Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 103-104 (30.12.1902)
- Date
- 1902-12-30
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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LULL MM mm iS MW« uv das MÄKSsü jjlf AB O N<3^*t> [Ut, 30, 30.2>ej. 1902] CTUTE Erzählung ans dem jüdischen Leben in Äthanen von. Lehrer $. Zchnchnowih, .. . . . » End ing e.N (^2lhlvelz). ^Nachdruck verboten.^ Der strenge Frost, hatte,, nachdem er frühzeitig gekommen und mehrere Wochen ununterbrochen geherrscht, etwas nachgelassen. Am Mittag glitzerten über die weißen Dächer der winzigen Häuser in der jüdischen Kleinstadt Ersewill einige Sonnenstrahlen hin, die sie tropfen machten, die aus den Straßen liegende hartgefrorene Schneedecke erweichten und sie in einen bräunlichen Schlamm verwandelten. V .. v Beim frühen Sonnenuntergang des kurzen Dezembertages war es zwar etwas kälter und unfreundlichergeworden, aber mit der Herrschaft des Gestrengen» der die Armen in Schrecken hielt, war es bis auf Weiteres zu Ende. . . Es war so, als ob auch die. Natur zu Ehren des Tages sich etwas erheitern und eine entsprechende freundlichere und angenehmere Stimmung annehmen wollte, und als die guten Ersewiller gegen Albend in ihre Pelzmäntel und Ueberröcke gehüllt nach der großen Schul eilten, da lächelte ihnen die Sonne in feuerrother Kugel vom westlichen Himmel so freundlich und ver-- traulich zu, als ob sie sagen wollte: „Seht Ihr wohl, heute Hab' ich's auch wieder einmal recht gemacht." Es war der erste Chanukahabend! Schon vor etwa einer halben Stunde hatte Meier, der Schamrs, durch alle Straßen und Gassen des Städtchens sein mächtiges „In Schul herein!!" ertönen.lassen, ein Ruf, den man in Ersewill während der Wochentage nur bei außerordentlichen Anlässen zu vernehmen pflegte. Seitdem sammelte sich alles: der Schneider ließ die Nadel fallen, der Schuster erhob sich, von seinem Schemel, der Baalhagoloh (Fuhrmann) versorgte ' noch schnell seine Pferde. in - dem Stall, der Wasserträger stellte den Eimer ab, die Krämer, schlossen-ihre Läden - und Alle eilten, dem Rufe folgend, das geräumige .'Gotteshaus zu füllen. VM Dasselbe war heute nicht gerade sonderlich geschmückt, auch nicht einmal allzu festlich beleuchtet. Von Schabboskleidern konnte man bei. Vielen höchstens nur den Schabbospelz sehen, aber gleichwohl lag eine Weihe, eine Feierlichkeit über dem ganzen Ensemble; es lag etwas in der Luft, was Jedem vertraulich und lieblich zuflüsterte: „CHanukoh! CHanukoh! Der große Raum der Schul wird immer voller; ein Gepolter und ein wirres Durcheinander, ein geräuschvolles Ayf- und Zumachen der schweren Thüren - und Zu klopfen der Pulte.. Ein paar Dutzend Knaben, die heute freien Cheidernachmittag hatten, durchstreiften lärmend alle Ecken.> -; v•/ . Eine Gruppe Melamdim- (Lehrer) unterhalten./, sich lebhaft unter Mitthätigkeit aller Gliedmaßen und . mit heftigen Körperbewegungen über die neueste Geseiroh betreffs der Chederverordnung, ein paar junge. Leute, denen man es an der Kleidung, die sich zumeist. .