Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1903-01-29 · Heft 8 (29.1.1903) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 8 (29.1.1903)
Date
1903-01-29
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/2446951-2449890-2449899--57543-2520258
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

44. Jahrgang. s fr:- so viele, viele Jahre im Frrthum befangen-wWt,--atz-. Lrn Wort, zur Verständszunz. - . .Von Na^haek Vreuer. „; ' ’ - »Den König in feiner Schöne sucht dem Auge.' Wem» es sehnsüchtig »mch dem femen Lande blickt? .. Traurig jrnnt dern Herz: »vo »st der KanÄer. - Wo der Scckler. wo der Pfleger unserer Durren? .. O. nicht den machtstolzen Staat ersehne ttr, . - ' v. Nicht den Staat diplomatisch tiefer Rede»», r- * . Absichtlich stammelnder. Unverständlichkeit erstrebender Zunge: Auf Zion schau, unserer Zukunft Burg. . . . Jerusalem sehe teil» Auge, als ^riedensstatte. . --' AlS ei,» Zelt, das ,»»cht immer wieder aui's neu gespreitet. ' /- Di»S feine Pflöcke nicht immer wieder lockert, . Und von dessen.Haltern keiner reiht! v;°;w.-.- Dem» wen» dorr »nachtherrlich <S-tt uns »oird.- Dort, in dem stribreiche-l Land, mir den loritgeuferien Strömen — Wird doch kein Kricgssrüm dort kreuzen. - / Kein »nächtig FabrzeM schiffen, v Sonder»» Gort unser Richter.;' - . »Sott. ,r»ser Gesoxgeber. - . > U . . .. «Sott, »lnscr König. '? "-"-y.- \ ~V Gr ist'S. der daun mls hilft- — — ^-- ' ■ ‘ . .» (Scining. Kap. 33. B. 17—L3;'vgl. "Gesammelte Cchristcn. von. Äiabbiner Samson. Raphael Hirsch. i.,Bd.S. 128.ID.-, . Hinnö koow theufeno, wechajäunoh el arubaußehem! .: Siehe, wie Wolken eilten sie dahin, doch wie Tauben zu ihren Schlägen! Anfangs glaubten wir, sie würdem niemals wiederlehren, gleichwie wie die Wolke Niemals - wiederkehrt, wenn, sie am -Himmel dahinziehend,- allmLlig unserem Blicke entschwindet. Sie warteten so lange, bis sie's deutlich erkannten, daß man sie. draußen in der großen Welt nicht gern habe, und dann erst sprachen sie thränenden Auges: - Die Orthodoxen haben Recht, wir sind im Goluß! - ' Da kamen sie denn endlich alle in Lunten Schäaren, Männer, Weiber, Kinder,- Greise — wie die Tauben zum heimischen Schlage — und reden von der Judennoth, die sie nicht mehr ertragen könnten, von der leiblichen und geistigen Judennoth, von'» den . Beschränkungen, - denen der Jude im öffentlichen Leben unterworfen sei und von den-Gehässigkeiten, mit denen man ihm-in allen Kreisen des gesellschaftlichen Lebens begegne. -- ' v' -. - Mr sind im Goluß! - Glaubt.ihr's nun endlich? Seht, wir orthodoxen Juden haben keinen Augenblick daran gezweifelt, daß es eine Judennoth gibt, wir waren nie so kindisch,- zu glauben, daß, weil'man uns die Fesseln abgenomme»^ wir-'- uns'deßhalb so -frank und srer werdenbewegew körMen/ wie' Unsere nichtM dischen Brüder, r Das geht nun Einmal nicht, so Lang - man noch im-Goluß iff. - Ünd-da ß^wir.ÄoH im-Goluß'sind, alle, allr.-ohrre Ausnahme, -das gesteht' rhr^jü j; jetzt selber -einmeine ^Herren Zionisten! -n -Zua Ihr?:brauchet.mcht:so^«Mimek,sMschrereNL und: ■ 7! nehmet, nie wieder einzuschlafen?- Wir orthodoxen: Juden sind vorsichtig. - Wrr sind) gär nicht so leicht zu ü^rzeugen?)' und 'Md)düch gar^ nicht so dumw, wie 'wir aussehen. '^ Ihr seid aufgewacht? Jhr woM mcht weitereinschkafen? Sch affe t :- u n s; G ä t a n t ie n!) Wer bürgt uns denndäfür,daß,wenn Wte Me.Re-/ gierungen' Europä's angesichts der gesammteü civilis-" sirten Welt' die JüdenemMzMtion^M'unt^rbrLch»')' liches und init allen Mitteln administrativerGewaW durchzüfihrendes Gesetz pröklamirten, 'Undsie" ent^ schlössen sich zugleich, - dieses öffmtliche und feierliche- Versprechen durch ' die. LH'akM. verwirklich^!: in allen Ministerien berieten' Juden üb^r das Wohl der Völker, alle Universitäten witnihelten von ordentliches Professoren jüdischer Abkunft,; sLmmtltche- Offizierkorps hätten. eine. große Anzahl jüdischer' Miglieder/. Rußlands und Rumäniens Herrscher öffneten den Der*' triebenen Juden die Pforten ihrer Länder wieder) "und in hellen Schaaren strömten sie aus den überseeischen Ländern in die alte Heimath zurück, und in Jsrael's Kreisen herrschte Freude und Jubel — wer bürgt uns dann dafür, daß bei einer unvorhergesehenen-' plötzlich eintretenden glücklichen Könsiellätion der? politischen , Sterne Europas die guten ziönistischen Vorsätze.älsda. sind: ' Schaffung einer' öffentlich rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina,)Hebung des jüdischen Volts--' bewußtseins u.' s. w., nicht verfliegen werden/'wie' -dev. wüste Traum einer unruhigen Nacht, und daß Palästina nicht wieder degrädirt wird> zur alten,-mythischen Heimath einer längstgestorbenen/Nation, des als' Mumie durch die Zeiten wandernden Israel"-^-- wer' bürgt uns denn dafür, - daß, wenn. die antisemitische Katzenmusik, die euch nicht schlafen läßtz-heute wdek morgen plötzlich abbricht, ihr nicht wieder ansangeü werdet, ganz gemächlich'zu schnarchen, obwohl :1hr euch fest vorgenommen habt, nie wieder^'einzuschlafen!:»'-- ' Nein,' solange-' man -nicht das I üd ent hu m anerkennt: solange ist auch keine - Hoffnung'-vorhanden>' daß diese Rückkehr von Segen^ und von' Dauer ist^. '< Und was heißt Judenthum? „Judenthumheißt: T h'a-ü r-o s jüdisches^ Gesetz, jüdisches-LÄben^-H/Nationäljudewseid ihr? .^Jhrlseid es durch 'euie >Geburt,-.dürchusurs'Msiammüng?! -' Oj dann - wäret-ührvonsjehr^ MsLionaljuden;- damalsnoch, 'akZ"ihr::im:FudMthmn7LrfcMgM Wüttt-Innv frrtfo: ftr■fnfrrifrirtpil;?mih5 ftnr-'.{forpr darankÄrzweifelten-Irdaß ihr jemflss!wieder.'-nufwachen juden. Hattet -. ihr ^'düch > ein - päar<Jähre7 langer' schlafen, und wäret dafür als — Judev aufgr-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.