Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 6 (22.1.1903)
- Date
- 1903-01-22
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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während einer Zeit von zwei Jahren „ die Geduld der 15,000 Juden der Stadt Mohilew auf eine harte Probe, indem er die Kanzel mißbrauchte, um seine jüdischen Zuhörer auf's gröblichste zu beschimpfen. Freilich herrschte in der Synagoge, in der er sich als Prediger zu produziren Pflegte, stets eine gähnende Leere. Indessen hatte er vor kurzem einmal dennoch eine zahlreiche Zuhörerschaft. Es war dieses gelegentlich der Rekrutenvereidigung, und die große Schul war von nach vielen Hunderten.zählendes!, aus dem ganzen Gouvernement Mohilew versammelten jüdischen Rekruten und deren Angehörigen dicht gefüllt. Der stellvertretende „Rabbiner" und jüdische Antisemit Jakrin konnte die Anwandlung nicht unterdrücken, die Juden von der Kanzel herab ungestraft zu beleidigen und rief laut: „Soviel st . . . . Juden." Der Mann konnte darauf ruhig die Amtshandlung beginnen, ohne daß einer der beleidigten Juden es gewagt hätte, ihn daran zu hindern. r . Eine zweite nicht minder wichtige Schändung der Institution der Kronrabbiner haben sich die Behörden der Stadt Rowogorod erlaubt. In dieser von zahlreichen Juden bewohnten, außerhalb des Ansiedelungsrayons gelegenen Stadt fungirt, wie dem hebräischen „Hamelitz" mitgetheilt wird, seit mehreren Jahren ein richtiger, christlich - orthodoxer, rechtgläubiger und getaufter Russe als Kronrabbiner! Der Mann führt das Matrikelbuch, schließt und trennt jüdische Ehen, und versieht sämmtliche Funktionen eines Kronrabbiners auf das Pünklichste. Die Juden von Nowogorod lassen sich den christlichen Rabbiner ruhig gefallen. Sie haben privatim ihren orthodoxen Raw, der eine Autorität auf talmudischem Gebiete ist, und scheeren sich um den ihnen aufgehalsten Regierungsbeamten nicht im mindesten. Gegen den ihnen durch die Einsetzung eines Christen zum „Rabbiner" zugefügten Schimpf sind sie abgehärtet, sind sie es doch gewöhnt, von den Behörden auf Schritt und Tritt ge¬ 124 krankt zu werden, und auf eine Kränkung mehr oder weniger kommt es wirklich nicht an. Vielleicht sind die Juden von Rowogorod noch besser daran, als die von. Mohilew, die zwar keinen Christen, dafür aber einen jüdischen Antisemiten und Denunzianten zum Rabbiner haben. ... 7 Vermischtes. Nürnberg, 19. Januar. Wie der Frank Kur. mittcitt, drängt die Rezürung auf Versetzung der zwei israelitische» Lchier von der Simultanschule. Ein erst kürzlich vsu der Regierung gestelltes gleiches Verlangen hat der Magistrat abgelchnt. London, 19. Januar. Wir bedauern berichten zu müssen, daß Sir Srbog Montefiore, der Neffe und Erbe dcs unvergeßlichen, sel. Sir Moses Montefiore, das Zeitliche segnete. Er erreichte das Alter von 80 Jahren. Namentlich in Ramsgate erzeugte die Nachricht cllgemcine Trauer. Neutra. Vor Kurzem wurde in Naav-Bogan ein Mann bestattet, der wohl einen Nachruf im „Centrak-Organ des orthodoxen Judenthumsverdient. Der Verblichene Herr Aaron Back s. A. war Lieblingsschüler oon"LD 303 V'UV et war im Begriffe zum zweiten Male D"2f zu beenden. Eine Zierde seiner Familie, eine Leuchte seiner Gemeinde, hat er seine drei Söhne der Thora gewidmet. — Imposant war die Betheiligung an dem Leichenbegängniß. In Pöftyen (Neutraer Comitat) vollzog sich am verflossenen 17O3 l"D der Einzug des ncugewählten Ober- Rabbiners Weber, der sich überaus imposant gestaltete. Die Antrittsrede des Rabbiners fand ungetheilten, begeisterten Beifall. Briefkasten ver Wedaetiorr. B. in K.: Es werden wahrscheinlich noch mehrere Protestkundgebungen gegen Delitzschs Bibel und Babel eriolgen „3n militärischen Areisen" '°mki,sÄL.gÄA riert reine Pflanzenfett „Knnerol* sehr günstig geurtheitt. und viel hervorragende Persönlichkeiten, unter anderem die Herren Ä«*I Ritter von Pöltt. Contre-Ädmiral. Earl Zipfer, Edler von Wart, fort, Generalmajor. Dr. Ernst Eyimani, Generalstabarzt. haben sich in der anerkennendsten Weise über.dieses ausgezeichnete Natnrprodnct geäußert. U3* -C3 si l t i gr a Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Ne LeöarUcm ententfcnst niemals eine Prüfung tu Septg auf dir rltmae ZnorrlaMgkrrtt der augevrirfeurn Na reu- DU Segrtzrr tzade», «venu str in dieser Zlulkcht gesichert fein wollen, die Luprelsn.,gea. Kefereurea etc. ftlbtt einer SEvir ku.umrrsrrsea. Schind der IasrralennmalMrts »rta: für die Moatagsnnmmer. vountaq Früh 8 Uhr. für die Zonnerltagsnammer, Mnrwoch Mittag K ßnfrr LlaN'griangr regelmäßig Ooirtaa und Vonnerllag in den Abend» ,ndru tarn yerlaadt. Reclamattonea wegen ja wate» EinLceffrss b» Lsdr van bei der detressendea KsSanNatt m machen. Effertea auf Ehiffrrauuoncra werden razuch. m,t Ausaatz-ne von tzamSag and §o»ma», wrttervrkrdert. Lehrstelle. {jur meinen Lohn, kräftig, einer größeren Süddeutschlands.' in streiig religiösem Hause gesucht. .. - Heinrich Wo». - - Jchenhausen. Bagern. 1751 Ein hochanoetehener Geschäftsmann. welcher durch schwere Verluste in Rückstand gekommen ist. und bis zum 1. März 20009Ä. unbedingt bezahlen muß. wenn nicht Alles, sein Haus und Hof verkauft werden soll, bittet edle Menschenfreunde um Hilfe, ehe es zu spät Nt. Laß Obiges ons Wahrheit beruht, haben wir uns überzeugt und nub gerne bereit. Gaben unter Sir. 733 in Empfang zu nehmen. 7381 * Die Redaktion. Tuche per sofort einen Lehrling von ordentlichen Eltern, der die Brod u.' Feinbäckern gründlich erlernen will. .SamstaLs und Feiertage streng geichlonen. Joses Sichel. Bäckermeister. Kitzingen a. M. . 1753