Anfang in Mainz und Frankfurt a. M. 5 Uhr 45 Min. Samstag. 7. März. 8, Adar. "12t reis nisn Sabbat-Ausgang in Mainz und in Frankfurt a. M. 7 Uhr 05 Min. — Berlin 6 Uhr 35 Min. — München 6 Uhr 45 Min. — Hannover 6 Uhr 52 Min. — Stuttgart 6 Uhr 53 Mm. —Prag 6 Uhr 35 Min. — Stratzburg 7 Uhr 00 Min. — Posen 6 Uhr 23 Min. — Stettin 6 Uhr 31 Min. Der „Israelit" erscheint wöchentlich zweimal, Montags und Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Dev Buchhandel verkehrt durch V. Zf. Steinarker, Lrwftg, Noßplatz jv. — Inserate 25 Pfennig die viergespalrene Nonpareillezeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclametheil 75 Pfennig. — Direkte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder l6 Kronen osterr., sür's Ausland!S Mark, an die Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 39<2 Telephon 10 l5. Stellesuchende und sonstige Interessenten können auf Wunsch die jeden Dienstag und Freitag erscheinende „Kleine Ausgabe des Israelit" vier Wochen lang gratis und franco erhalten. Wünscht man den Empfang der „Kleinen Ausgabe" längere Zeit, so kann man sich für 25 Pfennige das Vierteljahr, indeß ausschließlich bei der Post auf dieselbe unter Nr. 3933 abonnirea. Auf Wunsch stunden wir die Zahlung deS Jnfertionsbetrags an außer Stelle Befindliche bis nach < . Erlangung einer solchen. .Inhalt (Hauptblatt): Der Act der Gesetzgebung am Smai. — Zertungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Berlin. Königsberg. Lübeck. Gehrden. Nürnberg. Stuttgart. Oesterreich: Wien. Ungarn: Preizburg. Tißa-Fürcd. — Feuilleton: Der Findling. (Fortsetzung). Inhalt der ersten Beilage: Verbandstrg der ostpr. Srinagogen-Gemeinden. — Zeitungsnachrichten und Correfoonden'en: Deutschland: Frankfurt am Mam. Hamburg. Königsberg. Stuttgart. Oesterreich: Wien. Graz.'Holland: Hang. England: London. — Bermischtes. Belletristisch« Beilage: Der Jude. (Fortsetzung.) E^tra-Brilage: „Binjamin" von Dr. M. Lehmann. Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des Israelit". Schottstrabe Ne. 3. Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'f ck en Hofbvchdruckerei Actien-Gesellschaft in Main». . * Hierzu drei Beilagen«