Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 99 (15.12.1902)
- Date
- 1902-12-15
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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2108 theuren Lehrers und dessen Enkel sei, die er vor sich hatte. Da stürzten Thronen, Freudenthränen der ihn überwältigenden Erinnerung an seinen Jugendlehrer aus seinen Augen. „Ach, wie bin ich so glücklich," rief er aus, „daß ich die not habe, die Tochter meines Lehrers und den seinen Namen tragenden Enkel in diesem Leben noch zu sehen!" - Die Szene ergriff mich bis in des Herzens Tiefe. N2i2d pnx i::t rief es und ruft es noch heute mit nachzitternder Beseligung in meiner Brust: Das Andenken des Zadik gereicht zum. Segen weit über sein Erdenwallen hinaus. Er war ein Lehrer gewesen, der nicht nur zu den v'd'rev, sondern auch zu 'pnso v'217, gehörte. teicr vrrm rr-piro na^a lautet die Erklärung des Gaon Saadia zu jener Stelle: „das find die Männer, die die Jugend belehren, und diejenigen, die Israel auf den rechten Weg unterweisend, führen/' Wenn die Lehrer des Rheinlands diejenigen, die noch . ein warmes Herz und ein volles Verständniß für ihren . . Lehrerberuf sich bewahrt, wenn sie in gleicher Weise, wie es uns das Beispiel jenes Vorbildes zeigt, mitzuwirken : entschlossen-sind an der göttlichen Aufgabe des Judenthums, dann ist der Be-ein voll der sichersten Hoffnung, daß sein großes Ziel in immer vollkommenerem Grade in stets sich erweiternden Kreisen zur Ehre Gottes zur Berwiklichung gelangen werde. Und es wird sein Thun und Schaffen aus seinem Arbeitsgebiet hinausragen :;n. das Gebiet des Unendlichen q' 2,2 2 2 . nyi In uralten Zeiten war die Einrichtung in Israels Land getroffen, daß zur Verbreitung der Kunde des in Jeruscholajim von den Häuptern des Volkes prokla- . mixten Neumindstages in der der Proklamation folgenden Nacht auf den Bergen in der Nähe und Ferne die Flammen zum Himmel emporloderten, um dem Volke zur Kenntniß zu bringen ennn enpru 122V, daß der Monatsbeginn bereits zur Heiligung gelangt sei.' So schau ich. im Geiste auf den heimathlichen Höhen des gottgesegneten Rheinlandes die Flammen- Zeichen gen Himmel emporglllhen, die in den Herzen seiner jüdischen. Bewohner mit mächtigem Streben - hineinleuchtend, die frohe Kunde hinaustragen, in alle ,, 2Bett ennncnpria *cre% daß durch die Wirksamkeit dieses Vereins einr neue Zeit hereingebrochen, eine neue Aera begründet sei, deren Charakter besteht in Vinn prpp, - in der sich durch.alle Lebensverhältnisse .manisiestirenden Heiligung des göttlichen. Namens. Amen. . . Die höchste Begeisterung batten, die erhabenen und ./-.Verhebenden Worte des gefeierten Herrn„ Redners ent- -'' /sacht,-und Mt,Füg. und'Recht, erklärte der Vorsitzende, '.'./hMdröhnende Beifallssturm' habe schon zur Genüge ge- ' ''^M^t/Äie .die'Worte Eingang gefunden hätten, in aller- Herzen und den Dank der Versammlung am deutlichsten kund gaben. -Sie-würden aber auch dem Verein als Richtschnur gelten. Mit Freuden folgten die Anwesenden der Aufforderung des Vorsitzenden und erhoben sich Herrn Dr. Cahn zu Ehren von ihren Plätzen. Nachdem Herr Jonas alsdann die Generalversammlung eröffnet hatte, nahm, bevor, an die Erledigung der Tagesordnung getreten wurde, Herr Provinzialrabbiner Dr. Munk aus Marburg das Wort. Als. er vor einigen Wochen, so führte der Redner aus, die Einladung, an dieser Versammlung theilzünehmen, erhalten, habe er Bedenken gehegt, ob er sich betheiligen solle, da er es vermeide, sich um Dinge zu kümmern, die außer dem Bereiche seines Amtes lägen. Nachdem jedoch eine nochmalige Einladung an ihn ergangen sei, hat er mit sich Rath gepflogen, nach einer Rechtfertigung für die Theilnahme sich umgesehen, und sein Wille sei gebrochen worden, und er sei sogar zu der Ueberzeugung gelangt, daß es seine dienstliche Pflicht erheische, an dieser Versammlung theilzünehmen. Denn was der Verein jetzt erstrebe, das habe seit mehr als 20 Jahren ein kleiner Kreis der rheinischen Provinz gethan, und habe durch Anschluß an das Rabbinat (des Herrn Dr. Munk) das zu erreichen gesucht, was ihm fehle. Es sei dies Wetzlar; es ließe seine Religionsschule inspiziren, einmal im Jahre würde dort von ihm gepredigt, rituelle Entscheidungen gelangten an ihn und er sei auch mitthätig an den Humanitären Bestrebungen. Somit in Erstrebung desselben Zieles in demselben Landestheile. erklärt der Herr Redner, halte er sich auch für berechtigt, hier an dieser Stelle mit Rath zu pflegen. Das nun, was seit 20 Jahren in dieser Enklave geschehen sei, beweise, daß der Gedanke, welcher zu der Gründung des Vereins den Impuls gegeben habe, auch der rechte sei. Im Namen des besagten Kreises nun begrüßte Herr Dr. Munk den Verein und wünscht ihm mit den Worten der dieswöchentlichen Sidrah Glück, durch welche der npai der Segenswunsch mit auf den Weg gegeben worden war. 1-1221 »sAs6 .".1 nx ininrr. Nicht wünsche er aber, wie es weiter heißt, daß wir das Thor unserer Feinde erben,. sondern daß der Verein gefördert werden und 1211 nrr rriw' 2L»n der gütige Gott Seinen Segen schicken und den Weg des Vereins zum Glücke und Gedeihen für ihn und alle Gemeinden führen möge! Auch diese ermuthigenden Worte des ehrwürdigen Herrn wirkten wohlthuend auf die Gemüther und befruchtend auf die Absichten der Versammelten. (Fortsetzung folgt.) Tageduchblürter eines Verbannten. Preis 2 Bände broschiert Mk. ltt.—, gebunden Mk. 13.—.. Insel-Verlag. Leipzig. Ties Buch iit das. einzigste,.. welches wirklich wahrheitsgetreue Berichte nach Tagebuchnuszeichmnlgen über sibirische Verhältnisse und das Leben - dort brnrgt. Der Name des Verfassers ist Pseudonym für einen m Nutzlaiid sehr bekannten politischen Verbannten, welcher lange Zeit m Sibirien leben munte. Sein Buch hat in Rußland einen außerordentlichen Erfolg gehakt, ein gleiches gilt von der italienischen "-^-'rünZoMchen Ausgabe. TaS Buch in der vorliegenden Gestalt