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Der Israelit · 1903-01-15 · Heft 4 (15.1.1903) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 4 (15.1.1903)
Date
1903-01-15
Page
– (sequence 3)
Language
German
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so ist die von Gott angekündigte, von Gott verhängte, { von Gott vollzogene, und alle die Jahrtausende unseres Exils hindurch bis aus den heutigen Tag erhaltene Verödung des Bodens des heiligen Landes, das große Ausrufungszeichen in dem Gotteshause der Geschichte, daß Gottes die Erde sei und Er die Erfüllung Seines Gesetzes auf Erden verwerthet. So auch wohl m: b'zvz rr» b dtcws w syn nw 22^ wen :rr Aa r®j? *bx p emw? ab nnrn am bv pww yn» »b Tcm etw bz rbxz sceri nvt, n:ce 4) Es kann nicht oft und nicht entschieden genug betont werden, daß Diejenigen, die ihren Beitrag zu einer Unterstützung der Schemitta feiernden Kolonisten steuerndamit keinerlei Stellung zu der Frage nehmen, ob in heutiger Zeit für die Erfüllung der Schemitta- Pflicht Erleichterungen zulässig sind oder nicht. Das ist eine Frage, deren Entscheidung lediglich bei den zuständigen, zeitgenössischen Autoritäten der Gesetzeskunde ruht. Die ernsten Konsequenzen, von denen jede Entscheidung begleitet ist, mag sie erleichternd oder erschwerend ausfallen, stnd bereits erwähnt worden. Aber es unterliegt gar keinem Zweifel, daß diejenigen, die stch unter dem Druck der Verhältnisse für eine Erleichterung entschieden haben, sich glücklich schätzten, wenn durch den reichlichen Ausfall einer Kollekte, dieser Druck und damit auch die Nothwendigkeit wegfiele, etwas zu. gestatten, was in normalen Verhältnissen verbindliches Gesetz bleibt. Mögen daher angesichts des herannahenden Jahrzeitstages von Rabbiner Hirsch s. A., alle Diejenigen, deren Lebensvorsatz in dem Verlangen gipfelt, den lichten Spuren des Heimgegangenen Meisters zu folgen, dies äußerlich dadurch bekunden, daß sie seine letzte öffentliche Anregung wie ein heiliges Vermächtniß hinnehmen und ihr entsprechen. 1 Rabbiner Dr. Ehrmann. ■*. Spenden für die das Tchenrttts-Iahr feiernden Ackerbau, r de» heiligen Landes; Poststempel Mainz 20 'JL N. lPoststcmpel Baden. Schweiz) 20 M, -S. Feuchtwanger. Antwerpen 50 M. Zeitungsnachrichten und Sorrespondenzen. Deutschland. Berlin, 6. Jan. Wenn das praktische Judenthum in liberalen Kreisen in den letzten Zügen liegt, dann macht man gewöhnlich Wiederbelebungsversuche durch die Anrufung der jüdischen Wissenschaft. Da werden Vereine gegründet für jüdische Geschichte, da werden Vorträge gehalten, damit dem lebenden Geschlecht die herrliche Vergangenheit wieder vor Augen trete. Doch alle derartigen Versuche bleiben ohne dauernden Erfolg. Denn zum Wesen.des praktischen Judenthums gehört doch ein wenig mehr, als das. Hören von Vorträgen." Und' mögen auch die Redner von bestem;Willen beseelt sein, mögen sie auch all ihre Kraft daran wenden, das Wort verfliegt und die Hörer verfallen in ihrem religiösen Leben dem alten Jndiffer'entismus. Freilich, es ist noch sehr die Frage, ob die Redner die rechte Kost bieten. Rur allzühäufig wird durch derartige Vorträge das schlimmste. 22^2« verbreitet. In der Behandlung biblischer Themata, pflegen die Herren in aller Harmlosigkeit die Theorien der radikalsten Bibelkritik zu verkünden, und in der Geschichte benutzen sie zumeist die ihnen geläufigen Handbücher, die von wimmeln. Ein Anderes ist es, wenn diese Vereine Fortbildungskurse, einrichten.' Und da muß der Berliner „Verein für jüdische Geschichte? rühmend hervorgehoörn werden, der an dieser Institution viele Jahre festgehalten hat, und dem es darum gelungen ist, nicht nur das Interesse und das Verständniß für diese Fortbildungskurse zu beleben, sondern auch, praktisch-religiöse Resultate zu erzielen.V' Von einem ähnlichen Gedanken ausgehend hat nun der hiesige Talmud-Verein (d*b>;irer:) einen. Chklus populärer Vorträge über jüdische Geschichte und. Literatur eingerichtet. Wohl hatte er schon , vorher eine große Fülle von Aufgaben bewältigt. Im Mittelpunkt stand und steht natürlich der tägliche 'iw den der gefeierte Lamdon, einer der scharfsinnigsten Tyjmüdgelehrten der Gegenwart, der Rektor des Rabbinerseminars, Dr. Hoffmann, lernt. Daneben trägt Herr Dr. Hoffmann am Sabbat Mittag, am Sonntag . Vormittag und Abendsbv rianyjjo «ni’i&o ,psbvw mm*, vor. Doch das Alles bleibt der Natur des Gegenstandes nach auf einen kleinen Kreis, beschränkt, der die entsprechenden Vörkenntnisse mitbringt. . Vor kurzem wurde nun das fünfzigjährige Jubiläum des Talmud-Vereins gefeiert. Und dieser Zeitpunkt wurde dazu benutzt, zwei wichtige Beschlüsse zu fassen. Herr Dr. Hoffmann empfing die Anerkennung für seine unermüdliche, rastlose, nie aussetzende. Arbeit im Dienste der Schaß-Chewra — er hat das ganze w dort vorgetragen, und drei Viertel desselben zum zweiten Male — er wurde zum Ehrenmitgliede ernannt.. ' . Und das Zweite: Das Interesse für die Schaß-^CHewrä sollte in den weitesten Kreisen wachgerufen werden.durch Vorträge über jüdische Geschichte und.Litteratür. Freilich sollte wirklich der beabsichtigte Zweck erzielt werden, die Hörer zur praktischen Jirah und von dieser'zur Thora zum wirklichen „Lernen" zu führen, so kam, alles auf die Persönlichkeit an,, die'damit betraut wurde, .': Der Vorsitzende des Talmud-Vereins, Herr ,Aron Hirsch, hat auch hierin seine Halberstädter Vergangenheit nicht verleugnet, und hat Herrn Dr. Bleichrode, ,den .Prediger an der Gemeinde sin 'rirrje berufen.- Dieser^durch seine.Abstammung — erl ist,-ein. Urenkel.vollRabbi -Ätibü'Eger si ÄL 'irwächsm, vereinigt ein großes/ jüdisches. Wissen, mit umfassender^ profaner Bildung. Man dürfte von ihm Vorträge erwarten, die von echt jüdischem Geiste durchzogen, zu-.

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