Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 78-79 (30.9.1902)
- Date
- 1902-09-30
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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1658 einem schützenden Heim der Ruhe pflegen könnt, sitzen und liegen Tausende armer jüdischer Greise, Frauen und Kinder im zugigen Eisenbahnwagen auf hartem Boden, ohne sich und die Ihrigen wärmen zu können. Bedarf es da noch vieler Worte? „Helft, die Nackten kleiden und die Frierenden erwärmen! . Spendet Kleider!! Oeffnet Eure Schränke!" Sammelt in Euren Gemeinden, was sich an , Wäsche, Unterkleider, Strümpfe, Schuhwerk, Röcken Jacken, Halstücher und dergl. auftreiben läßt und schickt es unverzüglich an die bekannten Stellen nach Basel. Ihr norddeutschen Brüder, schickt Alles, was. Ihr sammelt an etwa näherliegende Sammelzentralen nach Bremen. Jedenfalls sammelt eifrig, laßt Eure Kinder gleichfalls sammeln, bis Euch von den leitenden Zentralen aus nähere Mittheilung über den schnellstmöglichen Transport in dieser Zeitung gemacht wird. Auch an die Herren Rabbiner, Prediger und Lehrer richte ich die herzliche Bitte, an den hohen Festtagen in obigem. Sinne für unsere unglücklichen ru-. mänischen Brüder durch Ansprachen 'von der Kanzel wirken zu wollen. (Auch bei ev. Thoraspenden möge man zunächst an diese Hilfsbedürftigen denken.) Ihr aber, theure Brüder und Schwestern, die Ihr an diesen Festtagen ein Heim habt, die Ihr in Euren Häusern Eure Kinder und Eltern, Eure Brüder, Schwestern und Verwandte das Glück habt, in Frieden und Freuden um Euch versammeln zu können, vergesset nichtunserer Blutsverbundenen, die heute Alles, Alles entbehren müssen und am Neujahrsfest als heimathlose Fremde in der Welt umherirren müssen. Gedenket der Armen und Gott wird Eurer zum Leben gedenken. - Euch Allen herzlichsten Glückwunsch Dr. med. A r t h u r K a h n. Stuttgart, 28. Sept. In der Berathung der Schnlnovelle durch die Volksschulkommission hat der Vorstand des württembergischen Zentrums rn der von. ihm bekannten Art wieder seiner antisemitischen Gesinnung Ausdruck gegeben.. Bei der Berathung über den Zeichenunterricht kam der Abgeordnete Hausmann auf eine kürzlich durch die Presse gegangene Darstellung über die Steuerfussionen in Baden unter Berücksichtigung der Konfessionen zu sprechen, wonach daselbst die Israeliten eine Kapitalrente von durchschnittlich 5432 Mark pro Kopf, die Protestanten eine solche von 1044 Mark, die Katholiken eine solche von 419 Mk. pro Kopf versteuern. Diese großen Unterschiede müssen zweifellos auf die bessere Schulbildung, welche die Juden ihren Kindern mitgeben, zürückgeführt werden. Wir' sollten uns also' nicht gegen das kleine Schrittchen wehren, das jetzt mit Einführung neuer, für das prak- ' tische Leben bedeutsamer Fächer zum'Zwecke der Ausge-' staltung des Volksschulunterrichts gethan werden soll. Gröber erwiedrrte hierauf, daß die Fragen des Erwerbs mit dem Religionsunterricht nichts zu thun haben. Es wäre schlimm, wenn die Volksschule die Kinder nach jüdischem Muster für einen raschen Erwerb vorbereiten würde!!! - ' Fr an k r e i dj.; Paris, 29. Sept. Emile Zola wurde heute Vvrmitrag in seiner Wohnung todt nufgefunbciu Der Tod erfolgte durch Kohlengasausströmung in Folge des schlechten Zustandes des Kamins. . Das letzte Werk Zolas, ein soeben erscheinender Roman: „Berits", behandelt die Dreysusaffaire und ist in der Hauptsache gegen die Congregationen, Jesuiten und Schulbrüder gerichtet. Volle Gerechtigkeit in der Affairr Dreyfus har Zola nicht erlebt, wohl aber volle Wahrheit.. Er gab den Anlaß, daß die Republik sich wieder auf sich selbst besann, die Reaktion stürzte und den Weg zu den großen Reformen bahnte. Zola wird für alle Zeiten zu den hervorragendsten Chasidei umcus ho-aulom zählen, die nach dem Ausspruch unserer Weisen der ewigen Seligkeit iheilhaftig werden * Brtesrssten der Kedaetto«. I. D. in K. : Besten Dank für freundliche Anregung, wir werden derselben Folge leisten. Briefkasten ver Expedition. L I. in B.: Wir vertheilten den restlichen Betrag wie folgt: Für Nr. 6167 M. 2.—. Nr. 6274 M. 2.-. Nr. 6407 M. 1.50 und Nr. 6514 M. 1.50t Ihre freundlichen Wünsche zunt bevorstehenden Neujahrsfeste erwiedern auf's herzlichste. WltS-VerMch Sn SiMWIHe» D. äiiiifln. Allgemeine Zeitung des Judenthums (Berlin) Nr. 39.. Neue 2lufqaben. «Im Namen der Menschlichkeit."-Bon Vrof. Dr. S. Kallscher. Religionsvrozesse. Bon Dr. jur. S. Rundstem. Vom Diesseits über das Jenseits. Denkmäler deutscher Juden. Feuilleton: Der Schadchen. Nach dem Eng» lischen von Hermann Bernstein. Reisevlaubereien. Die Welt (Wien) Nr.39. Rabbiner Dr.JsaacRiilf.Feuilleton ^Das Schwert des Damoktes. Von A. Coralnik-Florenz. Dr. Bloch's Oesterreichische Wochenschrift (Wien) Nr. 39. Präsident Heinrich Kkinaer. Das Strafgericht über Rumänien. Feuilleton: Bilder aus Sibirien General-Anzeiger für die gelammten Interessen des ^.Jud enthums (Berlin) Nr. 4. Rumänische Greuel. Israelitische Wochenschrift (Berlin) Nr. 39. Zum Neujahrsfest. Von Rabbiner Dr. B. Seli^kowltz-Cöthen. Nieuw Israelietisch Weekb'Iad (Amsterdam) Nr. IS. •£. Feuilleton: Do Violst. Ken vaste ontvangdag-, The Jewish Chrot\lcle (London) Nr. 1,747. The United States and the Romnanian Jews. fine viertel lilion Mrk Wonnen wurde auf das Loos der „Darmstädter Schloßfreiheitslotterie" Nr. 8075 in der Hauptkollektur Kronenberger K Cie., Bankgeschäft in Mainz. Diese Hauptkollektur war vom Glück ganz besonders begünstigt, da sie in-der vorige - Woche abgeschlossenen »Hessischen Landt stotterte" auch mehrere große Treffer von M. 50,000 und 25,000an - ihre Kunden auszahlen konnte. - Berlin, 28. Sept. Wiealljährlch, bringt die Import» Gesellschaft Palästina einen Lu ach zur. Versendung, welcher neben dem Kalendarium interessante, die Kolonisation Palästinas betreffende Mitthellungen enthält. Bemerkens werth ist ein Essay über dte Entwickelung des Verkäufer der Palästina-Weine. welcher ziffernmäßig darthut» daß -er Absatz stetig zunimmt, sicherlich der beredste Beweis für die Vorzüglichkeit des Produkte-.