Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 11 (9.2.1903)
- Date
- 1903-02-09
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2449890-2449902--57617-2520336- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Ym Traktat, erwiderte er: Ehullin. In seiner Unwissenheit hatte er keine Ahnung, daß er mit diesem einen Wort seine Abstammung verrathen hatte. Das bomerische Gelächter, das auf diese Antwort folgte. Hai er gewiß seinen Soldgebern als Beweis für seine Kunst berichtet, religiöse Gespräche anzuknüpfen und, wenn auch nicht die Herzen, so doch das Zwerchfell zu erschüttern: - : E n g 1 a n v. London, 7. Febr. Zweihundert russische Juden, die heute mit dem Dampfer „Lismore Castle" nach Kapstadt hatten abfahren wollen, haben gestern ihr Fahrgeld zurückerhalten, weil keiner die Bedingungen des neuen Einwanderungsgesetzes der Kapkolonie erfüllte und keiner auch das Fahrgeld für eventuelle Rückfahrt deponiren wollte. Rumänien. Bukarest, 5. Febr. (Zur Kennzeichnung der rumänischen I u de n g e se tz e.) Welche Anomalie die rumänischen Gesetze in Betreff der Juden zeitigen, die u. a. bestimmen, daß auch in Rumänien geborene Juden nicht als Rumänen anzuerkennen sind, zeigt eklatant der folgende Fall, den die Münchener „Allg. Ztg." aus Bukarest erfährt: - „Ein rumänischer Jude wurde wegen eines Delikts bestraft und, da er als Fremder betrachtet wurde, nach Abbüßung seiner Strafe des Landes verwiesen. Er würde über die ungarische Grenze gebracht,, doch brachten die dortigen Behörden den arbeits- und mittellosen Menschen per Schub nach Rumänien zurück, wo er wegen „unerlaubter" Rückkehr sofort wieder eingesperrt und zu einer Gefängnißstrafe verurtheilt wurde. Rach Abbüßung dieser Strafe wurde der Jude über die bulgarische Grenze abgeschafft, doch auch die Bulgaren schickten ihn mit Zwangspaß zurück. Darauf wieder Einsperrung und Aburtheilung und demnächst Abschaffung, diesmal nach Serbien. Aber auch dort wurde der Jude mit Dank abgelehnt und nach Rumänien zurückexpedirt. Hier wiederum Einfperrung, Aburtheilung und Landesverweisung, aber mit keinem besseren Erfolge. Dieser Vorgang hat sich bis jetzt vier bis fünfmal wiederholt, und der arme Teufel, der so zwischen Gefängniß, Ausweisung und zwangsweisem Rücktransport hin- und hergondelt, wurde mit immer härteren Strafen belegt, zuletzt am 30. Januar, wo ihn das Tribunal wegen verbotener Rückkehr zu fünf Monaten Gefängniß verurtheilte." - : A m e r i k a. Newport, im > Febr. (Ein deutscher Jude, decs zum Gesandten gebracht Hai:) Natürlich in Amerika; bei uns in Deutschland künn - dergleichen selbstverständlich nicht Vorkommen. Vor Kurzem' starb der Heryorrägendste Jude im westlichen Amerika, Sal'om'on Hirsch. Von Geburt ein Württemberger. war er, da seine Eltern arm waren und elf Kinder hatten, mit deutscher Ekementarschulbildung ausgerüstet, 1853 im Alter von vierzehn Jahren ausgewandert, um in Amerika sein Gluck zu machen. Von Stufe zu Stufe arbeitete er sich geschäftlich empor. Er gewann das Vertrauen feiner Mitbürger in dem Maße, daß sie ihn zum Deputirten, dann zum Senator wählten, und er schließlich als Gesandter der Vereinigten Staaten nach Konstantinopel geschickt wurde. Seinem alten Vaterlande bewahrte er seine Anhänglichkeit insofern, als er dafür sorgte, daß in feinem Wohnorte, Portland, der Unterricht in der deutschen Sprache eingeführt wurde. Weder hinderte seine jüdische Abstammung ihn. die höchsten politischen und diplomatischen Ehrenstellen und Aemter zu übernehmen. noch verhinderten diese ihn, seinem Glauben die höchste Treue zu bewahren. Die Amerikaner weisen mit Stolz darauf hin. daß ihre Institutionen der Entfaltung geistiger und moralischer Kräfte keine künstlichen Hindernisse in den Weg legen, die amerikanischen Juden wiederum sind stolz darauf, daß einer aus ihrer Mitte dem Vaterlande große Dienste hat leisten können und dafür reiche Anerkennung gefunden hat. vermischtes Ezarnika«, den 2. Februar. In lctzt.r Woche wurden hier zwei goldene Hochzeiten von unse.ren jüdischen Mitbürgern aeieiert. Am 31. Januar feierten die Leiser Pinkus'schen Eheleute, umgeben von ihren Kindern und Enkeln, das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar befindet sich noch in voller körperlicher und geistiger Frische, und am 1. Febr. war es die GersonMos e s' scheu Eheleute, welche umgeben von ihren Kindern und Enkeln das gleiche Fest begingen. Moses gehört schon seit Jahren dem Vorstand der hiesigen Ehewra-Kadischa an und ist ein äußerst geehrtes Mitglied in unserer Gemeinde. I. Sawadn. München In Oberhäuten b. Augsburg hat sich eine jüd. Gemeinde gebildet. Sie will nun eine Synagoge erdauen lauen und Einrichtungen genau nsrG rro treffen. Briefkasten ver Redaktion. Rabb. H. G. in 2.: Bullricks Magenpulvcr ist ebenst.lls ein Gcheimmiltel. dessen Zusammensetzung nicht angegeben ist. St. in W.: Wenden Sie sich an Herrn Alfred Geiger, Frankfurt a M, Lcerbachstraße 29._ Notiz. Der Bericht über die ..Erste Generalversammlung des Vereins für die jüd. Interessen Rheinlands-, am Mittwoch. den 19. Marcheschwan 5663 in Eöln, im Englischen Saale der .Philharmonie", von S. Franksurter,We'el ist im Drucke erschienen und durch die Job. Wirth'sche Hosbuckd cu ckerei A.-G. in Mamz u» besitzen. Unserer heutigen Rümmer liegt die Februar» Ausgabe der rituelle« Speisehäuser und Hotel» Restaurants deS »Vereins zur Förderung ritueller Speisehäuser- (Sin Hamburg) bei, worauf , wir . besonders aufmerksam machen.