Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 84-85 (27.10.1902)
- Date
- 1902-10-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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43, Jahrgang. M 84 & 88. KenLrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von - - w-;V: v Nr. ^vhniklnn in Matrr^ *,,, s«. rtsch.i 5 66«: Sttotttitg, de« 27. Oktober 1S«S. 55t;3wi Harft abonntrt man bei allen Postanstalten für den Mona e WotiV^STL' ZS auf den „Israelit". Dieser Preis tritt aber nur ein bet Abonnements, welche rechtzeing am Post-ZeitungSschalter deS Wohnsitzes des Bestellers oder bei' dem bei. treffenden Landbrteffräaer aukaeaeben. werden. UM" Die Briefträger sind berechtigt den Abonnements Vetrag in den ersten 23 Tagen deS Monats gegen'Quittung in Empfang zu nehmen. Ausländ entsprechend höher. Die ErxeLttLon des „Israelit." Rcrbbi Sußmcrnn Sojvr 72T* " Gberrabbiner 511 Paks. Unsere Festesfreude ist dahin! Die Erwartungen, die wir an die Festtage geknüpft hatten, sind stark beeinträchtigt worden durch einen, das Gesammt-Judenrhum-betreffenden Trauerfall. Am Eres Jom Kippur durchbrauste ein Sturm den bereits gelichteten Wald unserer nnn. Ht-v und knickte einen der hervorragendsten V'A«! 'iNv pan prrarn pnprr ,p,_ü'n jxn :rn rpxa p*p”J ~-\\ eine der hervorragendsten Gestalten des Judenthums, ein -r.n p;a ist uns leider entrissen worden. Seine Größe als Va can --sSn ’P-V als cDTiEc -v;ö und seltener Vi^rr-Kenner, offenbart sich in. seinen .-.lp'vx & fr .-.2-2 27 ,n;pan : 2-22 jawrv Diese sind sozusagen in der ganzen jüdischen Welt, selbst in überseeischen Ländern, verbreitet, und legen Zeugniß ab von eminentem Fleiß und produktiver Thatigke.it. . Ein getreues, seine Persönlichkeit umfassendes Charakterbild niederzuschreiben, ist unmöglich, es würde dies unbedingt lückenhaft ausfallen; man muß. ihn gesehen haben, um über sein Wesen, seine ganze Individualität einen Ueberblick zu gewinnen. In seinen immerwährend freundlich dreinblickenden Augen, in seinem achtunggebietenden Blicke spiegelte sich seine' reine Seele, und da konnte man sehen, wie es in einem, jüdischen Herzen aussieht. - Sein Thora-Lernen grenzte an's Wunderbares? dnixa jw? ^'2 p-:rr hat noch selten Jemand in diesM,- Sinne c't» gewesen, als der Verstorbene. Diese Hin-- gebung, diese Liebe zur Thora, diese herzliche Anhäng- ' lichkeit an allem, was Jüdisch ist, sie stehen wahrlich vereinzelt da. - ' -• --- v\ V - _ Weder unsägliche körperliche Leiden, von denen der Verblichene während seiner 74jährigen Lebensdauer allzu häufig heimgesücht war, noch der schmerzliche Verlust von Kindern, konnte die freundlichen Gesichtszüge des Heimgegangenen verdüstern. Er blieb , standhaft und fest, zeigte und lehrte seiner Umgebung, wie sich ein Jehudi in alle Lebenslagen hineinfinden muß.- Er brauchte nur mit seinen Bachurim, denen er eine - ' grenzenlose Liebe entgegenbrachte, "Wir zu lernen, und er vergaß jedes Leid, jeden Kummer; bei seiner Gemoro suchte er Trost, hier fand er Linderung. Seiner Gemeinde war er wie ein fürsorglicher Vater zu seinen Kindern. Jeder Einzelne seiner 'cm *72 stand seinem Herzen nahe;, jedem Vorkommnisse in seiner Gemeinde brachte er. das lebhafteste. Interesse entgegen. Dort, wo dies nothwendig war, - erschien er als Erster, gedrückte Gemüther aufzurichten^-^ zu rathen, zu trösten und thatkräftig mitzuhelfen.. In seiner Eigenschaft als Magid galt er als einer ., der Vesten der Gegenwart. Jedes seiner Worte enthielt' '' treffliche Gedanken; Gedanken, die vermöge ihrer. Er- . habenheit immer tief zu Gemüthe führten. Als praktischer Menschenkenner'waren ihm die innersten Ge-