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Der Israelit · 1902-12-30 · Heft 103-104 (30.12.1902) · page 39

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 103-104 (30.12.1902)
Date
1902-12-30
Page
– (sequence 39)
Language
German
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2223 Das ganze Schriftchen zeugt nicht nur von dem tiefen Verständnis des Verfassers für die von ihm vertretene Sache, sondern auch von seinem regen, selbstlosen Streben für'». Wohl der betheiligten Kreise. Es gibt außer werthvollem, statistischen Material auch vielfache Anregungen und kann eingehender Durcharbeitung seitens der Leser nur recht eindringlich empfohlen werden. Möge es, und das wird wohl dem Verfasser selbst der schönste Lohn und die höchste Genugthuung sein, in weite Kreise das Bewußtsein tragen, welche Pflichten hier noch ihrer Erfüllung entgegensehen^und möge es in seinem Theile beitragen/daß mehr und mehr diese Ehrenpflichten auch erfüllt werden. Leopold Anfänger, Memmelsdorf. Ans ösw SMnllsven. In jeder Schule und jeder Unterrichtspraxis kommen einzelne Fälle vor, die es werth waren, festgehalten, den Kollegen und der Jnteressentenwelt nicht dorenthalten zu werden. Eine dankenswerthe Arbeit wäre es. wenn recht viele Kollegen solche interessanten Schulerlebnisse unter einer bestimmten Rubrik, etwa „Aus dem Schulleben" in diesen Blättern veröffentlichen und die sich daraus ergebenden Anregungen, Gedanken etc. dem lesenden Kollegenkreise vorlegen wollten. Hierzu bedürfte es keines besonderen publizistischen Geschickes, keiner großen, weitangelegten Vorbereitungen, im Gegentheil, je einfacher und schlichter, je kindlicher und naiver, desto besser, desto packender und anregender. Auf diese Weise würden die Kollegen in rege Wechselbeziehungen treten und die Erfahrungen des Einzelnen würden ein Gewinn der Gesammtheit, zu Nutz und Frommen der Jugend, der Schule, des Judentums. Mit einem solchen Vorkommnisse aus der Praxis, das mir der Aufzeichnung in meinen! Tagebuchs werth schien, sei der Reigen eröffnet. Es trägt dort die Überschrift: d^cunu*. Indem wir lehren, lernen wir. Gewiß! Sind wir doch einerseits gezwungen, durch gewissenhafte Vorbereitung für jeden Unterricht unser eignes Wissen zu bereichern, zu festigen und zu vertiefen, anderseits lernen wir das Lehren eben nur durch Lehren. Und daß gerade in der rechten Art des Lehrens oft die Kinder unsere besten Lehrmeister sind, ist eine Thatsache, wohl keinem denkenden Lehrer fremd. Ein Beleg aus der Praxis: v W Seit einigen Wochen habe ich meinen sechsjährigen Aeltesten in der Schule. Die Erzählungen der bibl. Geschichte, insbesondere die in der Schöpfung sich zeigende Allmacht Gottes hatten tiefen Eindruck auf ihn' gemacht. Bei Besprechung der Sündfluth wurde natürlich auch des Regenbogens gedacht, und zugleich die Venediktion beim Anblick eines solchen memorirt. Einige Tage später kam das Bürschchen plötzlich eifrig zu mir gesprungen, berichtend, es stehe ein Regenbogen, aber zugleich mit der Frage, ob es die nrc sagen solle, da es „nur ein halber Regenbogen" sei (sog. Reaengalle). Ich nahm natürlich die Gelegenheit wahr, ihn auf den Stand der Sonne und Wolke aufmerksam zu machen und die Entstehung des Regenbogens und seiner Variationen seinem Verständnisse Nahe zu bringen. Und als ich nun mit meinen Ausführungen und Erklärungen zu Ende war und wunder glaubte, wie gut ich meine Sache gemacht Hobe, da.fragt mich das Bürschchen ganz unvermittelt: „Wird denn nun der Regenbogen von selbst, wenn beim Regen die Sonne scheint, oder nur, wenn Gort sagt, es solle einer werden?" Konnte ich eindringlicher belehrt werden über die Notbwendigkeit, allen und jeden Unterricht auf religiöser Grundlage aufzubauen, die gesummte Lehrthätigkeit von religiösem Geiste durchdringcn zu lassen? Docendo discimus! Ven Jakob. ILetgte If©iäJa©it 7- BflS MvesU 'Voll - labil) -Cbocolade. in Tafeln und in Rollen. O V eher all käuflich. 0 [1375 rr AIHPMMSSK«» -d"' i.

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