Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 100 (18.12.1902)
- Date
- 1902-12-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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i 43» Jahrgang. MO. Gentrak-Hrgan für das orLhodoMIHWhum. >.Begründet von .. 7.;• :: .©*. in \ " v; - V . \'Z" Ä « w 18. Kislew 5663 o- Donnerstag, d«n 18t Dszemver 1802. ■ f Unsere nächste Nummer, eine DoppelnumMer, erscheimL der-christl^Feisrtage wegen, Dienstag, den 23. Dez-mber. — JnfsssLenannahme bis-'Montag Mittag 12 Uhr. - - - Jedem unserer verehrten Leser, der uns nachweisbar einen Abonnenten zuführt, erstatten wir unsere Dankbarkeit dadurch, daß wir ihm für jeden gewonnenen Bezieher des-^„Israelst" ein Werk aus unserem Verlage bis zum Betrage von Alk. \.50 Ladenpreis^ zur Verfügung stelloy. . Ein Verzeichniß der bei uns. erschienenen Werke finden unsere Leserim Inseratentheil der „BelletristisckRn , Beilage - in Nummer 99 dieses Blattes. . AesttzWsstölle ÜSS zMSvüeÜtu. - 1 Die; IV. Nach allem Bisherigen kann es keinen orthodoxen Rabbiner geben, der über die Qualifikationen der liberalen Rabbiner Deutschlands, nach ihren eigenen Worten, noch im Zweifel sein kann. - Wenn der vorliegende Bericht nichts enthielte, als die zehn Worte: „Bon allen Seiten wird die Reformbedurftigkeit der jüdischen Ehegesetzgebung anerkannt", so wüßte man die itnsm rrm dieser Herren, und könnte auf jeden Kommentar und alle Nachfrage verzichten. Es sei daher nur die Thatsache in aller Kürze festgestellt: der Präsident der liberalen Rabbiner Deutschlands hat schon vor mehr als dreißig Jahren die Abschaffung der Chaliza nvbnb erklärt; der Präsident des Rabbiner-Verbandes in Deutschland hat durch Trauung einer es» jtotp diese Abschaffung netftA vollzogen, um daran folgende Erwägung zu knüpfen: Als der berüchtigte Rabbiner Dr. H r ß in Eise-' nach vor einigen dreißigen Jahren bei einer religionsgesetzlich verbotenen Ehe die Trauung.vornahm,-ging ein Schrei der Entrüstung durch die jüdische'Diaspora ', über „die Schandthat von Eisenach" und 133 Rabbiner erließen folgende Erklärung:; '?■ ’•;/ : l ]' - „Angesichts, mannigfacher, . in^neuerer Zeit voxge- ^5 kommener Angriffe gegen das jüdische Ehegesetz, Angriffe, welche dazu angethan sind, die Reinheit jüdische?. Familien zu vernichten, erklären die Unterzeichneten:/- 1) Rabbiner, Prediger oder andere Israeliten, , welche eine biblisch oder rabbinisch verbotene Ehe einsegnen, ferner Solche, welche das eine oder das andere biblische, oder rabbinischeEhever- . bot für nicht mehr verbindlich ausgebe n, endlich Solche, welche sich B e r s a m m - . lüngen an sch ließen, zu deren Zwecken eine.. Infragestellung jüdischer Eheverb 0 te gehört, — alle diese sind unfähig, irgendwelche rabbinische Funktionen zu vollziehen.' /., 2) Es wird daher ein jeder gottesfürchtige Jsraelite davor gewarnt, von solchen Individuen Träuungen, Ehescheidungen, Chalizä vornehmen oder anord-. nen zu lassen. . 3) Schochtim und Sophrirn, welche lediglich auf Grund der Autorisation solcher Rabbiner ihre Funktionen ausüben, ohne daß ihre Würdigkeit und Tüchtigkeit hierzu von einem gesetzestreuen Rabbiner konstatiert .wäre, sind als unautorisiert zu betrachten. 4) Die israelitischen Gemeinden sind verpflichtet, dahin zu wirken, daß solche unt. 1 näher bezeichnten Rabbiner und Prediger ihres Amtes enthoben werden. /•’ v ,