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Der Israelit · 1902-10-09 · Heft 81 (9.10.1902) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 81 (9.10.1902)
Date
1902-10-09
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1714 neu. Sehr eindrucksvoll begann er: mips v'vni "2x^2 phv. Die Gnadenengel des Himmels haben eben einen weiteren bewillkommnet. Rabbi Jochanan sagt: Das Hinscheiden der Gattin ist dem Gatten die Zerstörung des Tempels. Mit diesem Heiligthum wird ihm die goldene Hohepriesterkrone weggetragen. ‘ Es würde zu weit führen, die tief zu Herzen sprechenden Reden der genannten Herren . in Worten wieder zu geben. Nachdem auch noch Herr Lehrer Fröhlich einige erhebende Trostesworte gesprochen und in jeder Weise sich würdig den Herren Vorrednern zeigte, wurde die sterbliche Hülle der Entschlafenen der Erde übergeben., rraatsn. Möge doch der Allgütige in dem neuen Jahre solch' traurige Ereignisse von uns sernhalten, möge Er den trauernden Hinterbliebenen, vor allem aber dem tiefgebeugten Gatten, die Fülle Seines Trostes gewähren und das neue Jahr für uns werden lassen zu einem Jahre des Glückes und des Segens. wrr setzte Nachrichte«. Berlin, 8. Okt. (D i e Zeugenaussagen über i>ie Familie Levy. im Konitzer Mordprvzeß vor dem Berliner Gericht.) Es gelangen Zeugenaussagen zur Verlesung, die sich auf die gegen die Familie Levy geltend, gemachten Verdachtsmomente und speziell darauf beziehen, daß Moritz Levy mit Winter bekannt war. Diese Thatsache ist Gegenstand eines besonderen Prozesses gewesen, der mit der Verurteilung Levys wegen Meineides .endete. Ueber den Verlauf dieses Prozesses äußert sich Erster Staatsanwalt Schweigger und theilt mit, daß 31 Zeugen einen Verkehr zwischen Moritz Levy und Winter bekundet hätten. Sechs davon habe er von vornherein ausgeschlossen, weil sie unglaubwürdig waren oder darüber keinen Zweifel ließen, daß die Zeugen in phantastischer Weise sich etwas eingebildet hatten, was sie nicht gesehen. Er selbst habe von vornherein nicht die Meinung gehabt, daß Moritz Levy dir Bekanntschaft mit Winter aus dem Grunde ableugnete, weil er an dem Morde betheiligt sei, sondern weil er Furcht hatte, daß, wenn er die Thatsache der Bekanntschaft zugäbe, noch mehr Ungemach über ihn und seine Familie kommen würde. - Angekl. Bruhn: Ist es nicht richtig, daß der Erste Staatsanwalt Schweigger wegen seiner Haltung im Moritz Levy-Prozeß von der jüdischen Presse scharf angegriffen worden ist? . . Erster Staatsanw. S chw e i g g e r : 'Ja. Cs sind Angriffe gegen mich erfolgt. Angekl. Bruhn: Ist es richtig, daß der Rechtsanwalt Sonnenfeld diese Haltung zum Gegenstände eines Vortrages in einer jüdischen Versammlung gemacht und dabei Angriffe gegen Sie gerichtet hat. die eine Verurtheilung wegen Beleidigung zur Folge . hatten? - v —.1, -v -• —- Zeuge: Ja, ich muß aber im Allgemeinen bemerken, daß die gegen mich gerichteten Angriffe nicht entfernt derartige waren, wie die gegen die Beamten durch die antisemitische Presse gerichteten Angriffe. In Könitz konnte ein Beamter thun, was er wollte, er wurde immer angegriffen. . R.-A. Sonnenfeld: Woran denken Sie, wenn Sie von Angriffen der jüdischen Presse reden? Erster Staatsanw. Schweigger: An einen Artikel des „Berliner Tageblatt". — R.-A. Sonnenfeld: Sind Ihnen sonstige Angriffe jüdischer Blätter gegen Ihre Person bekannt? — Zeuge: Nein. — R.-A. Simons: Ist nicht auch von jüdischer Seite versucht worden, auf den Gang der Untersuchung einzuwirken? — Erster Staatsanw. Schweigger: Nein, auf keinen Fall. Ueber die Behauptung, daß am 11. März oder an den vorhergehenden Tagen eine große Zahl fremder Juden sich in Könitz aufgehalten habe, seien die umfassendsten Ermittelungen angestellt worden. Es sei jedoch kein Beweis hierfür erbracht worden. Zu den Akten seien zahlreiche Anzeigen überreicht worden, in denen behauptet wurde, daß die verschiedensten jüdischen Kultusbeamten aus der Provinz Westpreußen am 11. März in Könitz gewesen seien. Bezüglich jeder einzelner dieser Personen sei ihr Verbleib an dem Todestage des Winter mit Sicherheit nachgewiesen worden. Der Erste Staatsanwalt S ch w eigger faßt in seinem Bescheid seine Ausführungen in folgende Punkte zusammen: 1. Der Verdacht gegen irgend eine der bisher in den Akten beschuldigten Personen, sei es mosaischen, sei es christlichen Glaubens, hat sich nicht bestätigt. 2. Die Behauptung des Blutmordes ist in fubjektiver Beziehung nicht erwiesen und in objektiver Beziehung durch den Befund der Leichentheile und der Kleider widerlegt. 3. Ernst Winter ist den Erstickungstod bei Aus-. Übung des Geschlechtsaktes gestorben. 4. Der Halsschnitt ist nach dem Tode zum Zwecke der Leichenzerstückelung erfolgt. Briefraften ver Expedition. B. T.: Ihre Sendung haben dankend empfangen. WliS-Bkkjtichch der diMschegllich» W. Zeitschrift». Allgemeine Zeitung des JudenthumS lBerlin) Nr. 40. Der Wandel der Zeiten. Der Bann gebrachen: Bon W. Bambus. Die Ethik des Jndriltbums. Dom Diesseits über daS Jenseits. Der Antheil der Juden an dem Aufblühen Sf'tS'miiiSintriit ni 'WorTin im IR fiivfirhimSitpf MIIÜ ch's Oesterrerchische Wochenschrift IWren) Nr. 40. »Jenseits des Meeres:" Von: Jahrmarkt des LebenS. Neuilleton: Bilder aus Sibirien Die Gegenwart (Köln) Nr. ll. Geschäfts-Antisemitismus in jüdischen Blättern. Ans den Pereinen sür jüdische Geschichte und Literatur. Vom ne,reu Stadt-Theater. Die Neuzeit (Wien) Nr. M. Die amerikanische Protestnote gegen Rumänien. Tempelweihe in Wiener Neustadt. Hundert I Jahre Pester israelitische Cultusgcrneinde. Feuilleton: Stark I ift die Liebe, wie der Tod. , Cohn. Zangwi )r. Blo Feuilleton: 6. Cohn & Sohn. Erzählung von F. r Md

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