Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 81 (9.10.1902)
- Date
- 1902-10-09
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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nehmen. Seine Gemahlin, die Prinzessin Lucinge, welche das Lehrerinnendiplom erlangt hat, erklärt, selbst eine freie Schule zu eröffnen und als Lehrerin die Nonnen zu ersehen., / .-v sprechen wir denjenigen aus, die sich für die Brüderlichkeit zwischen Rumänen und Juden erklären. - - - Die Studenten und Rationalipeiu - V - . A m e t I I Die Prinzessin Lucinge ist eine Tochter des Herrn Michael Ephrussi (eines nach Frankreich verzogenen russischen Juden) und seiner Gattin, geborenen Beer,' einer Nichte von Meyerbeer. Sie ist die zweite Frau des Prinzen Ferdinand de Lucinge, welcher in erster Ehe mit Raphaela Cahen d'Anvers vermählt gewesen ist. Diese war die Tochter von Raphael Cahen d'Anvers (eines belgischen Juden Cahen aus Antwerpen), der vor Jahresfrist bei einem Automobil-Unfall den Tod gefunden, und der Baronin Irene Morpurgo. Nach dem am 5. Dezember 1899 erfolgten Ableben seiner jungen Frau, geborenen Cahen, vermählte sich Prinz Lucinge bereits sieben Monate später, am 2. Juli 1901, mit Fräulein Raphaela Ephrussi, welche nun die frommen Landleute des Norddepartements von ihren Fähigkeiten als geprüfte Lehrerin profitiren lassen will, um da? Merk der Klosterschwestern fortzusetzen! ': ”1: R um Ln i e n. ' Bukarest, im Sept. Weiß man es in dem übrigen Europa genügend, daß in diesem-Dande Leute, welche ihren Nebenmenschen ohne Rücksicht auf deren Glauben Hilfe zu gleisten suchen, beschimpft Und bedroht werden? Das ist nämlichchier gelegentlich eines in Botufchani veranstalteten Volksfestes geschehen, dessen Erträgniß - den Abgebrannten von Borduschani hätte zu (Sutc kommen sollen, wie es das folgende Manifest der Studenten und Nationalisten von Botufchani beweist. Es lautet: . „illumänen! In Erwägung der Undankbarkeit, mit welcher dieses Volk Eure humanitären Bestrebungen stets gelohnt hat; * ' in Erwägung, haß es den Juden niemals eingefallen wäre, wenn, ein solches Elementar-Ereigniß lediglich Rumänen betroffen hätte, ihnen Hilfe zu leisten; in Erwägung, daß unter diesen neunzig Abgebrannten nur drei Rumänen sind und unter diesen nur ein einziger Grundbesitzer ist; in Erwägung, daß sie selbst die Brandstifter^!!), und die Ursache ihres Unglückes sind; verdienen sie kein Mitleid, upd mit Entrüstung protestiren wir gegen den unpatriotischen Vorgang, rumänische Feste in Gesellschaft der unserer Nationalität feindlichsten Elemente zu veranstalten. Wir sprechen den Rumänen in unserer Mitte, welche diejenigen ermuntern, die uns bestehlen und uns vor dem Auslande blosstellen. unsere Verachtung aus. Wir warnen jeden Rumänen davor, tatsächlich oder auch nur in Gedanken an einer solchen Erniedrigung theilzunehmen. Unsere Mißbilligung und unsere verdiente Verachtung Ncwyork, im Sept. (E i n j ü d i s ch e s R e g im e n t.) Was in keinem Lande der Welt möglich scheint — die Organisirung eines jüdischen Regiments — dies soll nunmehr hier zur Thatsache werden. Um den peinlichen Ausschreitungen, wie solche vor kurzer Zeit gelegentlich der Beerdigung des Newyorker.Oberrabbiners Joseph in dem hiesigen Ghetto sich ereigneten, vorzubeugen und bei ähnlichen Vorkommnissen der Polizei in der Aufrechterhaltung der Ordnung hilfreich zur Seite zu stehen, Haben sich in den letzten Tagen 250 junge Männer jüdischen Glaubens unter dem Namen ..Manhattan Rifles" als ein Regiment organisirt und zu diesem Zwecke die Jnkorporationspapiere von dem Richter Dicken unterzeichnen-lassen. . Reiche Juden haben. Gewehre und andere nöthige Waffen zur Verfügung gestellt und geschulte Soldaten die militärischen Exerzitien des jungen Regiments übernommen. Diese Organisation gedenkt auch Schritte zu thun, um in der Folge der Nationalgarde des Staates einverleibt zu werden. Dieser Zweck dürfte jedoch unerreichbar sein, . -^da-Regimenter-7Nnt-nationaler oder'konfessioneller Färbung im Staate nicht geduldet werden. * Newyork, im Sept. (Das jüdische Conv e r s a t i o n s l e x i k o n.) Wie unseren Lesern bereits bekannt ist, hat die Newyorker und Londoner Verlagsfirma „Funk und Wagnalls Company" die Heraus-' gäbe eines das gesammte geistige und geschichtliche Leben des Judenthums umfassenden jüdischen Conversationslexikons in englischer Sprache mit dem Titel „The Jewish Encyclopedia" in zwölf Riesenbänden. unter Leitung jüdischer Gelehrter der neuen und alten Welt unternommen, und sie wird sich das Ganze ungefähr $750,000 kosten lassen. V Dem von uns bei seinem Erscheinen besprochenen ersten Bande ist jetzt bereits der zweite Band gefolgt. Er erstreckt sich vom Wort Apocrypha bis zum Namen Benafh Benjamin, und ist mit derselben Gediegenheit ausgearbeitet, wie der erste Band. Neben vielen Andern hat Dr. Emil Hirsch von Chicago an ihm mitgearbeitet. Zu den „Consulting Editors" des Werkes gehört auch Dr. B. Felsenthal von Chicago, auch nichtjüdische Gelehrte wirkten mit. Eine Menge größerer und kleinerer Illustrationen verdeutlicht auch diesen zweiten Band, der sich gleichfalls mit jüdischer Geschichte. Religion, Litteratur, jüdischen namhaften Persönlichkeiten u. s. w. -befaßt. -?. -L: Ein derartiges encyclopädisches Riesenwerk über das Judenthum ist früher niemals unternommen worden. Es ist nur das Eine zu bedauern, daß es nicht in cchtjüdischem Sinne gehalten ist. - - -