Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 77 (25.9.1902)
- Date
- 1902-09-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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43. Jahrgang. r Jgg W. - Ein Kentrak-Hrgan für das orthodoxe IudenLHuM Begründet von; Br. ‘gv'ffmantt in WKaittj. Donnerstag, den 25. September 5W2 (1SÜ2). r32* Da mit dem 1. Oktober 1902 ein neues Quartal beginnt,, so erlauben wir uns, die ge- L-J/'-w' ehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post bas Abonnement frühzeitig erneuert werden muß,' damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1902 eingetragen unter Nr. 3792. Neu eintretende Abonnenten (Postabonnenten gegen Vorlage der Postquittung) erhalten das Blatt bis Ende dieses Monats gratis. acht Uhr. Des. heil. n"^Iestes wegen erscheint unsere nächste Nummer, eine Doppelnumrner, Dienstag, den 39. Sept. — JnseraLsnanttahme bis MsnLag morgen von Dr. S. Sternheim. Ierusalem,. im Menachem Ab 5662. . Mit versengender Glut brennt im Tamus und Menachem Ab.die Sonne.- Der Einheimische wie der Fremde verbleibt gern im schattigen Zimmer und schätzt den. Vortheil der meterdicken Hausmauern, die der Hitze den Eintritt verwehren. Nur die letzten Nachmittagsstunden und die anschließende kurze Dämmerung — von Sonnenuntergang bis zur völligen Nacht währt nur etwa 25 Minuten — bringen Kühle. Gerne benutzt man diese Zeit zu einem Spaziergang vor dem Jaffathor und dehnt, fast froh, den engen Straßen der Altstadt entronnen zu sein, den Weg so weit wie möglich gegen Westen auf der nach Jaffa führenden Chaussee auS. - Man freut sich der Erholung in frischer Luft, des freien Ausblicks, der nicht mehr durch die düstern Außenmauern, der Häuser beschränkt ist. Es erquickt uns, hier vor dem Thore auch wieder Menschen zu finden, deren Gesichtsausdruck nicht durch Leiden, Sorgen und Noth gestört ist. Und doch.wenn einige Stunden später auf dem Heimwege die Stille des Abends den Blick nach Innen zieht, möchte, man schier alle Freuden der Welt nicht gegen das Bewußtsein eintauschen, im alten Jerusalem, der Stadt unserer Väter weilen zu dürfen, , so.eng und düster seineSiraßenauch -heutesind und. fo■ furd^tBaxe; mtitfic; Bergen^ Rechts und links des Jaffaweges sind inden letzten dreißig Jahren durch jüdische Vaugesellschaften Gruppen von Wohnhäusern geschaffen worden, die:; durch Ausbau des anfänglich sie trennenden Terrains Immer mehr zu einem dicht bewohnten Stadttheil sich zusammenschließen. Der Besitz der Juden besteht Hier, fast durchweg aus niedrigen Häusern, zumeist einstöckig, deren Bauart mit der^bedauernswerthen Armuth -der Bewohner Lbereinstimmi — nur sehr wenige größere Bauten machen hiervon eine Ausnahme.—. Die bemerkenswerthesten und schönsten Häuser in größeres.öder kleinerer Entfernung von der Hauptstraße sind Eigenthum der verschiedenen Kirchengemeinschaften und dienen als Pilgerhospize, Hospitäler etc. Traurig bedenken wir, wie wenig doch die jüdische Gesammtheit an. dem Orte, der in uns die heiligsten Erinnerungen wachruft, durch Bauwerke vertreten ist. die ihres humanen Zweckes und des heiligen Bodens würdig sind, auf dem sie stehen. So sind wir schop im Begrifft/ umzukehren, da bleibt unser Blick und Schritt an dem'letzten Hause links der Straße gefesselt: es ist ein aus mächtigen Steinen gefügtes Gebäude, das durch die Mesusoth an den Eingangsthüren seine Eigenschaft als jüdischen Besitz kündet: das Hospital Schäare Zeddk,. dessen Eröffnung vor etwa sechs Monaten gemeldet ward. Mit ' einigen Männern, die in der Spitalsynagoge das Minchagebet verrichten wollten, treten, wir ein und