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Der Israelit · 1903-02-12 · Heft 12 (12.2.1903) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 12 (12.2.1903)
Date
1903-02-12
Page
– (sequence 19)
Language
German
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267 ratur" als das Charakteristikum jedes wahrhaft gebildeten Nationaljuden — aber all das ist eben weiter nichts als ein Strohhalm. (Schluß folgt.) Zettun^snaiyrichte» uno Korrespondenzen. Deutschland. Berlin, 1. Febr. Aus der heutigen Sitzung der Repräsentanten hebe ich vor allem den Rechenschaftsbericht 1901/2 hervor. Aus den Konten hat sich ein Minderverbrauch von 118,154.30 Mk. ergeben, der auf erhöhte Einnahmen an Steuern und Zinsen zurückzuführen ist. Für Büreauangelegenheiten wurden 1320.80 Mark, für Synagogengegenstände 5335 Mk., für Grundstücke 4011.51 Mk. nachbewilligt. Für gottesdienstliche Zwecke betragen die Kosten 254,000 Mk., für das Schulwesen und die Religionsschule 182,000 Mk., für das Armenwesen 102,000 Mk., für die Waisenpflege 109,000 Mk., für das Krankenhaus 64,000 Mk. Die Ungunst in den wirthschaftlichen Verhältnissen hat auf die Steuereinnahmen der jüdischen Gemeinde Einfluß gehabt und zwingt zur Sparsamkeit. Die Vorlage des Stundenhonorars der an den Religionsschulen thätigen Lehrkräfte betreffend, wurde mit großer Mehrheit angenommen. Hamburg, 5. Febr. In der gestrigen Vürgerschaftssttzung wurde der Senatsantrag auf Ueberlassung eines 3000 Quadratmeter großen freiliegenden Bauplatzes am Bornpark, vor dem Dammthor, an die Deutsch-Jsr. Gemeinde zwecks Erbauung einer großen Synagoge und eines Gemeindehauses ohne Debatte einstimmig genehmigt. Der vereinbarte Preis ist unter Berücksichtigung des Zweckes ein sehr mäßiger; der Platz darf jedoch nur dem genannten Zwecke dienen. Rach Erledigung der nöthigen Vorarbeiten wird der Bau sehr bald energisch ausgenommen werden. H. B. Tchrimm, im Febr. (Vorboten einer besseren Zeit!?) Die Tochter des hiesigen Kultusbeamten Werblowski, welche seit mehreren Jahren in Bukarest im Hause des Herrn Dr. Rosin als Hauslehrerin thätig ist. hat kürzlich, wie wir erfahren, eine für rumänische Verhältnisse immerhin beachtenswerthe Auszeichnung erfahren. Bei der Prüfung, einer durch die genannte Gouvernante für die dortige städtische Töchterschule vorbereiteten Schülerin, erregte das sichere Können des elfjährigen Kindes so sehr die Aufmerksamkeit des Anstaltsleiters, daß er sich nähere Mittheilungen über die Lehrerin des Kindes machen ließ. Nach einigen Tagen wurde Fräulein Werblowski durch den Direktor gebeten, sich um eine Anstellung als Sprachlehrerin an der Bukarester Mädchenschule zu bewerben, welchem Verlangen die junge Dame um so lieber nachkam, als ihr gleichzeitig mitgetheilt wurde, daß ihr in Anerkennung ihrer pädagogischen Tüchtigkeit durch die Stadtverwaltung ein größeres Werk zum Geschenk gemacht, und daß ihr event. Gesuch befürwortend weitergcgeben werde. Die ministerielle Bestätigung ist auch inzwischen eingetrofsen und Frl. Werblowski in ihr neues Amt bereits eingeführt worden. G. H. Persien. Hamadan. Der Berichterstatter der „Allianz" in Hamadan schrieb derselben Folgendes: Vor einigen Wochen hatten zwei Israeliten — Berahel und Jsaac — die Stadt Kermanchahan verlassen, von denen jeder eine Last Baumwoll- und Spezereiwaaren im Werthe von 600 Tomans oder ungefähr 2500 Francs mit sich führten. Da sie zur festgesetzten Zeit nicht zurückkehrten, fingen ihre Angehörigen an, besorgt zu werden. Zufällig begab sich ein.jüdischer Hausirer in Geschäften nach dem Dorfe Ferouzi Abad, welches einem reichen Besitzer Vehil-El-Dowleh gehört; der einflußreichste Bewohner dieser Ortschaft nennt sich Dowleh-mande und ist ein berüchtigter Räuber, welcher seine Einwilligung gegeben hat, sich dem Allael-Dowleh, dem Gouverneur der Provinz Kermanchahan zu unterstellen. Kaum war dieser Jude im Dorfe angelangt, als er von einigen Einwohnern erfuhr, daß zwei Israeliten, Beharel und Jsaac, zwei Wochen vorher in einem Hohlwege, einige Meter von dem Hause des Dowleh-mande, ermordet worden seien. Der Jude ist beim .Anhören dieser Worte dermaßen erschreckt, daß er sofort das Dorf verläßt und nach Kermanchahan zurückkehrt, um die Angehörigen der beiden Opfer hiervon in Kenntniß zu setzen. Der Bruder eines dieser Opfer begibt sich, begleitet von mehreren Personen, nach Ferouzi Abad. Sie fragen den Dowleh-mande, ob es wahr sei, daß in der Nähe seines Dorfes zwei Juden ermordet worden seien. Er bestätigt dieses und gibt ihnen genau den Ort an, wo das Verbrechen sich zugetragen hat; unsere Glaubensgenossen begeben sich nach dem ihnen bezeichneten Platze; sie finden dort die Decke, welche einem der Ermordeten angehörte, einige Notizbücher mit hebräischen Schriftzeichcn, Gebeine und Barthaare. Die Gemeinde von Kermanchahan trug ihre Klage dem Salar-El-Dowleh vor. Er beauftragte einige Gendarmen, nach Ferouzi Abad zu gehen, um eine Untersuchung einzuleiten. Die Angehörigen der beiden Opfer begleiteten die Farachs. Sie verbringen drei Tage in dem Hause des Dowleh-mande zu und machen die Beobachtung, daß der Zucker, welcher ihnen zu dem Thee gereicht wurde, Spuren von Anilin zeigte, der ausschließlich von den jüdischen Spezereihändlern verkauft wird; die Kalinae (persische Pfeife) eines der Opfer wurden von den Anverwandten wiedererkannt. Schwerwiegende Beweise der Schuld oder der Mitwissenschaft ruhten auf dem Dowleh-mande. Er fürchtete sich auch deßhalb und schrieb an Salar-el- Dowleh, daß, im Falle er behelligt würde, er sein Dorf

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