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Der Israelit · 1903-01-26 · Heft 7 (26.1.1903) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 7 (26.1.1903)
Date
1903-01-26
Page
– (sequence 17)
Language
German
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f i MM ur Sas äj-OA RONJoft 26.Za«.1S0S.1 mm XTEE ZeiLgemÄde von I. I. Krsszewski in autorisirter Uebertragung. „Ich weiß wahrlich nicht, gnädige Frau, ob das Uebrige des Erzählens Werth ist, so leicht läßt es fich errathen. Sie wären keine Frau, wenn Sie es nicht schon längst errathen hätten. Zwei so verwaiste, sehnsüchtige Seelen, die noch an eine Poesie des Lebens glaubten, konnten sich nicht ungestraft begegnen. Tilda erkannte in ihm ein edles Wesen; er in ihr sein Ideal, noch potenziert durch die Traurigkeit, noch entzückender. durch die Sehnsucht, diese wunderbare Hülle, die zu heiligen scheint, was sie nur irgendwie berührt. Im Hause des Vormundes aber war Mem sorgfältig vorgebeugt, und der geringste Schein einer Annäherung würde sofort Verdacht erregt und erbarmungslose Verbannung aus dem Paradiese nach sich gezogen haben. Die Beiden wußten dies so gut und befürchteten es so sehr, daß sie, obgleich sie das größte Mitgefühl für sich empfanden, einander fern und gleichgültig blieben, aus Vesorgniß, daß der leiseste Argwohn sie des letzten Gutes berauben könne. Ein Gespräch am Abend mitten im Völlen Salon, auf der Promenade, im Garten, an Tilda's Klavier; ein Blick, ein halbes Wort, waren die ganze Ausbeute. Aber auch dies bedeutete schon so viel! Der Vater gestattete nicht einmal, daß der arme Bursche auch nur zu denken wage an die Erbin von Millionen, welche von irgend einem kleinen Rothschildchen träumen konnte.. Uebrigens würde er, hätte er etwas gemerkt, wohl diese kindlich-ätherische Liebe, welche er für einen unschuldigen Zeitvertreib, eine Eigentümlichkeit der Jugend hielt, kaum beachtet haben, da sie ja doch keine weiteren Folgen haben konnte. Die englische Gouvernante, eine schon etwas verblühte Jungfrau, welche es liebte, sich mit platonischer Liebelei zu amüsiren, und daher selbst eine kleine Schwäche zu dem jungen Manne hatte, indem sie hoffte, ihn durch all ihre Talente zu bezaubern, schreckte ihn durchaus nicht ab. Sie nahm vielmehr feine Annäherung auf eigene Rechnung, und bemühte sich, ihn an sich zu locken. Er aber benutzte dies nur, um die schöne Tilda zu sehen und zu sprechen. Der Vormund durchschaute den Plan der Engländerin, denn er hatte dafür sehr geübte Augen. Da er aber selbst zu ihr keine Zuneigung fühlte, nahm er es um so weniger dem jungen Manne übel, daß . er diese Schwäche ausbeutete. Er warnte ihn nur scherz- _; weise vor einem offenbaren Aergerniß. Ihm war es nur um den Anstand zu thun, am wenigsten um die Folgen. Es erschien ihmnur zu natürlich^ daß .der Bursche seine männliche Laufbahn beginne." Hier hielt Jakob inne, als ob ihm der Faden entfallen sei. .*• .; Die Italienerin reichte ihm sofort Sorbet. Alles schwieg. Nach einer Pause begann er wieder, wie er* mattet, mit leiser Stimme:;: : ••••'• •. ,r\ — ' «Mag Jeder von uns,1 meine Zuhörer, - sich der - ' Tage der ersten Liebe erinnern, dieser ersten Blume

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