Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 96 (4.12.1902)
- Date
- 1902-12-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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43» Jahrgang. M S« mm KenLrak-Hrgan für das orthodoXe ZudenLhum. -; v: Begründet von . ' ®f. TeHrrrsmrr in ' Donrrerftag, den 4» KisLew 5663 4. DszSMvrr 1SO2. Da mit dem 1. Januar 1903 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die get / ehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonne-' ment frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1903 eingetragen unter Nr. 8932. Neu eintretende Abonnenten (Postabonnenten , gegen Vorlage der Postquittung) erhalten das Blatt bis Ende dieses Monats gratis. '. Die 7 - n. ' Die Thätigkeit des Vereins hat nach einem von Vogelstein-Stettin Namens des Vorstandes erstatteten Bericht stch auf folgende Punkte erstreckt: 1) Der Anregung, die Barmizwohfeier durch Ansprache und Segensertheilung seitens des Rabbiners weihevoller auszugestalten, ist in mehreren Gemeinden entsprochen worden. ' 2) Es wurden wiederholt von Kollegen Anfragen an den Vorstand oder Vorsitzenden in Bezug auf religiöse Amtshandlungen gerichtet, um ein einheitliches Vorgehen zu erzielen. 3) . Dem Kollegen Freund in Görlitz ist zu feinem siebenzigsten Geburisag eine Glückwunschadresse überreicht worden. 4) An die Hinterbliebenen zweier verstorbenen Kollegen sind Beileidsschreiben gerichtet worden. Ich habe in meinen Aufsätzen: „Rabbinerversammlungen einst und jetzt" die Impotenz und Unthätigkeit des „Allgemeinen deutschen Rabbiner-Verbands" an der Hand seines sog. Tätigkeitsberichtes eingehend nachgewiesen. Aber im Vergleich zu der Armseligkeit dessen, was die Vereinigung der liberalen Rabbiner Deutschlands ihre Thaten nennt, erscheint die Unthätigkeit und Bedeutungslosigkeit des Verbandes wie emsiger Bienenfleiß und der Verband selbst wie ein lebendiger Ameisenhaufen. Hätte mir der Bericht seiner liberalen Filiale schon damals Vorgelegen, so hätte ich dem Rabbinerverbande sicher die Palme vollendeter RulliM nicht so-rückhaltlos zuerkannt. * r f das Entsprechen, die Barmizwofeier; weihevoller zu gestalten, wirklich eine That ist, so steht sie nicht auf dem Konto der Vereinigungliberaler Rab-. biner, sondern auf dem der Gemeinde, von welcher , hier ' doch gesagt wird,, daß si e die Entsprechenden waren. Und dazu bedarf es einer Vereinigung liberaler, Rabbiner?. Wenn sie sich in Frankfurt a. M. ein wenig um-. gesehen hätte, so hätten sie leicht erfahren können, daß ohne Rabbiner-Vereinigung Rabbiner Samson Ra- ' ptzael Hirsch s. A. diese Weihe schon vor 60 Jahren in seiner Religionsgesellschaft eingeführt hat. Seit feinem% Heimgang haben die treuen Schüler und Verehrer Hirsch's dessen reiches Thatenleben des öfteren in Re-' den, Aufsätzen und Broschüren nach Gebühr gefeiert, aber , diese That, mit welcher der liberale Rabbiner-. Verein als erste in seinem Tätigkeitsbericht paradirt, hat noch keiner der Mühe werth gehalten, auch nur mit. einem Wörtchen zu erwähnen. Und bei Hirsch hätte es', noch einen Sinn gehabt. Denn er ist Damit dem. christelnden Zug jener Zeit entgegen getreten, welche die jüdische Barmizwa ganz abschaffen und dafür die christliche Konfirmation einführen wollte. Die jüdischen Zeit-Clowns jener Tage hatten die Barmizwa als nicht weihevoll genug deklarirt, und damit ihre Sehnsucht nach der salbungsvollen christlichen Konfirmation, bemäntelt. Diesem Gebühren trat Rabbiner. Hirsch dadurch entgegen, daß er zeigte, man könne auch die Barmizwafeier mit der Weihe ausstatten, deren Heil^