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Der Israelit · 1903-01-12 · Heft 3 (12.1.1903) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 3 (12.1.1903)
Date
1903-01-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Kenlrat-Hrgan für das oxtfjobou Zudenthum. Begrübet. von - -- -- >7, Dr. Tehmsnn in.LRstrtz...5.-:..' . 13. Thebet 5«6S .- ^_--.. Montag, den 12. Fannar 1S«s. Emss» ZOttl Hirslh'slchtt ffeMt , WgchW., Baden (Schweiz), yDTn $v*pwn vvr.. 4 In wenigen Tagen — am 27. Teweth — begeht die große Gemeinde, die sich aus allen Ländern der jüdischen Diaspora zusammensetzt, und in Rabbiner Hirsch s. A. den Mittelpunkt ihres Strebens, das Vorbild ihres Lebens, und den Sporn ihres Wirkens feiert, den vierzehnten Gedächtnißtag feines Scheidens von seiner gottgesegneten, irdischen Wirksamkeit.. Sein Todesjahr, war, wie das diesjährige, ein Schemitta- Jahr, und Hirsches letzte, öffentliche Kundgebung war die Anregung einer Kollekte zu Gunsten der jüdischen Kolonien im heiligen Lande, welche das Schemittajahr nach Vorschrift der Thora durch Einstellung jeder Feldarbeit feiern wollten. Dieses Gesetz der Thora hat von seiner Verbindlichkeit nichts verloren, auch für' Zeiten, wie die unseligen, welche des verheißenen doppelten und dreifachen Erntesegens des sechsten Jahres schmerzlich vermissen lassen. Die Einstellung jeder Feldthätigkeit für die Dauer eines vollen Jahres ist aber für die jungen Kolonien, die ohnedies schwer um ihr Dasein zu kämpfen haben, eine ernste Existenzfrage. Sie müssen, so weit Menschenaugen sehen, zu Grunde , gehen, wenn sie ein Jahr lang feiern sollen, sie sind daher auf unsere thatkräftige. materielle Unterstützung angewiesen. Diese Erwägung war es, welche Rabbiner Hirsch zum letztenmal die Feder für eine öffentliche Anregung in die Hand gedruckt hat. Die Lage der jüdischen Kolonien im heil. Lande ist nach dieser Seite hin seitdem womöglich noch kritischer geworden, und der Mund, der auch für diesen Rothstand ein offenes, anregendes Wort hatte, ist schon seit zwei Jahrsiebenten verstummt. Vielleicht könnten die Freunde und Verehrer, die Schüler und Genossen desgroßen Mannes, den bevorstehenden Jahrzeitstag nicht würdiger begehen, als indem sie seine letzte Anregung aufgreifen und dieselbe, soweit ihr Einfluß reicht, durch , Veranstaltung von Sammlungen. für den gleichen Zweck zu verwirklichen suchten. i Während, soweit meine Kenntniß reicht, inner-' halb der westeuropäischen Judenheit kein öffentlicher Schritt nach dieser Seite hin für dieses Jahr dis jetzt erfolgte, hat die russisch - rabbinische Monatsschrift „Hapeles" bereits vor ca. dreiviertel JahrewÄne Anregung in diesem Sinne gemacht. Unter dem< Titel .. imsBü dtowV iw hat die genannte, von Rabbiner R ä b b i n 0 w i t s ch in Poltawa redigirte Zeitschrift die Situation in einer Weise geschildert, die ihre Wirkung in Rußland nicht verfehlt hat. Das Wesentlichste dieser beherzigenswerthen Ausführungen möge hier in Kürze folgen. „ „Nach Ablauf unseres gegenwärtigen Jahres 6662. beginnt mit dem Jahre 6663 das Schemittajahr. - Für uns, außerhalb des heiligen Landes, hat dies keine praktischen Folgen. Dagegen für unsere Brüder, die im heiligen Lande den heiligen Boden bebauen, handelt es sich dabei um eine eminente Lebensfrage. Es ist hier selbstredend nicht von denjenigen Kolonisten die Rede, die sich vom Gesetze Gottes emancipirt haben, die außer von den an den Boden sich knüpfenden Vorschriften auch sonst mit dem Gottesgesetz gebrochen haben, die den Sabbat wie den Wochentag begehen und dabei noch öffentliche Unterstützung in Anspruch nehmen und noch spottender Weise sagen: 'rsnx icsi 125. daß der heilige Boden alles sühne — von diesen sprechen wir hier nicht. - /•* Aber es gibt doch bekanntlich ganze. Kolonien und - viele Kolonisten, die sich durch vollendete Gottesfurcht und gewissenhafte Ausübung der Mizwoth auszeichnen, und besonders dem Verbot der Feldarbeit im siebenten Jahre mit heiliger Scheu gegenüberstehen. Diese ha- - 1 I

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