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Der Israelit · 1902-11-17 · Heft 91 (17.11.1902) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 91 (17.11.1902)
Date
1902-11-17
Page
– (sequence 12)
Language
German
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ten Verleumdungen die Privat-Ehrenbeleidigungsklage angestrengt. Marie Hanel wurde sämmtlicher Delikte schuldig erkannt und'zu einer Kerkerstrafe von vier Monaten verurtheilt. , '. ., > v y’; ■ E n g l a n d. /London, 16. Nov. Das „Jewish Chronicle" schreibt, es sei ermächtigt, zu erklären, daß der rumänische Gesandte nicht mit den übrigen Mitgliedern des. diplomatischen Corps vom neuen Lord Mayor Sir Marcus Samuel zum Lord Mayors-Bankett am Montag eingeladen worden sei, damit dadurch Bedauern und. Mißfallen über die Verfolgung der rumänischen Juden durch die rumänische Negierung zum Ausdruck gebracht werde. — Ein Mitarbeiter der „St. James Gazette" befragte den Lord Mayor Sir Marcus Samuel wegen der Angelegenheit des rumänischen Gesandten und der Lord Mayor erklärte, der Name des rumänischen Gesandten sei absichtlich von der Liste der zum Guildhall- Vankett Eingeladenen weggelaffen worden. Auf die Frage warum? erwiederte der Lord Mayor, es sei im Mansion House Gebrauch, Vertreter von Staaten, welche es ablehnen, ihre vertragsmäßigen Verpflichtungen zu erfüllen, nicht einzuladen. Auf die weitere Frage, ob Präzedenzfälle für dieses Verfahren vorlägen, antwortete der Lord Mayor: „Ja, viele." Die „St. James Gazette" hört ferner, daß die englische Regierung befragt worden sei, daß aber die Verantworwortung für das Vorgehen allein der Lord Mayor trage. ' .. . ' Ru man re n. - Bukarest, 4. Nov. (Ungleichheit vor Gericht,). Während die Verfaffung Rumäniens die Gleichberechtigung aller Glaubensbekenntniffe aarantirt, bleibt es trotz aller dagegen erhobenen Beschwerden noch immer dem Ermessen der rumänischen Richter überlassen, den zur Ablegung eines Schwures sich erbötig machenden oder hierzu verhaltenen israelitischen Parteien die Eidesablegung „More Judaico" aufzutragen. Vergeblich haben sich die Vertreter des Judenthums im Lande gegen die mit der Ablegung dieses Eides verbundenen entwürdigenden und komödiantenhaften Formalitäten ausgesprochen; vergeblich haben, alle israelitischen Theologen Rumäniens den Beweis geführt, daß der sogenannte Schwur „More Judaico" mit den religiösen Ueberlieferungen des Judenthums gar nichts zu thun habe und vielmehr in unversöhnlichem. Gegensatz zu.dessen Geist stehe.. Wenn ein antisMitisch y^ranlagter Richter Lust hat, den Juden einen Possen zu spielen, so kann er Vorkommenden...F>sll§Zgup der Ablegung des- Eides .„More^Judaico^bestehen^ Die Vorstände verschiedener israelitischer Kultusgemeinden Rumäniens haben nun den Beschluß, gefaßt;, wenigstens ihre Mitwirkung bei der. Schwurablegung „More Judaice", die bekanntlich in der Synagoge und unter Assistenz des Rabbiners zu geschehen hat, zu verweigern. So geschah es auch in Braila, wo der Rabbiner Margulies im Einverständniß mit dem Vorstand der Gemeinde sich geweigert hat. die ihm für eine solche Eidesleistung zugemutheten Funktionen zu übernehmen. Die Folge davon war, daß Rabbiner Margulies von der zweiten Sektion des Tribunals von Braila zu einer Geldstrafe von 200 Lei verurtheilt wurde. Wie aber aus Braila gemeldet wird, hat die Leitung der dcrtigen israelitischen Kultusgemeinde den Beschluß gefaßt, gegen, diese Verurtheilung die Entscheidung des Obergerichts anzurufen. Wirksamer als die voraussichtlich zu Gunsten des verurtheilten Rabbiners lautende Entscheidung des Appellgerichts würde freilich ein Dekret des Justizministeriums sein, durch das mit der Zulässigkeit der Eidesleistung „More Judaico" ein der rumänischen Gerichtspflege zur Schmach gereichender und mit der verfassungsmäßigen Gleichberechtigung aller Konfessionen unverträglicher Unfug ein für allemal beseitigt würdet . vermischtes Berlin, 12. November. In dem hiesigen Firmenregister findet sich untvr dem bcutigcn Datum der folgende Eintrag: Indischer Verlag, G. m. b. H. Berlin, Stammkapital M. 30,000. — Davis Trietsch, Berlin. Berlin. Nach dcr letzttn Volkszählung giebt es in Deutschland über 35 Millionen Evangelische. 20 Millionen Katholi'che und 586,000 Inden. Dem Millesatz nach entfallen auf 1000 Einwohner 627.7 Evangelische, 357,5 Katholische und 30 Inden. - - Stuttgart. FabrkantLeopold Kahn h'erselbst wurde von der Regierung von Peru zum Kanzler des Peruanischen Konsulats ln Stuttgart ernannt. Budapest. Dr. Sigmund D6c sc rr, einer der hervorragendslen südlichen Richter hicrselbü. wurde von Sr. Majestät zum Senatsprasidcntcn der Konigl. Curie (Höchster Gerichtshof) ernannt. Dobrisch (Böhmen). Am letzten Versöhnunzstag regte unser Rabbiner. Herr Dr. S. W. Fink, den Bau eines neuen Tempels an; nun beschloß der Vorstand r» seiner Sitzung vorn 26 v M., einen neuen Tempel im Kostcnauswande von 70,000 Kronen erbauen zu lassen und wird dcr Bau schon im Frühling in Angriff genommen. Der Gottesdienst wird irr dieser Gemeinde nach streng religiösem Ritus abgehalt n Unserer heutigen Nummer legtdie November- Ausgabe der rituellen Tpeisenhäuser und Hotel- RestanrantS deS „Vereins zur Förderung ritueller Sp-crfendäu!cr",(Litr. >5ambnrg) bei, worauf wir befondeEaufMerksaist wackron^rL .~-nlbo&

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