Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 4 (15.1.1903)
- Date
- 1903-01-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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44. Jahrgang. Kentrat-Hrgan für das orlhodors IudenLhum. Begründet von ö». in Donnerstag, den 16. Lhedet 5663 15. Jannar Ivva. ZaillW WM Wt's letzte" "' t KmtzebW. (Schluß.) Was nun den Gottesfluch betrifft, den unsere Wei- ' sen derjenigen Umgebung vorher verkündet haben, deren , Tbeilnabmwsigkeit die. Gutgesinnten zu einer von Hause ' aus untersagten Arbeit nöthigt, so wird auch der Leichtsinnigste nicht die Möglichkeit eines Zusammenhangs dieses Fluchs mit dem Zusammenbruch der primitivsten Daseinsbedingungen unserer Brüder leugnen können. Während die vom praktischen Judenthum Abgefallenen s für ihre sattsam bekannte „Kolonisation des heiligen \ Landes" allenthalben Förderung und thatkräftige 1 Unterstützung fanden, sind wir die zwei jüngsten Schemitta-Jahre denjenigen gegenüber fern und frem.d verblieben, die dem Gesetz Gottes durch Einstellung jeder Feldthätigkeit entsprochen haben, und dafür Gut und Blut einzusetzen bereit waren! Die ersten, die bei uns den Sabbat entweihten, waren die Inhaber der , Schankwirthschaften. Sie waren auch die ersten, die , j. bei Einführung des staatlichen Monopols am schwer- P sten in diesem Zusammenbruch aller Erwerbsmittel j; zu leiden hatten, und noch heute ohne Vrod und alle V Mittel zum Unterhalt dastehen! Wer könnte angesichts : I-,dieses Zusammenbruchs zwischen unserem sittlichen : „Soll" und unserem materiellen „Haben" die Frage leichtsinnig von sich weisen: „Vielleicht ist es der Schrei des durch seine eigenen Kinder gekrankten heiligen Bo- ' dens, der in den erschwerten und gänzlich zerstörten Geschäfts- und Erwerbsverhältniffen unserer Brüder allenthalben widerhallt? Die Thatsache steht fest: -pb eansn btwp Unsere Lästigkeit und Theilnahmslosigkeit hat zur Entweihung des SchemittahjahreS nun schon zweimal genöthigt; dürfen wir, können wir zu dem geschehenen Unrecht noch neues füge»? Es ist deßhalb unserer Ueberzeügung nach heilige Pflicht, hier Rath und Geldmittel zu schaffen, damit unseren gottesfürchtigen Brüdern in den Kolonien. deS heiligen Landes die Möglichkeit wirb, das siebente Jahr heilig zu halten. Wenn sich in den verschiedenen Gemeinden je ein wackerer Mann, findet, der die Gesinnungsgenossen zu Beiträgen für diesen Zweck anregt,. so wird der Erfolg ohne Zweifel ein erfreulicher und sehr wesentlicher sein. Es braucht sich, wie wir noch ausdrücklich betonen wollen, gar nicht um große Summen zu handeln, die jeder Einzelne bewilligen solle. Sondern kleine Beiträge, wie sie auch den Aermsten ohne empfindliche Einbuße möglich sind, , werden genügen, um hier Wandel zu schassen, wenn das Hilfswerk von a l l e n Seit e n in Angriff genommen wird.-- ——; —~ — ~ — Soweit geht die eigentliche Anregung deS nbra "vHn tho gezeichneten Aufrufes im „Hapeles". Cr schlagt nun noch einige Modalitäten zu einer gemeinsamen Kollekte vor, die mehr für russische Verhältnisse berechnet sind und die wir daher übergehen können. Als diese Anregung vor acht Monaten in die Oeffentlichkeit trat, hatte ich sofort die Absicht, sie auch, deutschen Lesern durch eine Uebertragung, wie hier ge-. schehen, zugänglich zu machen. Es war jedoch noch eine Fortsetzung signalisirt, deren Erscheinen ich erst' abwarten wollte. Dieselbe ist bisher nicht erschienen,' und nun, nach ca. dreiviertel Jahren, erklärt der Herausgeber, daß er dieselbe zuruckgesteltt habe, weil sie lediglich einer Organisation das Wort redet, nach welcher das Unterstützungswerk zu regeln sei. Der Herausgeber meint mit Recht, daß eine solche Organisation bei allen diesen und ähnlichen Anlässen nicht von, Segen sei, daß Vieles von dem Guten, das die jüdische