Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 87 (2.11.1903)
- Date
- 1903-11-02
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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1910 .Ei M.d«« ---ug." sprach Jws-. .Ihr- Srrmr-re uöerwwgL vielleicht im Rarhel Vielleicht bedurfen irr eineabt&edenitn WämrtL Ick kannte Lumllig nickt da fein, um Tick zu beschützen. Und Tu kannst als Opfer fallen!" „Weßhakö aber gerade ich? Aenderte ick etwa meine Ansicht? Versprach ich irgend einmal mehr?" .Tu Haft Feinde!" rief Jwas. .Ick? Daß ich nicht wüßte!" -Ich sage Dir, Tu Haft ihrer, und sogar gefährliche! Man wirft Dir geheime Beziehungen zu den Russen im Hause Deiner Braut vor!" .Aber ich habe ja gar keine Braut!" .Etwa nicht? Hier im Hause?" „Tie Dame war niemals meine Braut und wird es niemals werden!" „Einerlei! Aber Tu verkehrst in ihrem Talon, wie auch bei Heinrich Tegel, der auch schlecht angeschrieben ist! Tu erklärst Dich laut für unfern Gegner! Gegen den Ausstand! Man trägt Dir'- nach, daß Du die Beiträge verweigert!" Iakoö schwieg, lächelte schmerzlich und bemerkte „Welch' sonderbare Lage! Ich habe nur Feinde ringsum! Während ich in der Teele Niemandes Feind bin! Alle stoßen sie mich zurück. Selbst Du, Jwas, auch Tu verstehst mich nicht!" „Nur zu gut, wie mir scheint," entgegnete ruhig der junoe Mann. „Aber was nützt Dir das? Ick ehre Dich und schätze Deinen Charakter! Ich beschütze Dich und werde es immer thun. Die Andern aber seben in Tir ..." „Sprich nicht von mir!" unterbrach ihn Jakob.' „Komme, was da wolle! Könnt Ihr diesen Aufstand denn gar nicht aufhalten?" „Wir können es nicht!" erwiderte Jwas benimmt. „Auch ich sage Dir nur: sprechen wir davon nicht mehr." Bei diesen Worten reichte er ihm die Hand zum Abschiede, als Kruder ganz außer Athem bereinstürzte und zunächst aus Jwas losschiiit und ihn am Arme festhiett. „Ah! Gut, daß ich Dich endlich erwischte! Ein Wort!" rief er. „Ich sehe schon an dem Aufputz, was hier vorgeht! Bei Gott! Beim allmächtigen Gott! Das ist noch zu früh! Haltet ein! Ich bitte, ich beschwöre Euch! Thut nicht so übereilt den entscheidenden Schritt!" „Jawohl!" rief Jwas mit verächtlichem Lächeln. „Wollt Ihr denn, daß wir so lange warten, bis die Russen uns Alle ausgehoben haben!" „Dort aber seid Ihr Alle verloren!" „So laßt uns verloren sein! Aber das rst der Unterschied: Unser Blut wird Früchte bringen! Wir wissen, was wir thun!" „O hört doch auf die Stimme der Vernunft. »Hort Ihr lieber auf die Trimme der Verzweiflung! Taör Ihr die Szene der nächtlichen Aushebung? Dir Marter derjenigen, die man aus d-m Schoßder Familie riß? Wißt Ihr. was es heißt. Soldat zu sein?" „Ich weiß es. den ich war Soldat!" rief der Angekommene. „Hier handelt es sich um das Land, nicht um Euch! Euer Heroismus ist in der Töai nur -in heroischer Egoismus! Nicht mehr! Bei Gott! Lieb: etwas mehr Euer Vaterland, und etwas wenige: Eure Ehre! Nehmt dock Vernunft an!" „Ach was! Vernunft!" antwortete Jwas. „Tie Vernunft ward proskribirt' Unsere Vernumt ist die Wurh! Basta! Das ist unsere Losung! Gehabt Enck Jakob und Kruder rangen die Hände. Als Iwas im Fortgehen Jakob nur noch die Hand druckte, und dieser sich losriß und noch einmal ihn davon aözubringen suchte, stießen sie auf der Schwelle mit Herrn Mann zusammen, der mir seinem gewohnten Stolz und Lärm eintrat. Diese beiden Gestalten, namentlich der Mantel und der Anzug Jwas', welche seit einigen Tagen eine gewisse Bedeutung in Warschau hatten, waren dem neuen Gaste höchst auffallend. Er rümvfte die Nase, runzelte die Stirn, sank auf einen Fauteuil, nickte leicht mit dem Kopfe und verharrte lange in Schweigen. Jakob, welchen diele drei Besuche noch im Scklafrocke antrafen, kleidete sich, schnell an und trat traurig und gemessen ein. „Ich wollte Ihnen nur etwas sagen." begann endlich Mann. „Ich bin der Freund Ihres Vormundes. war und bin Ibnen noch immer gewogen, weiß Sie zu schätzen, obgleich Sie mich so gut wie gar nicht lieben. Ich komme, um Sie zu warnen, damit Sie sich noch besinnen. Ich sage Ihnen aber vorher.'daß alles Lügen und Abstreiten mir gegenüber vergeblick ist!" „Aber, bester Herr!" sagte Jakob entrüstet, „Ich lüge weder Ibnen, noch irgend Jemanden auf der Welt gegenüber!' Ich sehe gar keinen Grund, mit Allen zu streiten. Niemals aber sage ich, was ich nicht denke!" „Das ist sehr schön, und vereinfacht die Sache bedeutend!" antwortete Mann, indem er eine Cigarre berausnahm. den Klemrner in das Auge drückte und sie genau betrachtete. „Sehr gut! Auch ich will ganz offen sein! Sie sind eine ziemlich hervorragende Preiönlichkeit. Sie besitzen Vermögen, Ihnen fehlt es nicht an Bildung. Sst repräsentiren also unwillkürlich eine bestimmt ausgeprägte Klaffe von Israeliten und ziehen Aller Blicke auf sich! In einer Situation und unter Verhältnissen, wie die heutigen, sind Sie aber nicht ganz Herr Ihrer Thätigkeit. Jeder Ihrer SÄritte läßt vermutben, daß Sie im Sinne derjenigen handeln. die Sie repräsentiren!" (Fortsetzung folgt.) Verantwortliche Redaktion Oscar Lehmann in Mainz - Expedition des .Israelis. Schot! Truck und Verlag der 2oh. Wirth'schcn HofbuLdnrckcreiActien.Gesellschaft in