Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 90 (13.11.1902)
- Date
- 1902-11-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Aenlrak-Hrgan für das orthodoXe ZudenthuW: •' ‘; Begründet von ' . - - . Dr Tehnrnnrr in i." * ' Gentrat-Hrgan für das orthodoXe Zudenthum. Donnerstag, den 13. C y e f ch w a n 5 6 6 3 13. November 1302. Die Lholera im heil. Lande. Mainz, 12. November. Die Cholera, diese Gottesgeisel, der gefürchtete Würgeengel der Menschheit, ist im heiligen Lande ausgebrochen und hat allenthalben Panique und maßlosen' Schrecken verursacht. Die Cholera tritt überall, wo sie' Fuß faßt, als tückische Krankheit auf und fordert zahl- , kose Opfer an. Gut und Blut.'Aber wenn sie im heiligen Lande grassirt, dann sind die Spuren, die sie zurück- ' läßt, schrecklicher und nachhaltiger, als sonst irgendwo. Diesen Gedanken legt unser i»ba wa» - Gebet nahe, das wir vor wenigen Wochen in den ersten Tagen des neuen Jahres zum Himmel emporsandten. Es gedenkt dieses Unglückes in zwei Strophen: •jnna >J20 nMöwiTO'cnatio sjm airn w nba was .“II&riJB HBiO VJD Uafoj „Unser Vater, unser König, vernichte Pest, Schwert, Hunger, Gefangenschaft und Cholera von den Kindern Deines Bundes." „Unser Vater, unser König, halte die Cholera fern von Deinem Erbe." Die erste Strophe hat unsere Persönlichkeit, 'die' zweite das Gotteserbe, das heilige Land, nach der Erklärung von R. Jakob Emden, zum Gegenstand. Wir finden in unserer Geschichte gerade das heilige Land von schweren Katastrophen wiederholt heimgesucht^ Schon durch seine geographische Lage im Mittel- und Durchgangspunkt 1)«: alten Welt, hatten und haben Pest, Schwert, Hunger, Gefangenschaft, Heuschrecken und wie die Verderben bringenden Katastrophen alle heißen, dort eine viel intensivere Bedeutung, als an irgend eineiw anderen Punkte der .Welt. Ganz beson- ' ders gilt dies von der Cholera. Von ihr ist bekannt/ daß sie besonders den großen Verkehrswegen folgt. welche die geschäftliche, politische und sonstige Verbin-.: düng zwischen Ländern und Völkern vermitteln.' Jhr^ Auftreten im heiligen Land ist daher eine Gefahr für/ die ganze Menschheit. Sie ist von. Europa nur wenige Tagereisen entfernt, wenn sie im heiligen Lande auf-, tritt und ihre Opfer fordert. Man versteht' unters der Bezeichnung Cholera (nach Manchen' '. aus dem Hebräischen n hin) gewöhnlich die sog. astatische^ Cholera, die von Haus aus in Europa, unbekannt war/ und erst im jüngsten.Jahrhundert ■ auch iM unseren/ Erbthejl^kingedrungew ist/ - Der Mmend^^SchreckttW. den sie verbreitet und voraussendetist ihr bewährtester. :. Hilfsgenoss e. Dies er Schrecken benimmt die Wider- / standskraft, ’ knickt und schwächt zunächst die Opfer, dieses Todesboten und prädisponirt so die Massen für die-Krankheit selbst. v;v Rechnet man dazu die ungünstigen Gesundheits-, Wohnungs- und Erwerbsverhältnisse in den Städten, des heil. Landes, so begreift es sich, wie gerade Erez Jisroel dieser Krankheit einen von ihr wiederholt/ aufgesuchten Nährboden bietet. — Zu diesem äußeren Momente kommt aber für uns noch das innere, historische, göttliche Moment, das die zerstreuten Glieder, unseres Volkes mit starken unsichtbaren Banden an ihr einziges, von Gott selber ihnen angewiesenes Heim, knüpft.'; In der Stunde, in der dem Ahn des jüdischen- Volkes die göttliche Verheißung würde, daß seine Nach-' kommen Fremde sein werden in einem Lande, das ihnen' nicht gehört, in derselben Stunde wurde ihnen dieses Land als ihr irdisches Heim von Gott selber angewiesen. (1. B. M.. Cap. 16, V. 13 und 18.) Aber' seitdem duldet dieses Land auf die Dauer keine Be-' wohner, die dem von Gott selber'ausgestellten Lebens- ' regime sich nicht'. ünierördnen//Der Emoriter, der es bewohnte, als es "Abraham für seine Nachkommen zu-/ gesichert erhielt, mußte es Verlässen, als sein Sünden'-' maß voll war (ibid. V. 16)) Ja es speit, wie '