Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 103-104 (30.12.1902)
- Date
- 1902-12-30
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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meister Marcus Adler, Georgenstraße 46 a, und Fa- , brikbesitzer Moritz Rosenow, Ritterstraße 87, in Ber- , lin, nähere Auskunft. Diejenigen aber, die der guten , Sache nützen wollen, werden um Zuwendung getragener Kleidungsstücke, Wäsche und Schuhzeug gebeten. Düffeldorf. Dem Jahresberichte des „Vereins zur Förderung der Handwerke und technischen Berufs-! arten unter den Juden" (eingetr. Verein; Sitz Düffeldorf), entnehmen wir: Bei Beginn des Berichtsjahres hatten wir 23 Lehrlinge bezw. Fachschüler unter unserer Obhut (darunter Aachen 3). Neu ausgenommen bezw. untergebracht wurden 14. Nach geendeter Lehrzeit' schieden aus 7 (darunter auswärts 3). Von den aufgenommenen schied 1 Lehrling nach kurzer Zeit wieder aus, weil dessen Angehörige andere Bestimmungen über seinen Beruf getroffen hatten. Am Ende des Berichtsjahres waren noch 29 Lehrlinge bezw. Fachschüler vorhanden, wovon im Lehrlingsheim zu Düsseldorf 20, in Aachen 3 sich befanden und anderwärts untergebracht waren. Nach den Verufsarten sind in diesem Jahre nach beendeter Lehrzeit ausgeschieden: 2 Buchbinder, 1 Cigarrenmacher, 2 Sattler, 1 Schneider, 1 Schlosser. Von den neu aufgenömmenen Lehrlingen wurden 3 Dekorationsmaler und Anstreicher, 2 Klempner und Installateur, IPolsterer und Dekorateur, 1 Sattler und Polsterer, 4 Schlosser, 2-Schreiner. In Düsseldorf und Aachen' hatten die Lehrlinge Gelegenheit, durch den Besuch der städtischen Fortbildungsbezw. Abendschulen sich im Zeichnen und anderen Fächern weiter auszubilden, und im Schreiben, Lesen, Rechnen, Vuchführen etc. erhielten die Lehrlinge im Lehclingsheim in Düsseldorf außerdem noch wöchentlich 2 Stunden Unterricht. Aus dem Rechnungsabschlüsse ist ersichtlich, daß wir über einen Kassenbestand von M. 2326.18 in Düsseldorf und M. 1084.03 in Aachen verfügen. Ungarn. Budapest, im Kislew. Der berühmte Rabbiner der Budapester großen Schaß-Chewrah, Se. Ehrw. ivD jobit n imn 2-n ist hier im 61. Lebensjahre gestorben. Räch" zweijährigem Wirken in Debrecin, wo er in hohem Ansehen stand und durch sein immenses Wissen, seinen Geist und oratorisches Talent . die Zuhörer begeisterte und entzückte, folgte er im Jahre 1893 einem Rufe des Budapester Talmudvereins, wo er eine segensreiche Lehrthätigkeit entfaltete. Der Verblichene war ein äußerst frommer Mann, ein hervorragender Talmudist, und auch profane Wissenschaften waren ihm nicht ganz fremd. Unter überaus großer Betheiligung fand das Leichenbegängniß statt.. Deputationen zahlreicher isr. Gemeinden und Vereine von der Hauptstadt und aus ganz Ungarn gaben dem sehr . beliebten Rabbiner das letzte Geleite. Am Sarge hielten der Sohn des Verblichenen, Josef Soffer, dann der Bruder des Verstorbenen, der Tißa-Füreder Rabbiner erschütternde Hespedim. In ergreifenden Nachrufen würdigten auch die Rabbiner Joachim Fried, Mayer Freund und Sekretär Moriz E p P l e r die hervorragenden und seltenen Charaktertugenden des Verblichenen. Die Leiche wurde nach Nagy Tapolcsany überführt und auch dort 11222 bestattet. Die Budapester Nian-c*» ist, obwohl in strengreligiösem Sinne geleitet, doch in gewisser Beziehung eine Institution der großen Reformgemeinde. Die leitenden Männer des Vereins sind auch Vorstandsmitglieder des Rombachtempels und offizielle Zadikim der großen Chewrah-Kadischa. Diesem Umstande ist es auch zuzuschreiben, daß die eigentliche orthodoxe Gemeinde diesem Institute ganz fern steht und eine ähnliche Einrichtung im eigenen Wirkungskreise erhält. Allerdings stehen der orthodoxen Schaß-Chewrah nicht solch' reiche Mittel zur Verfügung, dafür kann sie aber. unumwunden, ohne jede Rücksicht und Nachsicht, für das überlieferte Judenthum einstehen. Der verblichene Rabbiner war unstreitig ein .n*r>2 ku und für seine Person auch ein streng-orthodoxer Jude. Sein Verhältniß zur großen Gemeinde hat es aber mit sich gebracht, daß er zuweilen mitthun mußte in Dingen, die ihm in der Seele zuwider waren. - Er mußte z. B.,än der Spitze einer Deputation dem Vorsteher des Tabaktempels, S. D e u t s ch, der die ausschweifendsten Kultusreformen in der großen Gemeinde eingebürgert, seine Huldigung darbringen. Dieser Verein ist auch deßhalb schon als Institution der Reformgemeinde zu betrachten, weil im Falle der Auflösung desselben, das Vermögen und die weitere Verfügung der großen Gemeinde zufällt,. Indessen-hat der verstorbene Rabbiner' einen Antrag: das Präsidium des Rabbinats zu übernehmen, entschieden abgelehnt. Mit Kohn und Kaiserling wollte er nicht in einem l'i ri'2 wirken. Sowohl der Verblichene, als auch mehrere Mitglieder dieses Vereins beziehen die Nahrungsmittel, die einer rituellen Behandlung unterliegen, ausschließlich von orthodoxen Anstalten. Auch die Wirksamkeit des. konservativen Rabbiners Feldmann hat sich in diesem Belange nicht bewährt. Und weil es allgemein bekannt war, daß der bi ivsa mit Recht von sich sagen konnte: wa pb oy wo» mb r'">ni. gaben ihm auch hervorragende Zadikim das letzte Ehrenaeleite. An dieser Schaß-, Chewrah wirkten bisher s'absio Diaan 'i'obri. deren Hauptwirksamkeit in Talmudvorträgen und Abhaltung populärer mjni bestand. Möge dieser sonst wackere Verein auf diesem Wege fortfahren f,i noinb mim zu wirken. Dieses ncaan iv2 bildet eine Zufluchtsstätte für solche gesetzestreue Jehudim, die durch persönliche Interessen sich verpflichtet fühlen, ihre Verbindungen mit der großen Reformgemeinde aufrecht zu erhalten. Mögen sie weiter ihr jüdisches Herz i laben an unverfälschter Thora 2210b oinno .12» irro.il | I. Spitzer.