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Der Israelit · 1902-12-23 · Heft 101-102 (23.12.1902) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 101-102 (23.12.1902)
Date
1902-12-23
Page
– (sequence 17)
Language
German
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M. Jahrgang. £:■ r ri, W ßMlckersMlilU Bmiils für die iiifdjen Zlitnchtil Umlands. Wlllwoch. Sea 19 Warchkschwan, t« Mn. im Englischen Kaa'e der .Miharmosie". (Bericht von S. FNanksttvtev, Wesel.) . : (Schluß.) Noch manches treffliche, gediegene Wort erfreute die Herzen der Festtheilnehmer, mit jedem neuen Trink-- spruche wurde das Interesse derselben gesteigert, und Über der gebotenen, einen Hochgenuß seltener Art gewährenden geistigen Nahrung, vergaß man fast der körperlichen, des Festmahles. War doch das, was in der anspruchslosen Form von Trinksprüchen sich darstellte, etwas ganz Außergewöhnliches. Es sprudelte ja der Born der Thora in diesen Reden, und, wer es noch nicht wußte, der konnte aus Liefen scharfsinnigen Vergleichen, aus diesen, tiefe Lebenswahrheit und zugleich Lebensfreude und Lebensmuth athmenden Worten erkennen, wie herrlich der Schatz, der dem Judenthum anvertraut ist, welch' unendliche Fülle von Geist in den Aussprüchen unserer Weisen verborgen liegt, und wie unsere unvergleichlich schöne und erhabene Lehre eine nie erschöpfbare Fundgrube für alles Hohe und Hehre, und daß es eine unwiderlegbare Wahrheit ist, was der König Schelomoh sagt fe» dm'oed X’n mp1 na ve" rrb "pscn. „Herrlicher ist sie (die Thora) als Perlen, und alle deine Kostbarkeiten kommen ihr nicht gleich." — Mögen auch die Klassiker der verschiedenen Litteraturen manches beherzigenswerthe Wort gesprochen haben, mögen ihre Aussprüche manche Weisheit bergen, sie sind nicht im entferntesten in Vergleich zu bringen mit den durch die Göttlichkeit ihres Ursprungs' auf alle Verhältnisse des Lebens anwendbaren, nie versagenden und niemals genug zu erforschenden Worten unserer Weisen. So wurde man auch an dieser Festtafel wahrhaft entzückt durch die Worte, durch welche die Herren Rabbiner jene gemäß dem Ausspruch der Pirke Owaus zu einem o;pa bv jr-b? einem gottgeheiligten Tische machten. Solche Empfindungen, erweckte-, auchin uns die von^ Herrn Provinzialrabbineb Dr. M u n k gehaltene Tischrede. In schlichtester, den Charakter des hochgeehrten Redners charakterisirender Weise, brachte er eine Fülle scharfsinnig'entwickelter Gedanken zum Ausdruck. Schön angepaßt on bv v'Av nahm Herr Dr. Munk Bezug auf die in den rtnssa für den vierten Wochentag sich findende Stelle aus an?- K»s, in welcher die getrennten Meinungen des Rabbi Jehudoh,^ Rabbi Schimon und unserer Weisen über die Sendung des göttlichen Mannes Elijahu vor der Ankunft des Moschiach zum Ausdruck gelangten, crwLv rra jw , 'tti ym panpon pmb i6s anpfo pmb Y®bv Indem Redner diese Stelle krefflüh aZrterte und geistvolle Vergleiche Zog, betonte er, wie jede Thätigkeit, die auf Wegen des Fortschrittes zu religiöser Vollkommenheit begriffen iist, mit der des Elijahu zu vergleichen ist. Elijahu komme, wie unsere Weisen in - ihrem Schlußworte zu besagter Mischnah sagen, nur um Frieden zu bringen, nicht'negativ, sonderll positiv, den Frieden, d« die Getrennten vereint,, keine räumliche und zeitliche Trennung zuläßt, er bringt die Zeit, da keine sittliche und keine religiöse Trennung mehr sein wird. Einer solchen Friedensthätigkeit widme sich aber auch der Verein. Redner verglich nun die Mitglieder des Vereins mit den im Herligthum opfernden Priestern, die Gäste aber mit den nvyv [yr» den aus Israel gesandten Abordnungen, die, während . die '. Priester opferten, ihre Gebete zu Gott empor sandten. So gipfelte denn die Ansprache des Herrn Rabbiners in dem zum Allgütigen hinaufgesandten Wunsche, ' daß ' das Friedenswerk des Vereins in herrlichster Weise gedeihen und es demselben gelingen möge wse" 2b i'vrö vmarr by o^a abi e»» by, das höchste Ziel zu erreichen, das Herz der Eltern zu den Kindern und das Herz der Kinder zu den Eltern zu wenden.^ ... Die vom Herrn Vorredner zitirten Stellen nahm - Herr Rabbiner Dr. Kahn nochmals auf und knüpfte an dieselben in geistreicher Weise wiederum herrliche Gedanken, seine schönen, inhaltreichen Worte oftmals mit liebenswürdigem Humor würzend. Er zeigte u> a., wie nach dem Grundsatz, daß — wo zw?i Tanaim scheinbar miteinander streiten, der zweite nur die Ergänzung des ersten ist — beide nur darthun wollen, auf welche Art die Vollkommenheit des Menfchenthums,, der wahre, göttliche Friede zum endlichen Siege gelangen werde, und so wies Redner auf die Aufgaben des Vereins hin, die darin bestanden, die Gegensätze auszugleichen, die . Begriffe zu klaren und so dem überlieferten Judenthume die Stätte zu .bereiten. In fein witziger Art spielte Redner Zum Schluffe seiner Worte auf das Datum des Tages am. Das in Bezug auf den vom Verein begangenen a'.v-. v'-' —19. November, der auch gleichzeitig v'' — glückv^heißend fctv' Nur in äußerst knappen Zügen haben wir den all-.' gemeinen Inhalt' dieser beiden" an (refftnden Gleichnissen und hohen Ideen reichen Tischreden gezeichnet,-.

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