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Der Israelit · 1903-01-26 · Heft 7 (26.1.1903) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 7 (26.1.1903)
Date
1903-01-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
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44. Jahrgang. M7Ä KenLral-Hrgan für das orlhoboxe ''Ä - . Begründet von"'"?:? ' ' . ' — . : '-"L 37, 5663 Montag, d«» 26. Sonuot 190». ■:{ ->*f, . ' -- .-tf1*? ■;■. ««Jv fl,; ‘ ‘Jr~ Für abönnirt man bet allen Postanstalten für die Mona-e I'sMMK.L' WWÄ -Eli.E’S auf den „Israelit,". Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-ZeüungSfchalter des Wohnsitzes deö Bestellers oder bei dem bei treffenden LandbrieftrLger aufgeaeben werden. CZ/3* Die Briefträger sind berechtigt den Abonnements-Betrag in den ersten 2» Tagen deS Monats gegen Quittung in Empfang zu nehmen. . Äusland entsprechend höher. - t- Die Grpeüitton Ses «Israelit." Ae sMe ZghglMt ZnyilklW. \ Berlin, 28. Januar. Es babelt und bibelt, es . bebelt und brodelt, es. siedet und zischt wieder einmal ganz gewattig in dem Hexenkessel an der Spree, den lman kurzweg Berlin nennt. Die Blasen, welche; das Ganze treibt, sind gar nicht ohne Interesse. Aber ^man muß sie rasch fixiren, denn eine drängt die andere, -und sie losen sich in blauen Dunst auf, wenn man ihnen '-fest mit kritischem Blick in's Auge schaut, j Also Herr Professor Friedrich Delitzsch hat wieder Zeinen Babel-Bibel-Vörtrag in der Singakademie, wie jöor Jahresfrist gehalten. Die kaiserlichen Majestäten,? Kanzler und Minister, und andere hervorragende Per-! sonlichkeiten befanden sich wieder unter der zahlreichen | Zuhörerscha/t; und das ist eigentlich das Wichtigste an i dem ganzen Vortrag. Man schließt daraus, und gewiß nicht mit Unrecht, daß hohe und Allerhöchste Kreise s die Forschungsresultate des Herrn Professor Delitzsch theilen und begünstigen. .Das gibt ihnen einen gewissen Nimbus, der von dem innern Werth und Un- > werth dieser Forschungen vollständig unabhängig..ist," der es aber doch Vielen angethan , hat. Selbstredend' nur aus der großen Masse; von den Fachgelehrten- ' haben viele über Herrn Professor Delitzsch ihre^ eigene > Meinung, die nicht gerade sehr schmeichelhaft für ihn ist! Herr Professor Friedrich Delitzsch in Berlin, nicht.! zu verwechseln mit seinem berühmten Vater Franz De-? litzsch, dem bekannten Leipziger Theologen, ist Assyrolcge. Als solcher hat er seine Aufmerksamkeit beson- ' ders den Ausgrabungen an der Stelle des alten Ninive zugewendet, bei welchen in den letzten Jahren hoch-? interessante Funde zu Tage gefördert wurden.? Unter diesen Funden nehmen kleine, beschriebene, irdene Täfelchen, deren Zahl sich auf cä. Hunderttausend beläuft,?? einen hervorragenden Platz ein. Das Alter dieser? Täfelchen soll um einige Jahrtausende weiter, als die? übliche Zeitrechnung zurückreichen, also ca. 4000 Jahre repräsentiren; somit ' etwa der Zeit Abrahams ent-. sprechen. .•: ’ Man nimmt an, daß diese Unzahl von Täfelchen? eine Art königlicher Bibliothek aus jener grauen Vergangenheit repräseNtirt, und begreift das große Im . teresse, ' das sich daran knüpft, auf diesem Wege Nach- . richten über den Kulturzustand jener fernen Zeit zu, erlangen. Aber die'Schwierigkeit, die Schriftzüge die^ ser Täfelchen zu entziffern, ist eine so große,' daß trotz rastloser Arbeit namhafter Gelehrten an verschiedenen Hochschulen, während der letzten zwölf Jahre kaumeinige Hundert dechiffrirt werden konnten. Selbst das, was Gelehrte bis jetzt aus diesen Täfelchen gelesen haben, ist vielfach umstritten. Fast jeder einzelne Fach-'v!: kenner, der an diese rätselhaften Schriftzeichen herantritt, liest und deutet sie anders. So lange also der Text dieser Täfelchen noch Gegenstand. lebhafter Diskussion ist, wird sich nicht viel Positives aus ihnen erweisen lassem Aber wenn der Text auch feststünde, so wird selbst dann noch fein Wortlaut viele Deutungen

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