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Der Israelit · 1902-12-30 · Heft 103-104 (30.12.1902) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 103-104 (30.12.1902)
Date
1902-12-30
Page
– (sequence 12)
Language
German
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2196 Von 1844 ermöglichte es ihm, 1847 ein Amt als „Ward" und 1865 das eines Lord-Mayor von London zu bekleiden. David Salomon starb 1875 reich an Ehren, nachdem er es erlebt hat, daß die Judenemanzipation, für die er ein volles Menschenalter mit ebensoviel Muth als Geschick gekämpft hat, aus allen Gebieten des öffentlichen Lebens gesetzlich und gesellschaftlich zur vollen Anerkennung gelangt ist. Besonders war die Bahn zu dem Amt eines Bürgermeisters durch ihn für die Juden gründlich geebnet worden. Einige Jahre nach seinem Tode wurden Sir Vensamin Philipps und 1887 Sir Henry Jsaacs und endlich 1897 Sir George' Faudel Philipps, der Sohn des Lordmayors Sir Vensamin Philipps, zu Lordmayors von London gewählt. Außerhalb London wurde 1899 Mr. Louis S. Cohen in Liverpool Lordmayor, und 1899—1900 bekleidete Sir Otto Jaff6. Vorstand der dortigen jüdischen Gemeinde und deutscher Consul daselbst, das Amt eines Lordmayors in Belfast. Zahlreich sind die Juden, welche in den letzten 49 Jahren in England das Amt eines Bürgermeisters bekleidet haben. So wurde schon 1868 ein gewisser Charles Mozley zum Mayor von Liverpool gewählt. Sir Israel Hart wurde viermal zum Bürgermeister von Leicester gewählt, während sein Bruder, der älteste Friedensrichter und Alderman von Canterbury, dreimal zum Mayor dieser Stadt ge- . wählt wurde. Alderman A. L. Emanuel bekleidete zweimal das Amt eines Bürgermeisters in Portsmouth und Alderman Levy ebenso oft in Rochester. In Southampton bekleideten Mr. S. Emanuel und Michael Emanuel, Vater und Sohn,, das Amt eines Stadtoberhauptes, während in Gravesend, wo in diesem Jahre Stadtrath H. S. Davis Bürgermeister. wurde, dies Amt sogar von einem Rabbiner, dem verstorbenen Rev. H. Berkowitz, bekleidet Wurde. Endlich mögen noch der im vorigen Jahre verstorbene Mr. Jacobs, der in Taunton, sowie Capitän M. Jessel, der in diesem Jahre in London- Westminster zum Bürgermeister gewählt wurde, erwähnt werden. Im Ganzen hat England seit dem Jahre 1865 nicht weniger als sieben Juden als Oberbürgermeister und elf Juden als Bürgermeister gewählt. Alle diese Samuels. Davids, Levys und Jacobs haben im Ganzen 18 englische Gemeinden 25 Jahre lang verwaltet, ohne daß die englische Nation dadurch irgendwie an Glanz und Größe eingebüßt hätte. Was aber würden unsere Antisemiten sagen, wenn ein Jude zum Oberbürgermeister von Berlin oder selbst von Posen gewählt und von der-Regierung bestätigt worden wäre? Gerling Ein Kölner Blatt feiert Professor Dr. F. A s ch er so n. ein Hamburger Blatt den sozialdemokratischen Abgeordneten^Dr. He ine als Juden. Der crstere ist seit vierzig Jahren .getauft, der andere war nie Jude, ist der Sohn des Direktors her Brandenburgifchcn Ritterakadcmie . und stammt aus uralter, protestantischer Familie. Frankfurt a. M., 21.' Dez. Die in Nr. 95 d. Blattes gebrachte Notiz aus Stuttgart. Bortrag des Herrn Dr. A d öl f Brüll detr. ist dahin richtig zu stellen, daß genannter Herr seit 1. April d. I. dem Lehrercollegium des »Philantropins* nicht mehr angehört. Pöstyen, 22. Dez. Dienstag, 16. Dcz. bat hier die. JnstallotionSseier Sr. Ehrw. des Herrn Oberrabt. K alm an Weber aus Rcthe, der mit großer Majorität gewählt wurde, mit großem Pomp stattgefunden. MmtzeltllllM aus Den tiiH. ^menoeieiaeo md für dieselben. <SLmmtliche süd. WanderbetLclvereine unr» Kapen für Durchreisende find gebeten, uns Mitthettunge« über Erfahrungen, die sie auf dem Gebiete ihrer Thätigkcit wachen, zukomwen zu lassen.) Deggendorf, 19. Dez. (Erhöhte Prämi e.) Bekanntlich wird der 23 Jahre alte israelitische Reisende David B e r m a n n aus Gunzenhausen seit. einigen Wochen vermißt. Wie die Staatsanwaltschaft * am k. Landgericht dahier bekannt" gibt, haben die Angehörigen des Verschollenen die Belohnung für dessen Auffindung, ob lebend oder tobt, von 200 auf 400 Mark erhöht. Briefkasten der Nedaetion. S. W. in N.: Herr Gustav Schloß in Stuttgart, neue Wcinsteige 16, wird Ihnen über Gewünschtes Auskunft gerne ertheilen können. Armenkasse in H.: Eine Liste unwürdiger Wander- . bcltlcr hat Herr Martin Le brecht, Nürnberg, Wcinmarkt Nr. 2. angcfcrtigt und stellt Ihnen derselbe auf Wunsch einen Abzug unter strengster Vertraulichkeit zur Verfügung. Herr Rabbiner De. L. in M.: Die „Wissenschaftliche Beilage" für de» Monat Dezcnlber wiro in einer der nächsten Nummern nach geliefert. L. L. in F.: Tie Brr-Mizwah ist am siebenten Tag Pesach, da dieser kn diesem Jahre auf einen Sabbat fällt. Straßburg, den 27. Dezember. Hier ist unter dem Namen „Hotel Continental" ein Hotel ersten Ranges errichtet worden. Dessen Besitzer Herr Laßmann, ist ein strenggläubiger Jude und v.-rkehren in den schön ausgcstattetcn Localirätcn des- Hotels bereits die Mitglieder aller hiesigen, jüdischen Vereine und Corporationcn. Wlfr-.-sasa Die Fortsetzung der Erzählung M S* "Der Jude" erscheint in nächster Nummer. Srlegserlnnerungen de» Generals Christian de Met. (Die Wahrheit über den Burenkrieg.) Am 1. Dezember d. I. erschienen gleichzeitig in Berlin. London. Paris. New-Iork und Amsterdam die Kriegseriniterungen des Generals Christian de Wet. Mit begreiflicher Spannring sab _inan allgemein der Veröffentlichung dieses Bnchcs entgegen, denen deutsche Ausgabe, verlegt von Carl Siwinna in Kattowiy und Leipzig, den Titel: »Der Kampf Zwischen Bur und Brite, (der dreijährige Krieg" führt. Wir sind, heute schon in der Lage, auf Grund von Informationen eines genau unterrichteten Gewährsmannes, aus dem Inhalt dieses Werkes Mitteilungen zu machen. Christian de Wet. der populärste Held des Pnrenkricgcs. begegnet uns hier znm ersten Male als Mann der Feder, und was er uns sagt, trägt in jeder Zeile dazu bei. d,e schlichte Größe seiner Persönlichkeit und seines Charakters nur noch leuchtender hervortrcten zu lassen. Breis deä Werkes in Lriginal-Brachtband elegant gebunden. mit Illustrationen. Kartenskizzen und dein Bildnis des Verfassers Mark 12,50.

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