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Der Israelit · 1902-09-25 · Heft 77 (25.9.1902) · page 27

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 77 (25.9.1902)
Date
1902-09-25
Page
– (sequence 27)
Language
German
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(Theorie und Praxis im Religionsunterrichte.) Alltäglich, wenn ich beim Morgengebete in der Benediktion vor dem erhabenen, jüdischen.Glaubensbekenntnisse, dem ycBv die obigen Worte ausspreche, erfüllt mich so recht der Gedanke: In diesen wenigen Worten ist der ganze Lebensinhalt des Menschen zum Ausdrucke gebracht, in ihnen ist aber ganz besonders auch die Aufgabe des jüdischen Lehrers dargestellt und gleichzeitig der Weg zur Erreichung seines Zieles, zur Erfüllung feiner Aufgabe, zum Gelingen seines Streben? gezeigt und vorgezeichnet. —icbbv Lernen und Lehren ist ja, wie schon der Name sagt, sein Lebensberuf, im&i Beobachten. Halten, Erfüllen, ein gottgefälliges Thatenleben sollen des Lernens und Lehrens Erfolge sein. Zunächst -tsV?! Nie hören wir auf zu lernen! Nie dürfen wir unsere Ausbildung als fertig, als abgeschlossen betrachten! Am eignen Lern- und Lehreifer des Lehrers wird sich auch des Schülers Eifer entfachen, mufo *iob6 und am guten Beispiele des Lehrers, an seinem Vorbilde und Muster in Frömmigkeit und Gottesfurcht, der fromme Sinn des Schülers sich festigen zu eignem, gottgefälligem Leben, nach den Vorschriften der heiligen Gotteslehre und in der Vethätigung der Gottesgebote. Die irxo die Gebote, deren Erfüllung unserem ganzen Leben göttliche Weihe verleiht, sie müssen auch bei jeder sich bietenden Gelegenheit anschaulich vorgeführt werden. Gar oft begegnen wir der Thaisache, daß die Schüler theoretisch recht gut Bescheid wissen über „Was, warum, wo und wie?" — praktisch aber doppelt unbeholfen sind und gar manche rmw auszuführen unterlassen. Soll darum das auch wirklich zum nanbi ir-eH werden, so dürfen die nixe. nicht blos gelehrt, sie müssen auch nach Möglichkeit tatsächlich vorgeführt, gleichsam veranschaulicht werden. Einige Beispiele! Bei der Vorbereitung zur wLv 12 wird in der Regel auch das Tefillinlegen eingeübt, leider nur gar zu oft in rein mechanischer Weise. Gerade, hierbei ist aber die schönste Gelegenheit gegeben, die Vorschriften über die Tefillin einzuprägen, insbesondere über die sich äußerlich zeigenden L't»ws anschaulich aufzuklären und die Pflicht periodischer Revision durch vertrauenswürdiger Fachleute zu betonen. Gerade bierin wird ja 'bona fide so viel gesündigt, ohne daß gar mancher /weiß, daß wohl Unterlassung der pb'Dn nvas eine Sünde, die Benützung rituell unzulässiger Philakterien 'durch die rbvib .1212 aber eine doppeltern’2J> ist. Viel früher als zu, kommt das Kind schon zu wL'L mo. Man sollte nicht versäumen, sich augenscheinlich zu vergewissern, nicht nur, ob die Kinder iwa tragen, sondern auch, ob diese den Vorschriften entsprechend sind. Kein Lehrer sollte die kleine Mühe scheuen, die erwachsenen Schüler in der Fertigkeit, rm* anzumachen, zu untertveisen, wenn auch der papierne Stundenplan keine Rubrik hierfür aufweist. Wie anschaulich läßt sich auch im Anschluß hieran, das ^vw-Verbot behandeln! 7 7^7,77 ^7 -v -7 Daß die wri2 nicht nur auswendig gelernt, sondern auch bei gegebenen Veranlassungen gesprochen werden sollen, sollte wohl selbstverständlich sein, aber es ist oft nicht der Fall. Im Schulleben bietet sich viel7 fach Gelegenheit zu. diesbezüglicher Gewöhnung. Ein Gewitter, ein Regenbogen, das Frühstücksbrötchen in der Freiviertelstunde, das neue Kleidungsstück, das erste Obst, die blühenden Bäume beim Schulspaziergang, die"J. duftende Blume im naturkundlichen Unterricht sind lauter Momente und Objekte für den „religiösen An-. schauungsunterricht." Das ist ja das Große und Erhabene unserer heil, göttlichen Religion, daß sie unser ganzes Leben durchdringt und darum auch dem gelammten Schulbctrieb ihr Gepräge aufdrückt, nicht etwa in den wenigen sog. Religionsstunden abgethan werden kann. v. ■ Da ist das Gebot pn> xfy*93 Wie oft ist auch in der Schule hierzu Veranlassung gegeben! Ein entsprechendes Gefäß mit Wasser nebst Zubehör sollte in jeder Schule bereit stehen, und genau achte der Lehrer darauf, daß es. wo vorgeschrieben, benützt werde. Jung gewohnt — alt gethan!. Gar oft kommt es vor, daß zum Hllttenfeste der Lehrer ersucht wird, verschiedenen Gemeindemitgliedern aus den d'JB V2irr den Feststrauß nach Vorschrift zu binden. Auch hier empfiehlt es sich, solches den. Kindern zu zeigen, sie wohl auch einige Handgriffe thun7 zu lassen, ihnen die" Erfordernisse und 'K20 der v'2'v V2-.N anschaulich zu demonstriren. Der kleine Zeitverlust kann andererseits unvergleichlichen Gewinn bringen. Ich nehme regelmäßig meine Kinder mit, wenn ich die w2V suche. 7-7 - *- Das »np, das pn p*rc geben Gelegenheiten zu praktischen Unterweisungen, die Teilnahme am öffentlichen Gottesdienste ist selbstverständlich, überall paare sich theoretische Unterweisung mit praktischer Ausführung und Veranschaulichung.

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