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Der Israelit · 1903-02-12 · Heft 12 (12.2.1903) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 12 (12.2.1903)
Date
1903-02-12
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Sonntagsdienst der englischen Post auszndehnen und zu diesem Zweck den Sonntag für die jüdischen Postbeamten zum Arbeitstag zu machen. Dieses Gerücht ist, wie die „Daily News" mittkeilen, unbegründet. Die Idee, die jüdischen Beamten Sonntags zum Dienst zu verwenden, ist allerdings seit 1879 mehrfach aufgetaucht und auch erwogen worden. Die jüdische Schule in Stepney hatte den Vorschlag zum ersten Male gemacht. Er gilt jedoch als undurchführbar, weil die Zahl der jüdischen Postbeamten sehr gering — noch nicht 1 Prozent — ist. Auf diese Beamten mosaischen Glaubens wird am Samstag Rücksicht genommen, indem man ihnen Dienstfreiheit an diesem Tage gestattet, wenn sich ein anderer Beamter zum Dienstaustausch bereit findet. London, 9. Febr. Am gestrigen Sabbat war der Oberbürgermeister der Stadt London, der Lord-Mayor Sir Marcus Samuel, beim Gottesdienst in der New- Synagoge (Great St. Helens) offiziell anwesend. Er wählte diese City-Synagoge, um anläßlich des Jahrzeiistages für seinen sel. Vater die üblichen Gebete zu verrichten, weil er auch vor Jahren in dieser Synagoge seine Barmizwah feierte. Da der Lord-Mayor im Staatsgewande, und in Prozession mit den Szepter- und Schildträgern, wie üblich, zu erscheinen hatte, aber wegen des Sabbat-Gesetzes unserer Religion nicht im Staatswagen anfahren konnte, so sandte er seine Staatsrobe etc. am Freitag zur Garderobe und begab sich zu Fuß, im Civilgewande, mit seiner Gemahlin und seinen Töchtern am Sabbat zur Synagoge, woselbst er, nachdem er in der Garderobe seine Uniform angezogen, die Prozession eröffnete und zur Thora aufgerufen wurde. Die nicht-jüdischen Szepter- und Schildträger fuhren in den Staatswagen zur Synagoge. Zum Frühstück nach dem Gottesdienst wurden der Chief Rabbi, Dr. Adler, mit Gemahlin und Tochter, der Prediger Rev. Levi und Cantor Rev. Epstein, sowie der Synagogenvorstand Mr. Kohn (der bekannte Restaurateur) eingeladen. Es wurde zum ersten Male im Mansion House (Rathhaus der Stadt London) vor der Mahlzeit „Kiddusch" vorgetragen, was als ein wahrer Kiddusch haschem bezeichnet werden kann. Iu unserem Bilde. Die auf Seite 253 abgebildete Szene auf einem nach Südafrika segelnden Schiffe, die ursprünglich durch photographische Ausnahme festgehalten wurde, begleitet ein Korrespondent des „Daily Graphic" mit einem Kommentar, der als bezeichnend für die antisemitisch angehauchte Stimmung in der Kapkolonie hier in Ucbersetzung folgen möge: „Die Decks fast all der Dampfer, die nach dem Kap bestimmt sind, sind zur Zeit mit europäischen Juden der untersten Klassen gefüllt. In Hunderten kommen sie von Russland, Polen und Deutschland. AU^nscheinlich werden sie nach Südafrika durch Syndikate gesandt, die zu diesem Zweck gebildet sind, denn die. Leute selbst sind zu arm, um die zehn Pfund Sterling zu zahlen, welche die Ueberfahrt kostet. Der Schreider dieser Zeilen will aus der jüngst gepflogenen Unterhalt tung mit einem dieser Leute erfahren haben, dass das vorgeschossene Reisegeld mit äußerst hohen Interessen zurückcrstattet werden muß, doch heißt es, diese Rückzahlung werde sich leicht durch das Hausiren mit «nächten Schmucksachen und anderem geringwerthigen Kram deutscher Fabrikation aufbringen lassen. Abnehmer sollen die Eingeborenen in den Docks oder in den Minen sein. Uersonakien. > München. Gestern r) verschied nach langem Leiden die Frau des Herrn Moritz F e u ch t w q n g e r, geb. Schwarzschild aus Frankfurt a. M., im 67. Lebensjahre. Sie war die Tochter und Schwester von m-porn v'-non. . rvssun vermischtes. Hamburg. Im Verein für jüdische Geschichte und Littemtur hielt Herr Dr. I. Lowenberg, einen sehr fesselnden Vortrag über „Otto Lndwigs Mokkabäer." Mülheim a. Rhein, 9. Febrnar. Der Lehrer Louis Jacob-y zu Mülheim a. Rhein ist von der Königlichen Regierung zum Klassenlehrer an der öffentlichen israel. Volksschule in Köln ernannt worden. Aus Baden. Vom Grotzh''zoglichc„ Oberratbe d<-r Israel,icn wurde der Miete! Weil'sche Tugend-r«is iiir das Jahr 19"2 im Betrage von 635 Mark dem Jakob Wolr in Buchen, für das Jahr 1909 im Betrage von 420 Mark der Frau Maier A l exander Wittwe inAdelsbeim verlieh m. Neapel. Baron Nathaniel Rothschild, der im Oktober eine längere Reise nach Italien unternahm, ist hicrs-ll'st eikiankt. Er leidet an einem Abzcß am Ellenbogen; Gefahr ist mckt Vorhänden. Briefkasten der Redaktion. ft. I Siebenbürgen: Unterrichten Sie nach der Biblischen Geschickte von Stern. Verlag von I. K a.n f s - mann, Frankfurt a M. Dort werden Sie.die passende Darstellung finden. . , ' Briefkasten der (^rpedition, ' S. H. in Geestemünde: M. 7 empfange» Dr. E., Baden: Aus Zürich M, 6 5-0. ges. bei' der Verlobung von Frl. Snauß mit Herrn Mannes.. erhalten. Das EkirendiPlSm i Firma Emanucl SUjutuc & Tö,,n. 2S»in. iuc ihr Produkt ftü»cri»j,! ein gürnniirt reines Pflanzenfett von hervorragender Bedeutung > für Sveisezwecke. neuerdings gelegentlich der Aus,tellüng derHauS» I ftau verlieben. Anch bei trüber, a Olrleaenheiten erfuhr das Pro» i bukt vielfache Auszeichnungen nnd sollte keine Hausfran einen Versuch mit diesem Fett verabsäumen.

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