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Der Israelit · 1903-02-05 · Heft 10 (5.2.1903) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 10 (5.2.1903)
Date
1903-02-05
Page
– (sequence 20)
Language
German
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geneigt ist. einen Rückzug anzutreten. Dieser Tage hat er persönlich am hiesiger, maßgebender Stelle Vorgesprächen und um Intervention angesucht. Darüber herrscht nur eine Ansicht, daß der Koßoner Rabbiner seine ganze Aktion in der leidigen Schochetfrage reumüthig und öffentlich als einen Jrrthum erklirren muß. Es wurde eine Kommission, bestehend aus den Oberrabbinen Reich-Budapest, M. Halewi, R. Karoly, Deutsch-Bonyhad, Sofer, T. Füred und Präsident Lipschitz, eingesetzt, die den Text des Widerrufes und die Art und Weise der Veröffentlichung feststellen wird. Hoffentlich wird die Intervention dieser Gedaulim vom gewünschten Erfolge begleitet sein. Bcresno, im Febr. Der im „Israelit* jüngst erschienene Artikel über die „Kompetenz des Rabbiners" hat allenthalben tiefen Eindruck gemacht. Obwohl die angeführten Daten in hebräischen Druckschriften schon früher veröffentlicht waren, so wußte man in weiteren Kreisen doch nicht ganz genau, worum es sich handelt. Die hierländischen jüdischen Zeitungen, die amtlichen und nicht amtlichen, haben diese Angelegenheit ganz einfach todtgeschwiegen. Und doch hat das Attentat gegen die religiöse Kompetenz des heimischen Rabbiners in N. Mada die größte Beunruhigung in allen Gemeinden der Umgebung hervorgerufen. Die Entscheidung der hervorragendsten Rabonim Ungarns war auch schon durch den Druck veröffentlicht und unsere jüdischen Organe fanden es noch immer nicht der Mühe Werth, den traurigen Thatsachen einige Worte zu widmen. Wie nun verlautet, wird der Koßoner Rabbiner sich doch entschließen, seinen Standpunkt aufzugeben. Wenigstens hat er in diesem Sinne mit hervorragenden Kapazitäten Unterhandlungen angeknüpft. In unserer Gegend aber hat man nicht viel Vertrauen zur Aufrichtigkeit des Koßoner Rabbiners in dieser Sache. Wir leben mit den Verhältnissen und können uns nicht Täuschungen hingeben. Der Schochet in N. Mada, der noch immer keine Kabolo hat und vom heimischen Rabbiner sowohl, wie überhaupt vom Bes Din und allen maßgebenden Autoritäten geassert wurde, hat noch nicht aufgehört, die Schechitah auszuüben. Jeder einsichtige Mensch, wenn er auch kein Thorakenner ist, muß zugeben, daß der Koßoner Rabbiner, wenn er seine That ernstlich bereuen wollte, in erster Reihe seinem Schwager das Handwerk legen müßte. Diesen Brand hat Rabbi Rottenberg selbst angestiftet, er muß ihn auch löschen. Nach dem Ausspruche aller kompetenten Faktoren wird in der Gemeinde N. Mada nwnvi wb'2Z gegessen. So lange Rabbiner Rottenberg dies ungehindert mit seiner Autorität zu decken glaubt, kann von einer Reueempfindung garnicht die Rede sein. Im Gegentheil, ein solches Heucheln und Versteckenspielen ist noch viel unwürdiger, denn das nennt man: W2 .ppi Wir begreifen es wohl, daß es den Koßoner Rabbiner unangenehm berührt, daß 'bvij ihn einhellig verurtheilt haben. Er möchte gewiß auch gerne sein verlorenes Renommee wieder zurückgewinnen. Nimmer ^ann dies aber auf diesem Wege erreicht werden. Er hat seinen Schwager gegen den Willen des kompetenten Rabbiners als Schochet eingesetzt. Der Schochet hat auch keine andere Autorisation, als die seines Schwagers. Der Schochet ist von einem nrssa jn w* und von D'bn;n b2 seines Dienstes amovirt. Seine Sch?- chitah ist als nVos ausgesprochen. Diese unerhörte Gewaltthat muß zu allererst aushören. Nur wenn dies geschehen ist, kann von aufrichtiger Reue und Rückkehr die Rede sein. Aber auch nur dann wird die unglückliche Gemeinde N. Mada in den Schoß des Friedens zurückgeführt werden können. Neutra, im Tebeth. Wenn es unsere Weisen als heilige Pflicht erachten, daß das Hinscheiden eines Talmudgelehrten und frommen Mannes selbst in weitesten Kreisen betrauert und beweint werbe, so fühle ich mich veranlaßt, in Ihrem geschätzten Blatte von dem plötzlichen, unverhofften Tode eines solchen, in der schönsten Blüthe seines Lebens hingerafften Mannes zu berichten. Herr Mendel Rosen zweig, der eine lange Reihe von Jahren als Zierde der hiesigen Talmide * Chachomim gegolten, ist leider plötzlich, nach kaum eintägiger Krankheit, uns entrissen worden. Dieser große Gelehrte hatte neun Jahre in der Jeschiwo zu Preßburg gelernt, wo er zu den vorzüglichsten Schülern des großen tmd 2N2 und dessen Sohn gegolten hatte. Er war von drei Großen mit narrn »iw beehrt, und trotzdem sich ihm öfter die Gelegenheit dargeboten, eine Rabbinerstelle zu erlangen, hatte er dies aus Bescheidenheit verweigert, und so kam es, daß er hier eine lange Reihe von Jahren in größter Noth und Armuth sich ausschließlich mit krnm nw'b beschäftigte. Welch' tiefe Trauer der Verlust dieses seltenen Mannes in unserer Gemeinde hervorgerufen, hat sich bei dem über tausend Menschen zählenden Leichenbegängnisse bekundet. Vor der Synagoge hielt Herr Rabbiner K a tz eine tief empfundene Trauerrede. Dann nahm der aus Berlin herbeigeeilte älteste Sohn, Herr Heinrich Rosenzweig, in erschütternder Weise, mit zu Grundelegung treffender Stellen aus Thauro und Agadah, von seinem theuren Vater Abschied. Zum Schluß sprach noch der Schwager des Verblichenen, Herr Rabbiner Isaak F r i s ch m a n n aus Vittencz Worte der Trauer. Möge der Allgütige den fünf unmündigen, in großer Noth zurückgebliebenen Waisen und der jungen Wittwe ein Annehmer sein. Joseph Frischmann, Rabb.-Cand. des bekanntlich aus der Frucht der vi'Wv Cocoßyalme erzeugten, garantiert reinen Pflanzenfettes „Kunerol" ist denen lange Haltbarkeit. Da „Kuncrol" zum Unterichi»d von allen thierischen und auch vegetabilischen Fetten, frei von allen Fettsäuren ist. kann es nr geeigneter Weise auch ein Qatjt lang ansbewahrt werden, ohne datz cs an Qualität die geringlte Einbuße erleiden würde.

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