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Der Israelit · 1902-10-14 · Heft 82-83 (14.10.1902) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 82-83 (14.10.1902)
Date
1902-10-14
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1742 gesagt zu werden, daß der Präsident Rosevelt, als die Hauptperson in den Vereinigten Staaten, verantwortlich ist für die von dem Staatssekretär Mr. Hay herausgegebene Note, die rumänischen Juden betreffend. Diese Thatsache ist von Wichtigkeit, da sie die beharrliche Haltung gegenüber den Juden überall in seiner Laufbahn' zeigt. Bei keiner Gelegenheit hat der Präsident Rosevelt unterlassen, den Bürgern Amerikas zu zeigen, daß er ein warmer und großmüthiger Freund der Juden ist, entschlossen, di» Grundsätze der bürgerlichen und religiösen Freiheit aufrecht zu erhalten, wo immer er zur Verwaltung berufen ist. Hinsichtlich dieses erinnere ich an eine Begebenheit, die sich vor einigen Jahren zutrug und in welcher Theodore Rosevelt eine hervorragende Rolle spielte. Die jüdische Chautauqua hielt ihre Sommerversammlung in Atlantic City. Theodore Rosevelt, damals Gouverneur von Newyork und Vizepräsident der Vereinigten Staaten, wurde aufgefordert, die jüdischen Chautauqua zu begrüßen. Obwohl er wegen seiner Kandidatur mit Verpflichtungen überhäuft war. willigte er doch zu diesem Zwecke in einen Besuch nach Newyork ein. Es braucht nicht erwähnt zu werden, daß der Held des span. Krieges, von den Anwesenden stürmisch begrüßt wurde. Die Rede Rosevelts bewegte sich über den Amerikanismus. Der Gouverneur wies, darauf hin, daß wir unseren Mitmenschen dieselben Rechte einräumen sollen, die wir für uns beansvruchen. Wir sollen uns nicht um die Art und Weise bekümmern, wie sie ihren Schöpfer verehren. Der Redner fuhr fort mit den Worten, daß das von ihm befehligte Regiment aus Leuten verschiedenen Glaubens bestand und daß sie alle gleich behandelt worden. Nach der zweiten Schlacht beförderte er fünf Leute ohne Ansehen der Raffe oder des Glaubens und wählte nur Männer, welche früher das Beste geleistet hätten und hoffentlich auch später das Beste thun würden. In der Folge hörte er, daß zwei davon Protestanten, zwei Katholiken und einer ein Jude war. Und wie in seinem Regiment, sollte es im öffentlichen Leben sein; Werth und Verdienst sollten die Führung haben. Wir sollten uns im politischen Leben hüten, uns durch eines Mannes Rasse oder Glauben beeinflussen zu lassen. Unter keinen Umständen sei es gerechtfertigt, zu unterstützen oder anzugreifen, es sei denn nach seinem politischen Auftreten. Rosevelt erzählte weiter eine wahre Geschichte aus seinem Leben, welche die Zuhörer sehr interessirie. Als er noch an der Spitze des Polizeiwesens von Newyork stand, folgte er denselben Grundsätzen bei der Beförderung, und da viele Juden sich bei der Polizei befanden, so wurden auch viele von ihnen zu hohen Stellen befördert. .Damals kam der vielbekannte Ahlwarot nach Newyork, um einen Kreuzzug gegen die Juden zu predigen. Er miethete eine Halle. Mehrere Freunde Rosevelts baten diesen, der Sache Einhält zu gebieten. Er antwortete, daß er dies nicht konnö, aber er zeigte den Antisemiten ihr thörichtes. Verhalten. . Er befehligte einen jüdischen Sergeanten und vierzig v jüdische Schutzleute nach der Halle, um den Agitator zu bewachen, der seine Rede hielt, beschützt von . den Vertretern des Volkes, wesches er beschuldigte. Dies, fuhr der Gouverneur fort, war nach seiner Art das beste Mittel, den Amerikanismus aufrecht zu erhalten. Dann rief er, wie er es gewöhnlich that, miterhobener' Stimme: „Der einzige Aerger, den ich hatte, war gegen, die Presse gerichtet, welche nicht den Humor, dieser Sache aufzufassen schien," . S p x t ch fa * I. :. . Höchberg, 10. Okt. In Nr. 78/79 Ihrer gesch. Zeitschrift S. 1686 befindet sich ein Inserat „Hotel Fränkischer H o f". worin cs auch heißt: „Anerkannt vorzügliche Küche und Keller", ^twa i'v.ntz m theile Ihnen ergebenst mit, daß der Besitzer Christ ist, daß von Kaschrus u. s. w. keine Rede sein,kann. N. Eschwege. Literarische Notiz. — Der „offene Bri e s" des Rabbiners Dr. Wilhelm Münz in Gleiwitz über „Ritualmord und Eid" dringt in immer weitere Kreise. Nicht nur in Deutschland, sondern auch im Auslande haben die begeisterten, wahrheitsliebenden Worte' einen nachhaltigen Wiederhall gefunden. So erscheint der offene Brief bei Fratelli Morpurgo in Gorizia in einer vor? züglichen italienischen Uebersetzung,. der die vierte vermehrte Auflage der.Broschüre (16. bis 20. Tausend) zu Grunde gelegt ist. Brtefraften der Medaetton. M. I. «Schlvanen-Apotheke* Mainz. LebrnSvrrsicherunaS-Gcstllschast,ti Scl&jift, auf Gegenseitigkeit errichtet 1830 (alte Leipziger)) In den ersten drei Vierteljahren des Jahres 1£)02 sind 5047 Anträge überM. 38810150 Versicherungssumme eingegangcn und 443-» Versichern,lge» über M. 33482W0 abgeschlossen worden. Es hat sich damit der Versicherungensbestand auf 042 Millionen Mark gehoben, während das Vermögen auf 222 Millionen Mark angewachsen ist. Bei der alten Leipziger Gesellschaft, die eine reine Gegen»' seitiykeitsanstalt ist. fliegen alle Ueberschiisse in Gestalt von Ävi» denden den Versicherten wieder zu. die ans diese Weise bis jetzt 78 Millionen Mark erhalten haben. Im lausenden Jahre betragt die Dividende für die länger als fünf Jahre bestehenden Versicherungen beim Divldcndenplan A wie seit nunmehr 15 Jahren. 42»/, der ordentlichen Jahresbeiträge. bei abgekürzten Versicherungen anher» dem, noch 1.5 % der Summe der gezahlten Äusatzprämien; beim Dwidendenplan B ~r*-' ~ " u»g abgestufte Di der von Anfang während viele andere. Gesellschaften sich gezwungen "gesehen haben, ihre steigende Dividenden herabzusctzen. k " Unserer heutigen Nummer liegt «in Pro» spektus der Haupt-Kollektur der „Mittel» deutschen Staatslotterie" von Max Börstel, Altenburg, S.»A., bei, worauf wir unsere Leser besonders aufmerksam mache«.

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