Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 97 (8.12.1902)
- Date
- 1902-12-08
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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48» Jahrgang. rnt sm;'; ZczsrWMMchitli j» WlU: v" ,Am nächsten Dienstag soll die Wahl von siebzehn Repräsentanten bezw. Stellvertretern der Breslauer Synagogengemeinde stattfinden. Wenn nicht ein jedes Gemeindemitglied von diesem Ereigniß bereits' ip Kenntniß gesetzt worden' wäre,, so hätte'dasselbe es schon durch die lebhafte Agitation des „Liberalen Vereins der Synägogengemeinde" erfahren müssen. .Schon seit Wochen legt dieser Verein eine fieberhafte Thätkg? keit an den Tag, um für die Wahl. der. vonihm aufgestellten -Kandidaten.Propaganda zu machen. Es' liegt uns. durchaus fern,^ sein . Vorgehen, etwa tadeln zu wollen, nein —im Gegentheil,.wenn.wir^ Betrachtungen daran knüpfen wyllten, so müßten.wir höchstens unser Beda uern. darüberaussprechen, däß.' sich nicht schört längst die konservative Partei, 'in dieser Beziehung' ein Beispiel an der liberalen genommen hat,auch ihrerseits Kandidaten aufzusteÜen und mit gleichem .Eifer für dieselben zu agitiren. Allein, wenn wir dies verlangen wollen, muß zunächst eine konservative Partei bestehen;, und-da muß ich nun leider konstatiren, daß in Breslau eine solchefehlt. Wohl'.sind - in dieser. Gemeinde.nicht,nur konservative, sondern sogar eine nicht zu unterschätzende Anzahl streng-orthodoxer Elemente. - Allein wir.. können nur von einer Anzahl — von . einer großen Anzahl von Elementen sprechen, aber-leider von keiner Partei; denn es fehlt das-Band, das:sie; alle. zu. einer Einheit zusammenschließt.. Auch hier bewahrhejtet sich wieder das alte Sprichwort, nur: „Einigkeit macht stark." Auf den ersten Blick dürfte es allerdings schwer fallen, die einzelnen konservativen Elemente zu -einer Partei, vielleicht zu einem „Konservativen Verein der Synagogengemeinde" zu konstituiren, und zwar-aus .verschiedenen Gründen. Vor. allem rst es befremdend, daß es konservative Gemeindemitglieder-gibt, die.-sich als Köder für hie liberale Partei gebrauchen lassen. ' Der oben? genannte: ^Liberale - Verein. der Synägogengemeinde" versendet nämlich jn Form einesCirkulars einen-Auf? ruf^ welcher -außer den Namen von Vorstandsmitgliedern , noch die - Unterschriften yon Herren .trägt,- die als dem orthodoxen Familien der.,G.cmeinüe ^ngchörig-...bekannt ^sind.. ,E;st^ vor w.enigen.,Wochew7istzim diksen Blättern von der unwandelba ren Frömmigkeit seiner diesWFamilien htzrichtet^wtzMn^Mh!.der.K^nzor der- 5ifbe»i-Mh WuhrMM chexgM seMMUMchM tUttev)d^se^AzlfM dsMwn^MMeHernM.jtä;;tznd5? Morten PMaggnda M^WenigemPrinzipien gemacht wird, die gerade, die Orthodoxie so scharf bekämpft. So heißt es u.. a. in dem. Cirkular.. wLrtlichr„Selbst-: verständlich betrachtet er (der Verein) es cjäf seine erjfc Ausgabe, diejenige'. Strömung zu fördern und zg^stär- . ken, welche den.steten Fortschritt auf religiösem Gebiete auf ihre Fahne geschrieben hät^' .. nicht' ' den alles Alte zerstörenden Fortschritt,' sondern denjenigen, der die.modernen. ÄnschgnUngen in. Einklang mit den,'e h r' - . w. L r d.i ge n .und., g e h e i l,i g t e. n . Äleherliefe-,' rängen unserer Väter bringen,will."Paß einüherälet Verein, .auch freisinnige. Zissse^ verfolgt,' kann mast ° wähl annehmem Worin zeigt M aber jener Förtschritt^aüf: religiösem Gebiete? Welches sind denn die modernen, Änschauungen,' die mit' 'den „ehrwürdigen und Meilig-: ten Ueterlieferungen" unserer 'Väker in' Einkläng 'gebrächt ' werden sollen?-^' Für -unseren'hehren Glaubest; - für1 das Jüdknthum, gibt es keine modernen Anschäu» ' - - ----- - ...uw abhängig sein sollew s i h b ün v e ränderlich. Sie sind an" keine - Ge^ neration, an kein Zeitalter gebunden. Jeder Israelis ist für dieselben noch heute in gleichem Matze verpflichtet, wie er dies vor einigen tausend Jahren wari' Und wenn es leider auch Juden gibt, die da sägen; die Heiligung des Sabbats und manche andere Geböte seien nicht mehr 'zeitgemäß, und - Wenn. sie selbst: auch jene Geböteverletzen und:mitallen-Traditionenbrechen dann sollen sie aber nicht so schamlos sein, es.'uns glaubhaft machen-.zu wollen,- paßsie. die „ehrwürdigen und ' geheiligten. Überlieferungen unserer. Vater" mit modernen Anschauungen in Einklang zu bringen suchen.' Doch , wir wollen uns nicht'zu weit vom Thema enf? fernen. Wir können nur nochmais:.mit Bedauern kpn? statiren, daß sich alsv einige konservative.Gemeindemit?' glieder in - den. Dienst des liberalen Vereins gestellt' haben.- Doch welche-Beweggründe.-könnten, wohl'diese Herren zu jenem Schritte veranlaßt haben?,. - Sollten sie etwa,,lediglich deßhalb,-weil, der Perein großmüthig genugwar. unter den siebzehn ^fiir. hie' -Wahl vorgif schlageney! Kandidaten auch zwei; jköyferväLib^..'-.-aüfMstellen, - dem- -Ausruf, ihre .Unterschrift nichts Ve^v^igex. haben?n Ich snrchhe,n. diKeH.age HHasien..ää^Mssen> unychjerM.Lych^^vejter^'.H;adernäß.zzl snch^rWH' ches sich a;;jWgL?üer KonUtufrungAyer KrfstzihMd- M Mr »Esondern^auL^jhre Kechetz^ur,Lezr' uipLyab;^ den. Sitze -zu" verlieren." "Allein' es - ist . oft' nichf. dentl. daß sich bei.entsprechender Propaganda, nicht das He.