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Der Israelit · 1903-11-02 · Heft 87 (2.11.1903) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 87 (2.11.1903)
Date
1903-11-02
Page
– (sequence 17)
Language
German
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■OM OStS 2. Nov. 1903. Wrchodoxe KudenthunM , MkkMischr^ttv m M «. [»•■ «- G^gs Wer «ttSe,G§D Zeitgemälde von I. I. Krsszrwski in autorisirter Uebertragnng. 49! „Nun ja! Ganz recht!" entgegnete David. „Ich . aber überlegte mir dies „Geschäft" später anders und bemühte mich, tiefer in die Sache einzudringen. Und jetzt sag' ich Ihnen grad heraus, daß Sie Recht hatten, und wir Unrecht!" Er sagte dies mit erhobener Stimme, wie triumphirend und blickte dabei Jakob an, wie seines Erfolges gewiß. Jakob aber blieb kalt und verrieth weder Erstaunen noch Erregung. „Nun ja!" fuhr der Gast fort. „Sie hatten Recht! Wir müssen mit dem Lande gehen, wir müssen Polen sein! Ich habe nun mit dem Vater Folgendes beschlossen: Er seinerseits bleibt in alter Weise bei seinen Russen; er hat da seine Verbindungen, steht sich gut mit den Generalen und den Beamten! Ich aber trete auf die Seite der Polen!" Jakob schwieg. Nach einer Pause sagte er: „Ganz, wie es Ihnen gefällt!" „Na, Sie halten es doch auch mit ihnen?" fragte David. „Ich bin Pole, ' aber ich halte es nicht mit ihnen!" antwortete Jakob.. „Na, mit 'mir ist's ganz ebenso! Ich sage es Ihnen grad heraus. Ich habe mich schon mit ihnen verständigt. Ich verkehrte bei ihnen in Versammlungen und auf Jahrmärkten. Ich lernte sogar ihre Führer kennen, die dies Alles leiten! Ich werde sie unterstützen!" Als Jakob noch immer schwieg, fuhr David immer eifriger fort: „Das ist ein Geschäft! Und ein gutes Geschäft! Mein ganzes Vermögen Hab' ich längst über die Grenze gebracht. Fassen sollen mich die Russen nicht. Und selbst wenn dies wäre, würde der Vater mich retten! Aber nein! Nein! Das wird nicht sein! Gott bewahre! Hier aber ist ein gewaltiges Geschäft zu machen. Sie haben Geld, sie müssen Waffen aus dem Auslande einführen. Dabei läßt sich mächtig verdienen." Jakob sprang entrüstet vom Sessel auf und rief lebhaft: „Verzeihen Sie, in diese Sachen mische ich mich nicht!" „Warum denn nicht? Sie sagen doch, daß Sie Pole sind, und tadeln uns, daß wir es nicht sein wollen?" „Hören Sie, mein Herr David! Ich war aber kein Pole für das Geschäft, oder aus Berechnung, oder Furcht, sondern aus Ueberzeugung!" . „Ha! ha!" rief David lachend. „Auch ich bin jetzt solch' ein großer Patriot aus ganzer Seele! Ich singe: ,.Bor& cos Polske Et urou. Und ich dachte. Sie würden mich bei diesem Geschäfte unterstützen. Ich sage Ihnen die reine Wahrheit: Sie wollen mir noch nicht recht trauen, weil ich eben erst zu Ihnen übergetreten bin! Ich dachte mir, wenn ich Sie zum Compagnon nehme, wird es besser sein! Ich verlange von

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