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Der Israelit · 1903-02-02 · Heft 9 (2.2.1903) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 9 (2.2.1903)
Date
1903-02-02
Page
– (sequence 17)
Language
German
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| WMW AU\r |</M O S E S \ei‘~ >[= i |jj-<-A RON^ffi mmm MM mseiEBsssay •- I > -.: -\ ■ LFebrlSosi [Mn 6 Zeitgemälde von J. J. Krsszewski in autorisirter Uebertragunr t« . ... ,• ' ' ■; •:.. - „Also, wenn nicht in Genua, so doch auf Wiedersehen in Warschau!" sprach die Colomi zu Jakob und Jwas. „Wer weiß! Vielleicht...." „Werden Sie bestimmt reisen, gnädige Frau?" „Mir scheint es unfehlbar," sprach, sich nach dem Begleiter umsehend, die Sängerin. „Also auf Wiedersehn! Noch ist übrigens unsere Abreise nicht festgesetzt. Die Herren könnten immer noch einmal so galant sein, zu mir zu kommen! Gute Nacht!" Jwas und Jakob schritten, nachdem sie sich von den Italienern verahschiedet, beide schweigend nach Feder's Hotel gegenüber. „Heute werde ich wohl, wie mir scheint, eine Fortsetzung Ihrer Lebensbeschreibung nicht zu hören bekommen," sagte Jwas. „Ich bezweifle, daß Sie die Kraft dazu finden werden. So übermäßig haben Sie die Erinnerungen zermartert." „Ja wohl. Erinnerungen, aber fremde!" erwiederte der Jude mit trübem Lächeln. „Der Mensch von gestern, wie oft pflegt er uns fremd zu sein!" flüsterte hartnäckig der Begleiter. „Aber ich will lieber schweigen." So in Gedanken vertieft und nichts werter mrt einander sprechend, begaben sie sich zur Ruhe. Als Jakob am andern Morgen erwachte, traf er zu seiner großen Verwunderung den Begleiter nicht mehr im Zimmer. Man sagte ihm, Jwas sei früh aufgestanden und in die Stadt gegangen. Er erschrak über diesen allzu zeitigen Aufbruch, obgleich er ihn durch das Bedürfniß zu einem Spaziergange oder einem Bade, oder sogar durch einfache Neugierde erklären konnte. Denn er kam auf den Gedanken, der arme Bursche sei ihm vielleicht aus allzu großer Empfindlichkeit wieder entwischt, um mit eigenen Kräften den Kampf mit neuen Schwierigkeiten aufzunehmen auf dem langen Wege. - An der Thüre aber lag noch Jwas' kleines Bündel. Er wartete also auf ihn etwas unruhig mit dem Früh.: stücke. Endlich kam Jwas^ »Ich ging, um mir ein wenig Bewegung zu machen!" sagte er lebhaft, indem er Jakob die Hand drückte. „Mir war hier so eng in der Stube. Ich bedurfte Luft, Einsamkeit, vor allem Bewegung. Seit Marseille ging ich zu Fuß und härtete mich ab. Plötzlich beginnen Sie, mich zu verzärteln, das verdirbt; ich fürchtete, mich schon verweichlicht zu haben. Mich ergriff eine kindische Unruhe. Ich mußte mich etwas ermüden. Jetzt rinnt mir der Schweiß in. Tropfen herab. Jetzt ist Alles gut. Ich fühle, daß ich wieder ich selber bin. Ich lebe!" : .vij Jakob begann zu lachen. ' - „Sie sind ein Kind," sprach'er. „Verzeihen Sie! Sie zweifeln zu sehr an sich selbst, wie Andere zu viel

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