Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 94 (27.11.1902)
- Date
- 1902-11-27
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2446951-2449795-2449881--57110-2519809- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Jelgava 1× ep/1000666
- Minsk 1× ep/1000754
OCR text
Trier, 24. Nov. Eine Entscheidung von grundsätzlicher Bedeutung traf der hiesige Bezirksausschuß. Die in dem Hochwaldflecken Rhaunen ansässigen. Israeliten haben sich zu einer Religionsgenossenschaft vereinigt. Als Zweck des Zusammenschlusses besagt das Statut: „Der israelitische Verein hat den Zweck, einen Zusammenschluß der Israeliten hiesigen Ortes herbeizuführen zur Regelnung der Schulunterhaltung, zur Erwerbung eines Bauplatzes und Erbauung einer neuen Synagoe." Zur Erlangung der Rechte einer juristischen Person im Sinne, des S 61 des Bürgerlichen Gesetzbuches beantragte der Vorstand die Eintragung der Vereinigung in das Vereinsgerister beim Amtsgericht Rhaunen. Dagegen erhob der Landrath zu Bernkastel mit der Begründung Einspruch, daß eine Eintragung der Religionsgenossenschaft nicht zulässig sei. weil der Verein einen religiösen Zweck verfolge. Die den der „Israelitischen Religionsgenossenschaft" hiergegen erhobene Klage wurde vom Bezirksausschuß mit der gleichen Begründung abgewiesen. Allenstein, Ostpr., im Nov. In der Stadtverordneten-Sitzung vom 29. v. M. fand die Einführung des wiedergewählten Herrn Stadtrath Simon statt. Herr Erster Bürgermeister Belian führte hierbei etwa aus: Am 8. Nov. hat Herr Stadtrath Simon seine vierte sechsjährige Amtsperiode beendet. Am 23. Juni ist derselbe von der Stadtverordnetenversammlung auf weitere sechs Jahre einstimmig wiedergewählt und am 26. August vom Herrn Regierungspräsidenten bestätigt worden. Durch die einstimmige Wiederwahl haben Sie mir, meine Herren, eine ganz besondere Freude bereitet und der Stadt Allenstein einen großen Dienst erwiesen. Seit 24 Jahren hat der verehrte .Stadtrath das so ungemein schwierige Armendezernat verwaltet und hat die Geschäfte geradezu mustergiltig zum Wchle der Armen unter Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit der Kommune in schöner, edler und pflichtgetreuer Weise geführt. Herr Stadtrath Simon ist einer der pflichtgctreuesten Magistratsmitglieder, der in seiner langen Amtsperiode fast jede Mägistratssitzung besucht hat. Herr Belian dankt nochmals für die einstimmige Wiederwahl und gibt seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß der Wiedergewählte in seiner neuen Amtsperiode ebenso wirken werde, wie bisher. In diesem Sinne verpflichtet Herr Erster Bürgermeister Belian den Stadtrath. Herrn Simon, mit Handschlag an Eidesstatt, ' wobei sich die Stadtverordneten von ihren Plätzen erheben;; c Oest t r r ei ch. einen tiefempfundenen Nachruf. Unter den Trauer- , gästen bemerkte man: Rabbiner Dr. Austerlitz, Oberrabbiner Ehrenfeld mit dem Bethdmschames (Rabbinatsdiener) Leiden, Rabbiner Thieberger, den Vorstand der Zigeunersynagoe u. v. A. B. vermischtes. Berlin. Eine große neue Synagoge soll, wie dce „Confcct'onar" meldet, im Westen von Berlin errichtet werden. Sie verdankt ihr Entstehen Herrn Rudolf Moste, der die dazu nöthigcn Kapitalien von ca. 1 Million Mark in einer noch i,5h:r zu bestimmenden Form, worüber die Verhandlungen augenblicklich schweben, herzugebcn bereit ist. Wirrzbnrg. Zur Linderung derNothlage im ü.iligen Lande bat Herr Distriks-Rabbiner Nathan Bamberg er hier, einen Aufruf erlösten und Versand. Der Erfolg ist bis heute scho i ein so günstiger, daß Herr Rabbiner bereits 4000 Mark an das Centralcomitö in Amsterdam abscnden konnte. Die Sammlung in hiesiger Gemeinde ist noch im Gange und läßt auf ein weiteres günstiges Resultat hoffen. Salzburg (Oberpfalz). 17. Nov. Dem Adelsmatrikel des Königsreichs wurde cinoerlcibt. der Kommerzicnrath Ludwig Rilter v. Gerngroß, Rentier in Nürnberg, für seine Person, als Ritter des Verdienstordens der bayerischen Krone. ... Prag. Ein jüdischer Buch- und Kunstverlag, verbunden mit jüdischer Volksbuchhandlung, wird soeben in Prag ins Leben gerufen. Sein hauptsächlichster Zweck ist mit auswärtigen Vcrlagsanstalten und Autoren in rccbr lebhaftem Eontact zu bleiben. Alle diesbezüglichen Anfragen beantwortet gerne Ludwig Fischl in Prag I, Geistgasse 2. Briesraften der Nedaettorr. H. in M.: „Die Wissenschaftliche Beilage' unseres Blattes, wird der nächsten Montagsnummer bcigelegt. Verichtigirrrg. In dem Aussatz: „Der Sabbar vor dem preuß. Kammergcricht" von Herrn Rabbiner Dr. Ehrmann, haben sich einige sinnentstellende Druckfehler eingcschlichen. Gleich der erste Satz soll lauten: „Unter der Spitzmarke: „Das Kammergericht als religiöse Instanz", brachten Sie in jüngster Nummer folgende, den polit. Tageszeitungen entnommene Notiz. In dem Satze: „Nach dieser bedenklichen Logik wird die Orthodoxie aufbörrn, für uns maßgebend zu sein, wenn ihre Regeln von vielen nicht mehr gch.ndhabt weiden;" muß es statt Orthodoxie: Orthographie heißen. Neu erngegangene Köcher. (Besprechung Vorbehalten.) Prag; 26. Nov. Unter überaus großer Beteiligung fand Freitag'Vormittag hier das Begr'äbniß des -allgemein' geschätzten und geächteten Vorstandsmitgliedes ' der' -Zigeisttttspnagoe. Herrn' Heinrich H a h n statt.-' Rabbiner-^ Dr. DeUt s ch hielt - im- Badhofe Der I. Allrussische Ziöniften-Congreß in Minsk. Von M. Nurock in Mitau. Preis 15 Kov. Riga 1902. . . v :®er Wein im jüdischen Schriftthum, und : C u l t u s. Von Rabbiner M. Stark, Prag-Weinberge. , Wien 1902. Moriz Waizner u' Sohn/Wstn